Zum Inhalt springen
The Legend of Zelda: Twilight Princess HD

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD

Ulrich

Ende 2006 erschien The Legend of Zelda: Twilight Princess in Europa als Krönung für die GameCube-Ära, wie auch als wichtiger Starttitel für die Wii. Mittlerweile sind 10 Jahre vergangen und während wir auf den neuesten Titel des grünen Helden warten, dürfen wir uns die Zeit mit der HD-Version besagten Titels vertreiben. Die Gemüter bezüglich der Trailer waren gemischt, aber wie es sich jetzt wirklich spielt und ob sich ein Neukauf lohnt, erfahrt ihr in unserem Test.

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD

WIIU

Entwickler
Tantalus
Publisher
Nintendo
Konsole
WIIU
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Ein Epos in Bewegung

Spielaufbau und der grafische Stil erinnern an The Legend of Zelda: Twilight Princess und Ocarina of Time. Das Spiel beginnt in dem beschaulichen Bauerndorf Ordon, wo Link als einfacher Viehhüter arbeitet. Der erste Kontakt mit dem Helden hat bereits etwas Magisches, als Link an einer Quelle sitzt, aber von seinem grünen Gewand noch keine Spur zu sehen ist. Erst der Auftrag, ein Geschenk zum hylianischen Schloss zu bringen, verstrickt ihn in eine der epischsten Geschichten der Serie. Spielerisch werden in Ordon die wichtigsten Bewegungen mit der neuartigen Steuerung erlernt. Auf diese Weise vergehen die ersten Spielstunden fast von alleine, ohne, dass man den ersten Dungeon gesehen hat. Epona ist bereits von Anfang an verfügbar, und die aus Ocarina of Time bekannte Schleuder ermöglicht bereits nach kurzer Spielzeit dem Spieler sich mit allen wichtigen Zielelementen vertraut zu machen.

Der mit dem Wolf tanzt

Mit diesen grundlegenden Bewegungen ausgerüstet, kann das Abenteuer beginnen, und der erste von insgesamt neun Dungeons wartet auf den Spieler. Die spannende Geschichte wird immer wieder von wunderschönen Zwischensequenzen unterbrochen, die sich eindeutig in ihrem Aufbau bei Stilmitteln des Films bedienen und dadurch absolut professionell wirken. So eine ausdrucksstarke Mimik hatte Link noch nie, aber auch Situationskomik wird perfekt transportiert. Etwa wenn der neurotische Bombenverkäufer hinter seinem Tresen zwei Schalter parallel bedient, dabei aber peinlich genau darauf achtet, einmal mit und einmal ohne Maske aufzutreten. Frei nach dem Motto: „Ich bin jemand ganz anderes, als eben.“ Ohne weitere Details der Geschichte zu verraten, soll selbstverständlich auf Links zweite Gestalt hingewiesen werden. In bestimmten Bereichen kann er sich nämlich in einen Wolf verwandeln, auf dessen Rücken eine Gestalt namens Midna Platz nimmt. Sie übernimmt an wichtigen Stellen des Spiels die Rolle von Navi aus Ocarina of Time, ohne jedoch den Spieler so zu bedrängen, oder ihm ständig das nächste Ziel zu verraten. Zu den schönsten Sequenzen gehören dann später jene, in denen man Link und Midna zusammen sieht. Spätestens hier gewinnt sie das Herz der Spieler vollends, da ihre Wichtigkeit für die Geschichte nicht zu unterschätzen ist. Überhaupt ist sie einer der interessantesten Charaktere der Serie, da sie sukzessive ihr komplexes Wesen preisgibt. Natürlich birgt Links neue Gestalt auch einige neue Gameplay-Möglichkeiten. So ist es ihm als Wolf möglich mit seinem animalischen Sinn Gerüche wahrzunehmen, deren Fährte er dann folgen kann. Löcher in der Erde kann Link auch nur in seiner Wolfsgestalt betreten, da dem Tier die Möglichkeit zu graben vorbehalten ist. Der Wechsel zwischen diesen beiden Gestalten wirkt auflockernd auf das Spiel und ist eine Bereicherung für Links ohnehin beeindruckendes Bewegungsrepertoire.

Es gibt viel zu tun

Neben der langen Hauptgeschichte, die zwischen 40 und 50 Spielstunden dauert, gibt es eine Vielfalt an Aufgaben, die anfänglich fast erdrückend wirkt. Praktisch jede Ecke der wunderschön gestalteten Spielwelt strotzt an Einfallsreichtum und Individualität. Neben den Herzteilen, diversen Minispielen, gibt es die Suche nach den Geisterseelen, die in etwa die Rolle der Skulltulas erfüllt, Goldinsekten lassen sich aufspüren, ein anspruchsvoller Zusatzdungeon meistern, sowie eine Angelsimulation spielen. Diese Vielfalt ist gepaart mit dem so einfachen, wie genialen Prinzip, dem Spieler nach und nach immer mehr nützliche Gegenstände zur Verfügung zu stellen, mit deren Hilfe er erst bestimmte Aufgaben erfüllen kann. Dieser Spielaufbau verhindert eine Überforderung, da immer nur bestimmte Aufgaben gelöst werden können. Neben den traditionellen Gegenständen, wie Bogen, Bomben und Flaschen, haben sich die Designer bemüht auch komplett neue Schätze zu verstecken. Mit Erfolg, Link erhält einige brandneue Utensilien, die ihm glücklicherweise nicht nur im jeweiligen Dungeon nutzen, sondern auch bei der Suche nach Herzteilen und Co. unerlässlich sind. Obgleich dieser Neuerungen werden Kenner der Serie ihre helle Freude haben, denn Twilight Princess ist durch und durch Zelda: Viele Bewohner Hyrules erinnern an alte Bekannte. Zum Beispiel gibt es wieder Zoras und Goronen, ganz versteckt lassen sich sogar zwei Mitglieder der Shiekah finden. Das Land Hyrule enttäuscht auch nicht, denn Orte wie Kakariko oder der Hylia-See dürfen neben dem Schloss einfach nicht fehlen. Koji Kondo komponierte einmal mehr die Musik, bei der neben neuen Stücken auch immer wieder bereits bekannte Motive verwendet werden. Beispiele sind Kakariko oder Schloss Hyrule. So wandelt Twilight Princess immer zwischen Neuem und Altem und bedient so ganze Generationen von Videospielern. Diejenigen, die die Serie bereits seit ihren Anfängen auf dem NES kennen und die vielen kleinen Anspielungen deuten können, aber auch die Spieler, die in diese faszinierende Welt zum ersten Mal eintauchen.

eine grafik

Helden-Modus

The Legend of Zelda: Twilight Princess HD verfügt – im Gegensatz zur originalen Version – auch über einen Helden-Modus. So findet ihr keine Herzen mehr im Gras oder Kisten und man sollte daher besser auf seine Gesundheit achten. Zwar wurde die KI der Gegner nicht verbessert, aber sie teilen doppelt so viel Schaden aus. Wo die Urfassung doch ein eher leichterer Titel für Zeldafans war, bietet der anspruchsvollere Modus etwas mehr Spannung für Kenner.

Toll ist auch, dass man im Remake mehr Juwelen tragen kann (auch wenn die Taschen voll sind) und der neue magische Gegenstand - die Geisterlampe - hilft, Geisterseelen zu entdecken. Dabei handelt es sich zwar nur um Kleinigkeiten, erleichtert aber einige Dinge und erspart vor allem viele Laufwege.

Weitere Neuheiten im Remake

Einige Funktionen bei Twilight Princess HD sind an den Kauf von amiibo-Figuren der Serie gebunden. So könnt ihr den schwierigsten Modus nur mit Ganondorf freischalten. Hier teilen die Feinde dann sogar vierfachen Schaden aus. Es wäre toll gewesen, wenn gerade im Remake dieses Feature erspielbar und nicht an den Kauf einer Sammelfigur gebunden gewesen wäre.

Mit der Wolf-Link Figur könnt ihr die Schattenhöhle öffnen. Dort ist es möglich in Arenakämpfen gegen Horden von Feinden anzutreten. Auf dem amiibo könnt ihr alle gesammelten Herzen des Spielverlaufs speichern, sodass ihr dann an diese Lebensenergie in der Schattenhöhle anzapfen könnt. Habt ihr die Arena überstanden, kann die Anzahl der verbliebenen Herzen auf dem Wolf-Link festgehalten werden, um später zu versuchen die Zahl zu übertreffen. Auch der Speicherstand kann direkt auf die Figur übertragen werden und wenn ihr diese dann nutzt, wird direkt euer Spielstand aufgerufen und geladen. Der Wolf-Link amiibo liegt, wie auch eine Soundtrack CD, unter anderem der Limited Edition des Spiels bei. Auch ein Einzelkauf ist möglich und die Verarbeitung der beiden Charaktere ist wirklich wunderschön.

Mit dem Link-amiibo bekommt ihr mehr Pfeile und Zelda oder Shiek geben euch Herzen zurück. Für den vollen Spielspaß wird aber keine dieser Sammelfiguren benötigt. Es handelt sich trotzdem nur um einen netten Zusatz.

eine grafik

Die Karte von Hyrule orientiert sich an der damaligen GameCube-Version, welche ja - im Vergleich zur Wii - gespiegelt war. Im Helden-Modus wird aber dies Spiegelung wieder aufgehoben und ihr dürft wieder durch bekannte Areale ziehen.

Gespielt wird mit dem Wii-U-Gamepad oder dem Pro-Controller. Auf dem Gamepad habt ihr die Möglichkeit Items direkt auszurüsten oder auf Y, X, B oder A direkt per Touch zuzuordnen. Dies ist natürlich auch im Spielmenü möglich, aber man muss nicht extra das Spiel unterbrechen. Das Gameplay bietet, im Gegensatz zur Bewegungssteuerung der Wii, dieses Mal eine klassische Steuerung mittels Button und Stick. Einzig beim Einsatz von Bogen oder anderen Schleudergeräten könnt ihr Gebrauch vom Gyrosensor machen. Die Steuerung funktionierte ziemlich perfekt und selbst Dinge wie das Reiten oder das Fahren mit dem Boot funktionierte, im Gegensatz zur Meinung meines Kollegen (siehe unten), durchaus ohne Makel.

Neu ist auch eine, etwas vorsichtig gesagt, unnötige Stempelsammlung. In an die 50 versteckten Kisten findet ihr Stempel in Form von hylianischen Buchstaben. Mit diesen könnt ihr dann eure Beiträge im Miiverse verzieren.

All jenen, die das Spiel in- und auswendig kennen, sei ans Herz gelegt, immer wieder ein Blick auf seine Umgebung zu werfen. Einige kleine Abweichungen sorgen doch für die ein- oder andere Überraschung. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten.

The Legend of Zelda: Twilight Princess macht noch immer Spaß. Der Mix aus tollen Sequenzen, genialen Rätseln, gepaart mit einer perfekten Balance aus Gegnern und Bossen macht das Spiel noch immer zu einem Meisterwerk. Zwar war die Prachtkulisse für damalige Verhältnisse schon etwas veraltet, besitzt der Titel dennoch eine zeitlose Qualität.

Zumindest wurde nun die gesamte Kulisse auf 1080p und 30fps aufgewertet. Schärfere Texturen, Echtzeitschatten, bessere Partikeleffekte (beim Einsatz von Bomben etc.) ... die Grafik wurde einer Generalüberholung unterzogen und alles in allem ist es unterm Strich sehr gut gelungen. Wo bei den Trailern doch bei einige noch ein eher mulmiges Gefühl à la: „Braucht man das wirklich? Das sieht aber nicht gut aus?“ aufkam, können wir von unserem Standpunkt nun sagen, dass wir eines Besseren belehrt wurden. Obwohl es natürlich noch immer nicht mit HD-Abenteuern wie The Witcher 3 und Konsorten vergleichbar ist, manches noch immer globig, unbelebt und kantig wirkt, machte es riesigen Spaß durch das aufgehübschte Hyrule zu reisen - mehr zumindest als erwartet. Sicherlich hätte man einiges durchaus besser machen können, aber ein Remake bleibt eben ein Remake und hier orientiert man sich dann doch wieder an der Urversion des Spiels.

Zweite Meinung von "Tommy"

Also ich sehe das nicht ganz so euphorisch wie mein Kollege Ulrich. Sicherlich gehört Twilight Princess mit zu den besten Zelda Games, aber für ein Remake darf man doch wohl bitte etwas mehr erwarten. Die Grafik ist zwar durchaus schicker als erwartet, dennoch ist hier noch viel Luft nach oben. Auch haben mir die hakelige Steuerung zu Pferd und mit dem Boot recht negativ aufgestoßen, was den Spielspaß in diesen Situationen doch ein wenig trübt.

Ebenso negativ und nicht mehr zeitgemäß ist die Tatsache, das man ständig bei eingesammelten Items angezeigt bekommt, wie man sie benutzen und auf welche Tasten man diese legen kann. Auch wenn dies beim Original schon so war, so ist es heutzutage nicht weniger nervig als 2006. Hier hätte es dem Spiel gut getan, das man dies beschränkt und nicht über das ganze Spiel bis zum Ende immer wieder angezeigt wird.

Positiv fand ich hingegen, das man nun auch mit vollen Taschen weiterhin Items und Rubine sammeln kann. Das bringt an sich eigentlich nichts, erleichtert aber das komplette absammeln aller Truhen in den Dungeons ungemein. Musste man diese im Original mehrmals aufsuchen um alles aufzusammeln, kann man dies nun in einem Zug absolvieren.

Auch wenn Twilight Princess für einige ein zeitloser Klassiker sein mag, so hatte er auch schon im Original einige Kritikpunkte. Diese hätte man 10 Jahre später einfach ausbessern müssen, denn Spieler die das Original nicht kennen, werden sicher von den angesprochenen Kritikpunkten wenig begeistert sein. Es gibt einfach deutlich liebevollere Remakes als es Twilight Princess ist.

9.5Wertung
Meisterwerk

Fazit

Auch nach 10 Jahren ist es noch immer faszinierend und wunderschön durch die Ebenen von Hyrule zu reisen, Dungeons zu besuchen und Gegner zu verkloppen. Die HD-Version wurde dabei sichtbar aufgewertet. Zwar handelt es sich für heutige Verhältnisse noch immer nicht um ein grafisches Highlight, aber gepaart mit der epischen Story, der Entwicklung des Helden, dem Sidekick Midna und den ganzen Rätseln ist Twilight Princess noch immer ein Meisterwerk von zeitloser Qualität. Neuerungen wie der Helden-Modus und die Komfortverbesserungen in Bezug auf die Steuerung sind lobenswert. Auch der Einsatz von amiibo-Figuren ist möglich um Zusatzfunktionen freizuschalten. Diese sind aber für den vollen Spielgenuss nicht notwendig. Wer den Titel bereits auswendig kennt, der kann sein Können in einem erhöhten Schwierigkeitsgrad (Helden-Modus oder mit der amiibo-Figur Ganondorf) erneut unter Beweis stellen. Alle anderen dürfen und sollen auch ohne Bedenken zugreifen. Jeder sollte das Meisterwerk einmal gespielt haben.

Design
9.0
Sound
9.0
  • anspruchsvoller Helden-Modus
  • tolle Neuerungen
  • sinnvoller GamePad-Einsatz
  • toll erzählte, epische Story
  • großer Umfang
  • höchster Schwierigkeitsgrad an amiibo gebunden

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!