
Project X Zone 2
2012/2013 erschien für Nintendo 3DS ein Taktik-Rollenspiel, welches ein Crossover im SEGA, CAPCOM und BANDAI-NAMCO Universum darstellt. Hierin kämpften Charaktere aus besagten Universen nebeneinander gegen das Böse. Das Spiel bot 20 Paar- sowie 20 Soloeinheiten, die man im Kampf begleiten durfte, darunter Charaktere wie Mega Man X & Zero, Ulala (Space Channel 5), Cris Redfield & Jill Valentine (Resident Evil) oder KOS-MOS & T-elos (Xenosaga).
Zirka drei Jahre später ist nun die Fortsetzung in Form von Project X Zone 2 erschienen, welches erstmals auch 2 Charaktere von Nintendo, in Form von Chrom & Lucina (Fire Emblem) bietet.

Project X Zone 2
3DS
- Genre
- Rollenspiel
- Entwickler
- Bandai Namco
- Publisher
- Bandai Namco
- Konsole
- 3DS
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Auf zur Massen-Schlägerei!
Im neuesten Abenteuer werden dem Spieler 19 Paar-Einheiten geboten, die er auch selbst steuern kann. Darunter sind bekannte aus dem Vorgänger sowie auch einige neue Einheiten. Ebenso stehen 19 Solo-Einheiten zur Verfügung, die den Paar-Einheiten zugeordnet werden können. Dazu zählen etwa Ryo Hazuki (Shenmue), Axel Stone (Streets of Rage), Natsu (Soul Calibur V), Phoenix Wright & Maya Fey (Ace Attorney) sowie Captain Commando. Selbst kleine Helferlein wie bekannte Raumschiffe oder Protagonisten wie etwa Alex Kidd findet man wieder. Und wo Helden sind, muss es auch Bösewichte geben, ganz klar! Auch diese kommen aus den Universen von SEGA, CAPCOM und BANDAI-NAMCO. So stellen sie sich Euch in Form von etwa Nemesis T-Type (Resident Evil), Metal Face (Xenoblade Chronicles), M. Bison (Street Fighter), Sigma (Mega Man X) oder Dural (Virtua Fighter) in den Weg.
Jede der Hauptfiguren und Gegner besitzt natürlich auch seine eigene Stimme in Form von Sprachausgabe, die größtenteils den originalen aus den Spielserien entsprechen. Generell bietet das Spiel sehr viel Dialoge die zum teil auch lustig und sehr abstrus daherkommen. Diese finden eigentlich immer und überall statt – sei es zu Episodenbeginn, wenn ein wichtiger Gegner besiegt wurde, neue Gegner auf dem Spielfeld erscheinen oder nach Erfüllen einer Episode. Episoden gibt es mehr als 30, die auch teils kuriose und witzige Namen wie etwa „ Du musst auf einem Sega Saturn spielen“ tragen. Die Dialog können mitunter schon recht langwierig ausfallen, da ist es von Vorteil, dass diese auch übersprungen werden können.
Die Story bzw. das Spielgeschehen findet über unterschiedliche Kapitel statt, die auch in den unterschiedlichsten Umgebungen widerspiegeln. Einmal befindet man sich in den Weiten des World Wide Web, dann an einem Strand, in einem idyllischen Dorf oder in einem Canyon. Leider kommt die Story jedoch nie so richtig in Fahrt, sodass das Hauptaugenmerk des Spiels eindeutig die Kämpfe darstellen.
Taktische Raffinesse
Diese finden wie auch bei anderen Taktik-Rollenspielen auf einem Raster-Spielfeld statt. Zu Spielbeginn steht dem Spieler nur eine Kampfeinheit zur Verfügung, im Laufe des Abenteuers gesellen sich aber immer wieder neue hinzu. Jede Einheit verfügt über eine unterschiedlich große Rasterfläche, in der an sich je einem Zug positionieren kann. Einige haben eine geringe Bewegungsfreiheit, andere hingegen eine größere Reichweite. Das Raster kann mehr in die Breite oder mehr in die Länge verlaufen, hier ist also Taktik gefragt. Zu Episodenbeginn positionieren sich eure Gegner auf dem Spielfeld zu denen sich im Verlauf noch deutlich mehr hinzugesellen werden. Um die Episode abschließen zu können, bekommt man bestimmte Voraussetzungen die erfüllt werden müssen. Auf der einen Seite sind das immer die Gegner, die komplett beseitigt werden müssen, auf der anderen Seite können dazu Aufgaben in Form von „lass keinen Feind in Gebiet XY“ oder „Beschütze Objekt XY“.
Trifft man auf einen Gegner kann man diese mit Tastenkombinationen im Kampfbildschirm angreifen. Steht auf der Levelkarte eine weitere Paar-Einheit in Reichweite, kann man diese im Kampf zuhilfe rufen. In Verbindung mit der ebenfalls verfügbaren Solo-Einheit kann dies für viele Gegner die schnelle Beseitigung bedeuten. Besonders für extrem starke Bosse ist diese Taktik sinnvoll und auch meist notwendig, um schnell im Kampf die Oberhand zu gewinnen. Als große Hinterhand, steht jeder Einheit auch noch eine Art Spezial-Angriff zur Verfügung, der dem Gegner gehörig an Energie kostet. Doch um diesen ausführen zu können muss die XP-Anzeige volle 150% betragen. Diese kann man wiederum im Kampf selbst durch Angriffe auffüllen.
Gegnerische Spielzüge
Waren alle Spieleinheiten am Zug, sind die Gegner an der Reihe um sich zu positionieren. Treffen diese auf des Spielers Einheiten, kann diese aus vier Optionen wählen. Dies ist der Konter, um nach Angriff des Gegners zum Gegenschlag auszuholen - er kann den Angriff abblocken, komplett abblocken oder garnichts tun. Mit der normalen Abwehr blockt man den Angriff nur teilweise ab, erhält nicht so viel Schaden wie wenn man nichts tut, aber auch mehr als wenn man komplett den Angriff abwehrt. Jede Aktion ((bis auf das nichts tun) geht aber auch auf Kosten eures XP und FP- Kontos, welches je aus 150% besteht. So kostet eine normale Abwehr 30 FP, ein Konter 50 FP und die volle Abwehr 50 XP. Sind die jeweiligen Leisten leer oder nicht ausreichend gefüllt, können diese Manöver nicht mehr getätigt werden.
Jeder Angriff und jedes Manöver kann zwischen den Kapiteln aufgelevelt werden mit Punkten die man im Kampf erhält, ebenso können auch die Solo-Einheiten gegen erspielte TP aufgelevelt werden. Zudem besteht die Möglichkeit neue Angriffe im Kampfgeschehen freischalten, die dann auch freigekauft werden können.
Die Items, die man man im Kampfgeschehen dringend brauchen wird, findet man entweder im Spiel selbst oder aber kann sie im Shop käuflich erwerben. Dazu gehören zahlreiche Auffrischungs-, Heil- und Lebenstränke sowie andere Verbesserungen. Einkaufen kann man nach belieben wie es die eigene Geldbörse mitmacht. Je Kapitel steht dem Spieler aber nur eine bestimmte Menge davon zur Verfügung was die Frage aufkommen lässt warum diese dann nicht auch im Einkauf begrenzt wird. Aber das ist nur eine Kleinigkeit und nicht Gameplayrelevant. Übrigens kann ein Kapitel schon mal eine Stunde andauern, es gibt aber auch, besonders am Anfang, auch deutlich kürzere Schlachten.
Grafik, Sound und Steuerung
Grafisch ist das Spiel durchaus schick, ganz besonders durch seine Animationen die bei den Spezial-Manövern gezeigt werden oder das eigentliche Kampfgeschehen. Das kann man von der „Oberwelt“ jedoch nur bedingt behaupten, denn diese wirkt schon etwas angestaubt und nicht mehr wirklich Zeitgemäß. Der 3D-Effekt ist durchaus nett, allerdings wäre hier auch deutlich mehr möglich gewesen.
Soundtechnisch und musikalisch kann der Titel aber voll überzeugen, sowohl mit der Sprachausgabe der Akteure als auch der Soundeffekte und Musikstücke. Selten konnte man so schöne Kompositionen von bekannten Musikstücken erleben wie in Project X Zone 2. Es ist einfach nur toll solch schönen Musikstücke wie etwa das aus Street Fighter, Mega Man X oder Shenmue zu erleben. Hier muss man den Entwicklern wirklich ein Lob aussprechen. Die besagte Sprachausgabe ist aber ausschließlich in japanisch gehalten. Dank der deutschen Untertitel ist dies aber für jedermann zu verstehen.
Die Steuerung ist ziemlich eingängig und simpel. Mit dem Schiebepad wird der Protagonist gesteuert, mit „A“ aktiviert oder bestätigt man oder führt im Kampf einen normalen Angriff aus. Mit dem Steuerkreuz bewegt man die Kamera in der „Oberwelt“, im Kampfgeschehen liegen auf diesem unterschiedliche Attacken. Mit Y startet man seine Spezial-Attacke, mit „R“ ruft man seine Solo-Einheit herbei, mit „L“ die angrenzende Paar-Einheit.
Fazit
Project X Zone 2 ist eine sehr gelungene Fortsetzung des Erstlings, welches durchweg Spaß macht und begeistert. Es bietet einen enormen Umfang (mind. 20 Stunden) und besticht mit einer tollen Soundkulisse - einzig grafisch wäre mehr drin gewesen. Klare Kaufempfehlung von uns, auch für nicht Rollenspiel-Fans.
- großer Umfang
- viele Charaktere
- tolle Soundkulisse
- grafisch wäre mehr drin gewesen
- Sprachausgabe nur japanisch
- könnte abwechslungsreicher sein
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


