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Code Name: S.T.E.A.M.

Code Name: S.T.E.A.M.

David

Recycling ist zwar nicht nur im Videospielbereich mittlerweile Gang und Gäbe dennoch scheint es gerade hier der Kreativität öfter den Gar aus zu machen. Zumindest war es längere Zeit so bis die sogenannte Indie-Szene durch neue Vertriebswege einen festen Platz in der Videospielkultur gefunden haben. Dadurch kam nicht nur wieder mehr Vielfalt in die Spielelandschaft auch größere Studios wurde wieder darauf aufmerksam, dass Abwechslung und neue Spielansätze von den Spielern durchaus gewünscht sind. Niemand hat etwas gegen ein gutes neues Mario Spiel, oder ein Assassin`s Creed mit tollem Setting. Aber dennoch dürstet es viele Spieler eben auch nach Erfahrungen abseits der breit ausgetretenen bekannten Pfade.
Mit Splatoon für die Wii U und Code Name: S.T.E.A.M. für den 3DS, will Nintendo zeigen, dass es den Ruf nach mehr Vielfalt und Abwechslung verstanden hat. Wir haben das Action-Strategiespiel für Nintendos Handheld unter die Lupe genommen um zu sehen, ob die Rechnung aufgeht.

Code Name: S.T.E.A.M.

3DS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 12

Die glorreichen Tage des Dampfes

Das Spiel beginnt damit, dass sich eine Person an einen Tisch setzt und ein Comicbuch aufschlägt. In dieses werdet ihr als Spieler quasi reingezogen.
Die folgenden Ereignisse werden im Cellshading Comiclook dargestellt. Angesiedelt ist das Szenario in einer interessante Mischung aus realen und fiktiven Elementen. Ihr befindet euch im London des 19. Jahrhunderts. Es ist das Zeitalter des Dampfantriebs, also Steams.
Wobei die Anwendungsbereiche weit über das hinaus gehen, was damals wirklich damit realisiert werden konnte. Riesige dampfbetriebene Luftschiffe durchkreuzen den Himmel, die Straßen sind gefüllt mit Autos und Motorrädern welche sich der Kraft des Dampfes bedienen. Selbst Funk und Radiotechnologie steht den Bewohnern zur Verfügung.
Bedingt durch das erhöhte Verkehrsaufkommen wurde eine dampfbetriebene Brücke errichtet welche die Themse überbrückt. Gerade als diese neue moderne Brücke eingeweiht werden soll passiert das undenkbare. Die Stadt wird von Außerirdischen attackiert.
Ihr schlüpft zunächst in die Rolle von Henry Fleming, einer Art Soldat, der gerade auf dem Weg zur Eröffnungszeremonie der Brücke war. Nachdem euer Held aus einer kurzzeitigen Bewusstlosigkeit wieder erwacht, ist der Himmel erfüllt von brennenden und abstürzenden Luftschiffen und auch auf dem Boden herrscht totales Chaos und Verwüstung. Ihr empfangt noch einige kurze Funksprüche von eurem Team die abrupt damit enden, dass eure Leute von Monstern überrannt werden. Zunächst auf euch alleine gestellt versucht ihr euch mit anderen Überlebenden zusammenzuschließen und euch der Bedrohung entgegenzustellen.
Im weiteren Ablauf wird Henry Teil von S.T.E.A.M dem Strike Team Eliminating the Alien Menace. Oder in der kuriosen deutschen Auslegung Sicherheitstrupp zur Eliminierung Außerirdischen Missfriedens.
Eure Aufgabe ist es im Spielverlauf mit einem bis zu vier Mann/Frau starken Team der extraterrestrischen Bedrohung entgegenzutreten. Dies geschieht klassisch rundenbasierend. Die Aktionen eurer Charaktere verbrauchen dabei immer Dampf. Ob nun Bewegung, Angriff oder Heilung, es gilt diese sinnvoll einzusetzen. Spart ihr euch zum Beispiel genug Steam-Points für einen Angriff auf, so kann euer Charakter einen Konterangriff im gegnerischen Zug durchführen.
Dieser sogenannte Overwatch-Modus kann sehr gut taktisch eingesetzt werden um Gegner in einen Hinterhalt zu locken. Aber Vorsicht! Auch dem Gegner ist diese Finte nicht unbekannt.
Um euren Widersachern den größtmöglichen Schaden zuzufügen müssen deren Schwachstellen attackiert werden. Diese sind optisch auf den Monstern hervorgehoben. Wir ihre sicherlich schon vermutet habt werden diese Schwachstellen natürlich nicht gerade direkt von vorne erreichbar sein. Hier gilt es sein Team immer taktisch sinnvoll auf der Karte aufzustellen.
Solltet ihr unzufrieden mit einem Zug sein, so erhält man die verbrauchten Dampfpunkte gutgeschrieben, wenn man den gleichen Weg wieder zurückgeht. Dies gilt nur für Bewegungen und nur wenn kein Angriff o.ä. ausgeführt wurde.
Auf der Karte finden sich immer wieder Infotafeln die euch mit Tipps helfen und den Dampf des Charakters wieder auffüllen.
Auch Speicherpunkte finden sich auf dem Schlachtfeld wieder, die jedoch nur einmal genutzt werden können. Ihr Einsatz ist also mit Bedacht zu wählen. Neben dem einfachen Speichern kann man hier auch noch zusätzlich den Charakter der am Speicherpunkt steht, oder aber alle komplett heilen und auffüllen lassen. Dies hat allerdings seinen Preis.
Eine Karte steht euch übrigens nicht zur Verfügung. Ihr seht nur das, was auch euer Team sieht.
Sind all eure Aktionsmöglichkeiten ausgeschöpft, müsst ihr euren Zug beenden und der Gegner darf seine Aktionen ausführen. Diese kann man nur dann sehen, wenn sich die entsprechende Kreatur in Sichtfeld eurer Helden befindet. Ansonsten bleiben euch die Züge verborgen. Dennoch lässt sich anhand der benötigten Zeit, die mit Hilfe eines Balkens angezeigt wird, abschätzen wie viele Gegner sich noch auf dem Schlachtfeld befinden. An dieser Stelle hat sich Nintendo die Kritik vieler Spieler der Demo zu Herzen genommen und eine Option eingefügt den gegnerischen Zug zu beschleunigen. In der Testversion musste man hier stellenweise ziemlich lange warten, was alles andere als angenehm war.

Dampf machen im Team

Um einer Alieninvasion trotzen zu können muss man zu aller erst natürlich ein schlagkräftiges Team haben. Dieses sammelt sich nach und nach um Henry und vervollständigt so das Repertoire eurer illustren Truppe.
Ausgangspunkt eurer Missionen ist die Lady Liberty, ein riesiges Dampfschiff, welche unter dem Kommando von niemand geringerem als Präsident Lincoln steht.
Neben der Missionsauswahl und Statistiken könnt ihr hier auch die Biographien der bereits getroffenen Charaktere und Feinde einsehen.

Während Henry eher der normale Soldatentyp ist, sind John und der Löwe eher fürs grobe zuständig. Später stoßen dann noch Heiler und Spezialisten dazu.
Jeder dieser Helden hat dabei eine fixe Primärwaffe. Die Wahl der Sekundärwaffe liegt allerdings bei euch. Jedoch kann jede dieser Zweitwaffen nur jeweils von einem Teammitglied getragen werden.
Das Arsenal ist hierbei breit gefächert. Vom Heil-Colt, über die gute alte Schrotflinte bis hin zum Minenwerfer ist alles vertreten. Achtet auf eine ausgewogene Mischung um auf alle Situationen vorbereitet zu sein.
Um neue Sekundärwaffen für eure Helden freizuschalten, müsst ihr auch im Zeitalter des Dampfantriebs mit barer Münze zahlen. Sammelt genug davon ein und eine weitere Waffe wird nutzbar. Desweiteren finden sich auf jedem Schlachtfeld drei Zahnräder, welche teilweise gut versteckt sind. Mit ihnen lassen sich weitere Boiler und Tonister für euer Team freischalten. Diese haben ein größeres Fassungsvermögen und ermöglichen euch somit mehr Aktionen innerhalb einer Runde.
Neben dem Einsatz ihrer Waffen stehen den Helden noch weitere Fähigkeiten zur Verfügung. So können manchen Kisten zerstören andere hingegen können dafür eine Ebene nach oben springen.
Jeder von ihnen verfügt außerdem noch über eine Spezialaktion die nur ein mal pro Mission eingesetzt werden kann. Diese gehen von mächtigen Granatangriffen über großflächige Heilung bis hin zu gigantischen Nahkampfflächenangriffen.
Diese speziellen Aktionen sollten mit Bedacht eingesetzt werden.

Wem das noch nicht genug Möglichkeiten sind, der kann amiboo von Fire-Emblem nutzen um Charaktere aus diesem Universum in Code Name S.T.E.A.M mit ihren eigenen Fähigkeiten zu nutzen.

Anderen mal so richtig Dampf machen

Neben der Kampagne bietet der Titel außerdem die Option sich mit anderen Spielern zu messen. Hierzu kann man entweder lokal oder online gegen andere Spieler antreten.
Die Charaktere und die Ausrüstung die euch hierzu zur Verfügung stehen entsprechen dem von euch gewählten Spielstand aus der Kampagne.
Nachdem ihr euer Wunschteam samt Ausrüstung zusammengestellt habt, könnt ihr euch auch schon ins Getümmel stürzen. Entweder spielt man einfach in einem freien Spiel oder man nimmt an einem Turnier teil. Letztere können entweder von euch neu erstellt werden oder aber ihr tretet einem bestehenden Wettkampf bei.
Als Spielmodi stehen euch das klassische Deathmatch, eine Medaillenjagd und das A.B.E.-Duell zur Verfügung. Bei letzterem steuert man einen gigantischen Kampfroboter im Look des Präsidenten.

Dampftechnik

Wie der Name schon vermuten lässt ist der Titel eindeutig dem Steampunk zuzuordnen. Optisch wird die Geschichte im Stil eines Comichefts erzählt. Dies ist zwar sehr statisch, verleiht dem Ganzen aber auch einen gewissen Flair. Kleiner Animationssequenzen zwischendurch lockern das Ganze etwas auf.
Optisch liefert der Titel zwar keine Meisterleistung ab, aber kann dennoch durch witzige Detail und absolut flüssigen Ablauf überzeugen. Lediglich bei der Visualisierung der Gegner hätte man doch etwas kreativer und abwechslungsreicher sein können.
Das absolute optische Highlight hingegen ist der 3D-Effekt. Kaum ein Spiel für den 3DS profitierte dermaßen vom räumlichen Tiefeneffekt.
Das Spielgeschehen selbst wird in einer isometrischen Ansicht dargestellt welche ideal für den Einsatz des 3D Effekts ist. Durch die frei schwenkbare Kamera erhaltet ihr den nötigen Überblick über das Geschehen. Besitzer eines Schiebepad-Pro oder eines New Nintendo 3DS/XL können die Kamera bequem mit dem zweiten Pad ausrichten. Müsst ihr ohne auskommen so justiert man die Kamera zum einen mit der Y,X, B und A-Taste. Außerdem ist eine Feinabstimmung mit einem virtuellen Pad auf dem Touchscreen möglich.
In beiden Fällen geht die Steuerung gut von der Hand, auch wenn die Steuerung mit einem zusätzlichen Pad sehr viel angenehmer ist.
Akustisch weiß der Titel wirklich zu überzeugen. Die Soundkulisse ist gelungen und die englische Sprachausgabe verleiht dem Titel das gewisse Extra. Wer dem Englischen nicht mächtig ist braucht sich nicht zu sorgen, das Spiel verfügt über deutschsprachige Textboxen. Und im Gegensatz zu anderen Titeln kann sich die Übersetzung meist sehen lassen.

8.0Wertung

Fazit

Bei Code Name: S.T.E.A.M. handelt es sich um ein durchweg gelungenes rundenbasierendes Taktikspiel. Durch die große Auswahl an Helden und Waffen so wie das gelungene Leveldesign bietet der Titel Fans des Genres meist eine gute Herausforderung. Leider bringt der stellenweise willkürlichen Respawn von Gegnern die eigene Taktik total durcheinander. Das Spiel wirkt optisch und akustisch wie aus einem Guss und erlaubt sich technisch keine groben Schnitzer. Neben einer großen Kampagne bietet das Spiel auch einen Mehrspielermodi für Geplänkel zwischendurch. Auch wenn die Comic-Mischung aus englischen und amerikanischen Charakteren und Humor nicht jedermanns Sache sind, so lohnt sich ein Blick auf das Strategiespiel auf jeden Fall. Fans selbiger sollten auf jeden Fall zugreifen.

Design
8.0
Sound
9.0
Online Multiplayer
7.0
  • tolle Steampunk-Welt
  • durchdachtes Gameplay
  • abwechslungsreich
  • viele Charaktere und Waffen
  • toller 3D Effekt und Sprachausgabe
  • zufällige Gegnerrespawn
  • Aliens wenig abwechslungsreich
  • und leider auch weniger intelligent

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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