Zum Inhalt springen
3D Sonic the Hedgehog

3D Sonic the Hedgehog

Benjamin A.

3D Sonic the Hedgehog

3ES

Entwickler
M2
Publisher
Sega
Konsole
3ES
Spieler
1 lokal

Keine SEGA-Sammlung wäre komplett ohne den Erstauftritt des Maskottchens, welches den Ausgleich im Konsolenkrieg mit Nintendo brachte: Sonic the Hedgehog! Neben diverser Sonic- und Sega-Spielesammlungen war der Titel auch zur Gänze in den Konsolenversionen von Sonic Generations spielbar.

Auch unter den Sega 3D Classics darf eine erneute Umsetzung nicht fehlen. Doch wirkt der 3D-Effekt überhaupt in dem 16-Bit 2D-Jump’n’Run? Und rechtfertigen die Extras einen Neukauf?

Der schnellste Igel der Welt

Vor über 20 Jahren, als Sega noch ein eigener Konsolenhersteller war, konnten sie sich zwar mit Arcade-Umsetzungen rühmen, doch am Konsolenmarkt hatte Nintendo die Nase vorn. Sie hatten mit Super Mario ein Maskottchen erschaffen, welches mehr Spieler anlocken konnte als Segas Lizenztitel mit waschechten Star-Sportlern auf der Verpackung. Auch der bisherige Jump’n’Run-Star Alex Kidd konnte nicht annähernd so viel Umsatz generieren. Um die neue Konsole zu bewerben musste ein neues Maskottchen her.

So wurde Sonic the Hedgehog geboren. Doch der blaue Igel war kein billiger Mario-Klon: Im Gegensatz zum braven Klempner ist der Nager frech und rasend schnell, was sich auch im Gameplay wiederspiegelt…

Der ursprüngliche Sonic-Plattformer

Die Sonic-Spiele wurden immer rasanter, wodurch man bspw. in Sonic Generations als guter Spieler durchgängig den Turbo-Boost nützen kann und durch geschickte Ausweichmanöver stets die besten Wegabzweigungen erwischt. Doch dieses Prinzip greift erst seit kurzem, vor Sonic Rush - insbesondere im Original - gestalteten sich die Jump’n’Runs noch etwas weniger hektisch, auch wenn der Fokus wesentlich mehr auf Geschwindigkeit liegt als bei dem ehemaligen Konkurrenten Super Mario.

Grundsätzlich läuft der blaue Igel ebenfalls von A nach B durch die Level. Einen Rennknopf gibt es nicht: Geschwindigkeit wird durch längeres Laufen erreicht. Umso schneller der Igel ist, umso eher kann er Wänden oder Loopings entlang laufen und höher springen. In der Regel finden sich auf höheren Wegen auch mehr Ringe, weniger gemeine Gegner oder Power-Ups wie Extra-Leben, Schilde oder temporäre Boni wie Unverwundbarkeit und der Turboschuh.

Doch gerade im Original setzt Sonic noch weniger auf schnelle Passagen und setzt mit Vorliebe auch auf bedachte Sequenzen, in denen man seine Sprünge auch langsam timen muss oder Schalter mit verschiebbaren Kisten aktiviert. Diese Elemente funktionieren leider nicht ganz so gut wie beim roten Klempner, aber man muss bedenken, dass Sega mit diesem Titel erst mal den Anklang testen musste und die Stärken des blauen Igels erst in Sonic the Hedgehog 2 ausnutzen konnte.

Ein Ring für‘s Leben

Sonics Energieanzeige besteht aus den Ringen, die er einsammelt. Wird er getroffen, verliert er alle Ringe, wovon maximal 20 für kurze Zeit nach dem Treffer wieder eingesammelt werden können. Solange er noch einen Ring hat, überlebt er jeden noch so schweren Treffer (außer er wird zerquetscht oder fällt in die Schlucht), ohne Ringe verliert er allerdings ein Leben. Diese können durch 100 Ringe oder das zerstören von 1-Up Bildschirmen dazu gewonnen werden.

Um lästige Gegner loszuwerden hatte der Nager im Original zwei Möglichkeiten: Springt er, so rollt er sich zur Kugel ein und kann die meisten Gegner verletzen, aber er kann während des Rennens auch durch Ducken zur Kugel werden und so im Vorbeilaufen Badniks aus dem Weg räumen. Optional kann man im Optionsmenü von 3D Sonic the Hedgehog auch den Spin Dash aktivieren, der erst in späteren Versionen hinzukam. Hiermit kann er eine Rollattacke aufladen um dann als Kugel in die entsprechende Richtung zu rasen, da das Level-Design aber nicht auf dieses Feature ausgelegt wurde, wird das Extra nicht allzu oft zum Einsatz kommen.

Spielumfang

Während Super Mario meist viele Level mit Abkürzungen bietet, um bei einem erneuten durchspielen Zeit zu sparen, so macht Sonic genau das Gegenteil: Insgesamt bietet der Titel 6 Zonen mit 3 Akten und einem separaten, finalen Bosskampf - was insgesamt zu 19 Levels führt (zum Vergleich: Mario bietet schon im Original 8 mal 4 Levels).Da das Abenteuer aber nur eine Stunde lang ist (sofern man nicht vor dem „Game Over“ steht) gibt es eine weitere Spielmechanik, die den Wiederspielwert erhöht. Der böse Dr. Robotnik (im Original auch hier schon als Dr. Eggman bekannt) hat nämlich neben den netten Tierchen auch die Chaos Emeralds geklaut.

Um das ECHTE Ende zu sehen. Dieses fällt im Original leider nicht ganz so spannend wie sonst aus, aber bietet dennoch einen Anreiz, die Level in allen Facetten zu erkunden. Um einen solchen Emerald zu bekommen, muss man in einem Akt genug Ringe sammeln und dann in den Bonuslevelring am Ende springen zu können. Doch damit ist es noch nicht getan! In einer Art Kugellabyrinth – welches sich gänzlich anders steuert - muss man nun nämlich vermeiden, das Ziel zu treffen, bevor man den begehrten Kristall ergattert hat. In diesen Levels kann man auch Continues sammeln, um nach dem Verlust aller Leben erneut zu starten.

3DS-Version: Cheats und Gameplay-Änderungen

Wie in allen 3D-Ports von M2 startet das Spiel zuerst in einer Startanimation mit einem 3D-Screenshot mit dem Cover des Originals. Neben dem Emulationsstart kann man hier eine spezielle Cheat-Einstellung wählen, die nur hier aufrufbar ist. In diesem Fall handelt es sich um „Spezial“, welches bei Spielstart automatisch den Level-Select-Cheat aktiviert. Alle anderen Einstellungen sind während des Spiels einsehbar.

Die letzte, Sonic-spezifische Option ist der bereits erwähnte Spindash. Diesen kann man zwar auch während dem Spiel aktivieren, aber um die Änderung aktiv werden zu lassen muss man das Spiel neu starten. Des Weiteren kann man zwischen der Japanischen Option wählen. Die erste hat weniger Bugs und erlaubt Spielern nach 50000 Punkten ein Extraleben. Man kann aber auch die Internationale Version wählen, wenn man an jene eher gewohnt ist. Beide sind komplett in Englisch. Die langsame 50Hz-Version ist nicht enthalten, was Kenner des PAL-Originals anfangs zwar irritieren dürfte, aber bei den anderen Varianten handelt es sich ohne Frage um die besseren Versionen. In Europa könnte genau dieser Fakt auch ein weiterer Kaufanreiz sein...

Grafische und akkustische Neuerungen

Neben der frei konfigurierbaren Tastenbelegung der Mega Drive-Knöpfe kann man auch die Art des 3D-Effektes wählen: Entweder poppt das Geschehen aus dem Bildschirm raus - was etwas auffälliger aber auch anstrengend ist – oder man wählt den dezenteren 3D-Effekt „nach innen“. In beiden Fällen wurde der stereoskopische Effekt allerdings nur sehr dezent eingesetzt: Sonic hebt sich zwar vom Parallax-Hintergrund ab, aber abseits der Green Hill Zone bringt dies nur eine leichte Abstufung, da das hauptsächliche Spielgeschehen im Mittelgrund stattfindet, welches auf derselben Ebene liegt.

Als Gag kann man zudem die klassische Darstellung wählen, welche den 3D-Effekt verwendet, um einen gebogenen Röhrenfernseher mit verwaschener Darstellung zu simulieren. In der Regel wird man hier aber bei der „normalen“ Option bleiben, welche jedes Pixel gestochen scharf und schön sauber darstellt. Bei der Lautstärke kann man noch zwischen dem Mega Drive-Sound und der Basslastigeren Einstellung des Mega Drive 2 wählen.

7.5Wertung

Fazit

Der erste Auftritt von Sonic ist ein solider Start, orientiert sich aber noch zu sehr an seinem Klempnerkollegen. Die Stärken des rasanten Gameplays entfalten sich erst in den späteren Episoden und mit nur einer Stunde Spielzeit ist der Titel auch äußerst kurz, bietet durch die Chaos-Emeralds aber einen Grund fürs Erneute Durchspielen. Der 3D-Effekt trägt nicht viel zu einem neuen Spielgefühl bei, dafür erlauben die Feineinstellungen aber jede Menge Freiheiten in der Art der Emulation, wodurch man selbst entscheiden kann, wie stark der Port verjüngt wird bzw. ob man lieber das Original mit all seinen Fehlern haben möchte.

Design
8.0
Sound
8.5
  • Erstauftritt des blauen Igels
  • hoher Wiederspielwert
  • viele Einstellungsmöglichkeiten
  • Grafik schön aufpoliert
  • kurz
  • noch nicht so rasant wie später
  • 3D-Effekt birgt kein neues Spielerlebnis

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!