
Pokémon X
Nach Pokémon Mystery Dungeon: Portale der Unendlichkeit sind nun die neuesten Ableger „X“ sowie „Y“ erschienen, welche auf die Erfolgsserie der kleinen Wesen aufbauen wollen. Seit nun mehr 18 Jahren treiben die Pokémon auf Nintendo-Konsolen ihr Unwesen und begeistern sowohl junge als auch jung gebliebene Spieler.

Pokémon X
3DS
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Pokémon
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- 3DS
- Spieler
- 1–4 lokal
Ob auch das von uns getestete Pokémon X zu begeistern weiß, werden wir euch anhand unseres Tests näher bringen.
Auf zur fröhlichen Jagd
In Pokémon X geht es einmal wieder darum, so viele Tiere wie möglich, sowie alle Arenaorden zu sammeln. Davon gibt es insgesamt 8 Stück, die in den unterschiedlichsten Städten sowie Gebieten darauf warten, von euch gewonnen zu werden. Dazu müsst ihr aber den jeweiligen Arenaleiter besiegen, die größtenteils sehr einfach zu besiegen sind. Um zu diesen zu gelangen, gilt es vorher noch kleinere Rätsel zu lösen und andere Pokémon-Trainer zu bekämpfen, um zum Arenaleiter vordringen zu können.
Insgesamt bietet das Spiel 31 Gebiete plus die 22 Routen, die diese Gebiete miteinander verbinden. Das wichtigste Spielelement ist natürlich wieder das Sammeln von den unterschiedlichsten Taschenmonster und die damit verbundenen Kämpfe. Diese finden willkürlich statt, d.h. man sieht diese nicht auf der „Oberwelt“ sondern erst im Kampfbildschirm, gegen wen man antritt. Im Kampf selbst hat man die Wahl zwischen 4 unterschiedlichen Attacken pro Pokémon, die man anwenden kann. Allerdings hat nicht jedes Tierchen von Beginn an 4 Aktionen auf Lager – hier muss man erst welche erlernen, was mittels Rangerhöhung oder zufällig geschieht.
Dabei spielen natürlich die Eigenschaften der Tierchen auch eine wichtige Rolle über wessen Aktionen dieses verfügt. So gibt es Feuer-Pokémon die über Feuerattacken verfügen, Wasser-Pokémon über Wasserattacken sowie Fels-, Eis-, oder etwa Elektrizitäts-Pokémon, die allesamt über ihre individuellen Fähigkeiten verfügen. Es gibt sowohl aktive als auch passive Attacken, um den Gegner entweder zu Schwächen, Kampfunfähig zu machen oder mit einem Schlag zum Fallen zu bringen. Besiegt man seinen Gegner, bekommt man dafür Erfahrungspunkte (EP), die das Taschenmonster nach und nach im Rang anheben werden. Hat euer Tier einen bestimmten Rang erreicht, entwickelt es sich weiter zu einer höheren Form. Aus Pichu wird demnach Pikachu, dem darauf Raichu folgt.
Will man ein Pokémon fangen, muss man den sogenannten Pokéball verwenden und den Gegner vorher möglichst stark geschwächt haben. Hat man dies nicht oder ist der Gegner generell zu stark, gelingt das Fangen in solch einem Ball nicht oder nur sehr selten. Dafür bieten aber die unterschiedlichsten Variationen von Pokébällen die Lösung. Für dunkle Orte oder Nachtkämpfe gibt es separate Pokébälle, ebenso für Wasser-Pokémon oder ähnlichen. Mit Hyperbällen erhöht man seinen Chancen enorm und mit einem Meisterball fängt man garantiert jeden Widersacher.
Insgesamt gesehen muss man aber sagen, das die Kämpfe viel zu einfach ausgefallen sind. Unsere Haupt-Pokémon waren ein Anfangs „Flämmli“, welches zu einem „Logok“ mutierte, sowie ein „Froxy“. Hier sehen wir das Problem darin, das es selten mal ein Kampf gab, in dem wir ein anderes Pokémon zum Sieg brauchten als diese 2. Fast jeder Gegner konnte mit einem der beiden Kämpfer besiegt werden, zum großen Teil sogar mit einer einzigen Attacke. Dies erscheint uns nicht gerade ausgewogen zu sein, denn so braucht man nicht wirklich taktisch in den Kämpfen vorgehen.
Nimmt man dazu noch die Megaentwicklung, werden die Kämpfe, sogar die Boss-Kämpfe gegen die Arenaleiter ein wahres Kinderspiel. Leider ist diese besagte, neue Entwicklung alles andere als „Mega“. Diese kann man lediglich bei ausgewählten Pokémon benutzen, was auch nur mit einem bestimmten Extrastein funktioniert. Außer einem leicht offensiv und defensiv stärkeren Pokémon weist diese Erweiterung nur minimal leichte Änderung an dessen optischen Erscheinungsbild auf. Auch funktioniert diese vierte „Entwicklungsstufe“ nicht permanent sondern hält immer nur für einen Kampf an. Die Megaentwicklung kann zwar jederzeit in einem Kampf eingesetzt werden, allerdings wäre es hier besser gewesen, dies zu einer echten und dauerhaften Entwicklungsstufe zu machen.
Die neuen Editionen bieten, wie auch schon ihre Vorgänger, wieder neue Pokémon. Hier muss man aber sagen, dass nicht alle besonders gelungen sind. Negativ fielen uns Tiere auf, die wie ein Herz, ein Schlüsselbund, Schwerter oder aber eine Bienenwabe aussahen. Dies wirkt auf uns etwas absurd und grenzt schon an Albernheit. Neu dazugekommen ist auch der Typ „Fee“, welcher sich sehr wirksam gegen Drachen-Pokémon erweist.

Im Abenteuer selbst könnt ihr euch mit allerlei Items sowie Gegenständen ausrüsten, um in Kämpfen länger zu bestehen oder aber eure Tierchen mit speziellen Fähigkeiten ausstatten. Diese findet man entweder bei den Verkäufern in den Pokémon-Centern oder in versteckten Pokeballen, die im gesamten Spiel verborgen liegen. Tränke helfen euren Begleitern etwa bei Heilung, Müdigkeit oder paralysiertem Zustand – andere Items helfen dabei, auf der „Oberwelt“ schwere Steine zu verschieben, zerstören oder dank diesen auf der Wasseroberfläche zu surfen.
Mit einem Flug-Pokémon hat man außerdem nach Erlernen die Möglichkeit, von einem Pokémon-Center zum anderen zu fliegen, was den Laufweg deutlich verkürzt. In jeder einzelnen Stadt gibt es die angesprochenen Pokémon-Center, in denen man neben diverser Items auch seine Taschenmonster heilen lassen, oder aber diese über einen PC tauschen kann. Ebenso hat man dort sowie in diversen Geschäften die Möglichkeit, Kleider zu erwerben und damit sein Aussehen zu ändern.
Leider muss man kritisieren, dass es dem Spiel ein wenig an Abwechslung mangelt. Man läuft von einem zum anderen Ort um sich die Orden zu holen und muss immer wieder Kämpfe bestreiten, die mit der Zeit doch recht öde werden können. Auch hätte man dem Spiel etwas mehr Kreativität in Form von kniffligen Rätseln oder aber mehr Entscheidungsfreiheit spendieren dürfen. So hat man das Gefühl immer wieder das selbe zu machen und quält sich fast schon über die letzten Kampfstunden im Spiel.
Als positiv sei aber anzumerken, dass man jederzeit im Spielgeschehen die Möglichkeit zum Speichern hat, ausgenommen man befindet sich in einem Kampf.
Ein großes Ärgernis sind leider auch die Texteinblendungen. Diese kommen nämlich viel zu oft vor, ganz besonders störend waren diese im Kampfgeschehen. Wenn man in jeder Kampfrunde zu lesen bekommt, das sein eigenes Pokémon Attacke X und das des Gegners Attacke Y ausführt ist das doch eigentlich ausreichend. Hierbei hätte auch nur die des Gegners gereicht, denn schließlich wählt man seine eigene Attacke ja selber aus und weiß daher, welche daraufhin folgen wird.
Doch nicht genug, dazu kommen noch diverse Statusmeldungen wie „der Gegner ist durch Attacke X geschwächt“, „ein Sandsturm kommt auf“ oder wie viele zusätzliche KP man als Bonus erhält. Dazu kommen auch noch die ständigen Bekanntmachungen, wie etwa eine Rangerhöhung oder das ein Gegner eine neue Attacke erlernen kann. Dies kann insbesondere dann ziemlich nervig und belastend werden, wenn es bei mehreren Pokémon gleichzeitig der Fall ist. Es vergeht kaum mal ein Kampf ohne lästige Einblendungen, die den Spielfluss deutlich behindern.
Multiplayer und Online-Gaming
Will man nicht allein spielen, hat man die Möglichkeit, mit bis zu 3 Mitspielern ins Geschehen aufzubrechen. Dies gilt allerdings nur für Kämpfe, die entweder via Infrarot oder lokalem Modus ausgetragen werden können.
In Pokémon X ist es ebenso möglich, Kämpfe online zu bestreiten, indem man seinen Nintendo 3DS mit dem Internet verbindet. Hierbei wird zwischen Freunde, Bekannte und Passanten unterschieden, welche ihr auch zu einem spontanen Kampf herausfordern könnt. Ebenso ist es möglich gegen Freunde oder unbekannte Mitspieler Pokémon zu tauschen oder einen Wundertausch zu vollziehen, bei dem man vorher nicht weiß, welches Tier man für sein abgegebenes bekommt.
Auch ist es möglich an einem Spielchat teilzunehmen, in dem man während eines Kampfes oder Itemtauschs mit dem anderen Teilnehmer Gespräche führen kann.
Grafische Präsentation
Optisch bietet Pokémon X eine gelungene Abwechslung an Hintergründen und Umgebungen. Höhlen, Wälder, Städte oder verschneite Gebiete wissen zu gefallen. Blumen und Bäume auf Wiesen, bewachsene Felder oder die am Himmel vorbeiziehenden Wolken verleihen dem Spiel ein etwas lebendig wirkendes Wesen. Besonders aber Illumina City, das Zentrum des gesamten Gebietes, weiß mit ihrer Optik und Gestaltung zu gefallen. Doch auch im Kampf, bei dem das Geschehen vom „normalen“ Bildschirm auf den Kampfbildschirm wechselt, sind die Hintergründe abwechslungsreich und je nach Situation anders. Hierbei bekommt man zwar häufiger ähnliche oder gleiche Hintergründe zu sehen, dennoch ist es nicht so oft, das man sich mangels Abwechslung beschweren könnte.
Schön anzusehen sind auch einige Lichteffekte. Weniger hingegen der 3D-Effekt, der uns ein Rätsel aufgibt. Warum unterstützt das Spiel diesen im Kampfgeschehen, in Illumina City sowie einigen Höhlen und diversen Umgebungen. In anderen Städten oder Bereichen hingegen gibt es diesen schlichtweg nicht. Hier stellt sich die Frage, warum wurde dies nicht durchgängig im gesamten Spiel verwirklicht sondern nur teilweise?!
Rein technisch wäre dies ohne Zweifel möglich gewesen - warum man dies dennoch nicht gemacht hat kann wohl nur der Entwickler selbst aufklären. Auch schwankt die Qualität des vorhandenen 3D-Effektes stark. Auf der einen Seite gibt es Momente in denen dieser ziemlich gut aussieht und eine relativ starke Tiefenwirkung aufweist, in anderen Momenten wiederum ist dieser deutlich schwächer ausgefallen.
Auch weist das Spielgeschehen an einigen Stellen kleine Slowdowns auf, die zumeist aber nur in Kämpfen stärker auffallen. Insbesondere aber, wenn man den 3D-Effekt aktiviert hat.
Musikalische Untermalung
Diese ist ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Zugegeben, es gibt auch einige teils atmosphärische Klänge die gut zum Geschehen passen – allerdings gibt es auch sehr viele, die schon nach kurzer Zeit extrem anfangen zu nerven, sodass man den Ton schlichtweg auf Stumm schaltet. Dazu gehört die Melodie des Kampfgeschehens, ebenso die einiger Gebiete oder Standartmelodien die immer mal wieder vorkommen. Auch die Geräusche von den ständigen Texteinblendungen oder etwa den teilweise ziemlich „antik“ klingenden Ausrufen einiger Pokémon reihen sich darin ein.
Die Steuerung
Diese ist für ein Rollenspiel bzw. Spiel dieser Art sehr gut gelungen und lässt eigentlich nicht viel Wünsche offen. Einzig die Steuerung auf Rollerskates ist etwas schwammig und gewöhnungsbedürftig. Gesteuert wird euer Held mit dem Schiebepad, Texttafeln werden mit dem A-Button fortgesetzt und sämtliche, auszuführende Attacken können via Touchscreen ausgeführt werden. Ebenso verhält sich dies auch bei Items oder anderen Goodies, die aber auch mittels des A-Buttons ausgewählt werden können.
Fazit
Pokémon X ist an sich ein sehr gelungenes Spiel, dem es aber auch eindeutig an Abwechslung mangelt. Die willkürlichen Kämpfe sind in ihrem Vorkommen nicht gut ausbalanciert und finden teils viel zu oft hintereinander statt. Was Pokémon X aber deutlich nach unten zieht sind die teils arg nervenden Musikstücke, Soundeffekte und Geräusche sowie die extreme Textlastigkeit. Überzeugen konnte es aber mit der gelungenen Grafik sowie einem Umfang von 30-40 Stunden. Pokémaniacs werden sich wieder Händereibend ins neue Abenteuer stürzen – alle anderen, die bisher noch nichts mit den Tierchen zu tun hatten sollten vor einem Kauf aber lieber erst einmal Probespielen.
- gelungene Grafik
- großer Umfang
- viele Pokémon
- teils nervige Musik
- nervige Geräusche und Soundeffekte
- zu Textlastig
- wenig Abwechslung
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


