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Disney Micky Epic - Die Macht der 2

Disney Micky Epic - Die Macht der 2

Tommy

Disney Micky Epic - Die Macht der 2 ist nach einiger Verspätung nun auch für die Wii U erschienen. Allerdings ist dies nur in Deutschland so – in den USA und UK ist das Spiel schon seit einigen Monaten im Handel erhältlich. Wie sich die Portierung schlägt und ob es Neuerungen oder Verbesserungen gibt, erfahrt ihr in unserem Test zu Disney Micky Epic – Die Macht der 2.

Disney Micky Epic - Die Macht der 2

WII

Konsole
WIIWIIU
Spieler
1–2 lokal
Freigabe
USK ab 6

Alles auf Anfang

Kurz nachdem Micky Wasteland gerettet hat, bringen Erdbeben und seltsame Ereignisse ihn erneut dazu, Wasteland vor neuem Unheil zu bewahren. Wieder mit dabei ist sein Pinsel, mit dem er Objekte zu neuem Glanz verhilft, verschwundene oder marode Hausfassaden restauriert oder aber Feinde zum guten bekehrt. Mit Verdünner hingegen kann die Maus die Umgebung weiter zerstören oder Objekte verschwinden lassen. Dabei baut die Geschichte nahtlos auf den ersten Teil auf, der noch exklusiv für Nintendo Wii erschien. Leider haben es sich die Entwickler damit ziemlich einfach gemacht, denn eine Erklärung der Materie, was mit Farbe, Verdünner oder gar dem Pinsel passiert, wozu sie dienen, all davon erfährt man nichts. Damit gehen die Entwickler davon aus, dass man dies alles schon aus dem Vorgänger kennt. Hier wäre es sinnvoll gewesen, dies für Neueinsteiger noch einmal in einer kurzen Sequenz oder aber in einem kleinen Tutorial zu erläutern.

Micky begibt sich erneut auf die Suche, um herauszufinden, was in Wasteland schief läuft. Diesmal steht Oswald mit an seiner Seite, der ihm auf Schritt und Tritt folgt. Der Hase hilft dabei, entfernte Gegenstände herbei zu wirbeln, Maschinen in Gang zu bringen oder aber Terminals mit Strom zu versorgen. Der Kooperationsmodus ermöglicht es einem zweiten Spieler jederzeit ins Spielgeschehen einzusteigen. Spielt man allerdings allein, muss man sich mit der mehr oder weniger schlechten Intelligenz des computergesteuerten Oswald abfinden.
Das Zusammenspiel funktioniert nur selten gut, da dieser meistens irgendwo anders herumläuft oder mit dingen beschäftigt ist, die er nicht machen soll. Erst auf Kommando kommt er dazu und hilft ihm. Allerdings funktioniert das auch in den seltensten Fällen reibungslos, sodass man sich des Öfteren schwarz darüber ärgert. Ganz besonders in brenzligen Situationen oder bei Kämpfen macht sich dies stark bemerkbar - denn anstatt Micky im Kampf zu unterstützen läuft das Schlappohr ohne Motivation und Interesse umher und lässt sich sprichwörtlich „abschlachten“. Besonders in Bosskämpfen ist dieser selten zu gebrauchen, da er mehr stört, wie hilft. Die größte Neuerung neben dem Begleiter Oswald sind die Musical-Elemente, welche das Geschehen ab und an in Sequenzen erzählen.

Leider merkt man der Level-Gestaltung und dem Design an, das die Entwickler kein großes Risiko eingegangen sind und mehr auf bekanntes gesetzt haben. Zwar gibt es auch neue Orte, doch sehen viele dem Vorgänger sehr ähnlich. So begibt sich die Maus in Gebiete wie etwa einen Sumpf, eine Fabrik, ins Ventureland oder in den Untergrund. Hauptschauplatz ist die Mean Street, welche in 2 größere Abschnitte unterteilt ist, die mit einem Gang im Untergrund verbunden sind oder aber mithilfe eines Baloons erreicht werden können.
Im Abenteuer warten wieder etliche Missionen, die erfüllt werden wollen. So muss man zum Beispiel Bahnhöfe, die zerstört wurden zu neuem Glanz verhelfen, einen heruntergekommenen Freizeitpark auf Vordermann bringen oder merkwürdigen Ereignissen in Sumpfern auf den Grund gehen. Dabei geht es, wie auch schon im Vorgänger, zum größten Teil darum, Plattformen oder andere Gegenstände entweder verschwinden zu lassen oder einzufärben, um im Spiel voranzukommen. Es gibt jedoch auch kleinere Rätseleinlagen für die Protagonisten.
Die einzelnen Gebiete werden, wie schon im Vorgänger, durch 2D-Level verbunden, welche von den alten Micky Comics und Cartoons inspiriert und entweder in Farbe oder schwarz-weiß gehalten sind. Diese reichen von einer alten Farm, über ein sich im Bau befindliches Hochhaus bis hin zum Friedhof, welcher aus dem Cartoon „The Skelleton Dance“ entstammt. Diese sind teils arg kurz, fallen aber hin und wieder aber auch etwas großzügiger aus. Schade ist, dass wenn man den Weg zurück geht, diese Abschnitte nur zum Teil in umgekehrter Richtung ablaufen. Auch gibt es die Möglichkeit verschiedene Wege einzuschlagen, je nachdem wie ihr im Spiel agiert und entscheidet. Zwar ist die Level-Gestaltung insgesamt gesehen ganz gut geraten, doch in keinster Weiße mit der Genialität aus dem Vorgänger zu vergleichen.

In den einzelnen Gebieten gibt es Läden, in denen man allerhand Items und nützliche Gegenstände erwerben kann. Dafür braucht man allerdings Geld, welches man in diversen umher stehenden Gegenständen wie Fässer, Kisten, Absperrungen oder Truhen finden kann. Doch es gibt ein großes Manko bei einer gewissen Art von Items. Es gibt nämlich die sogenannten Skizzen, vier Stück an der Zahl, die Micky neue Fähigkeiten ermöglichen. Das sind unter anderem ein TV-Gerät, mit dem man Gegner ablenken kann oder die Stoppuhr um die Zeit zu verlangsamen. Das Problematische daran ist die Tatsache, dass nirgendwo erklärt wird oder steht, dass man beim Kauf der Skizzen solche Fähigkeiten erhält.
So waren wir beim ersten Endboss, bei dem es ohne besagte Stoppuhr, auch wegen der verhunzten Kamera, kein Weiterkommen gab. Nach ca. 40 Versuchen blieb nur noch eins übrig, den kompletten Spielstand von knapp 7 Stunden zu löschen und ganz von vorn anzufangen. Diese Tatsache ist äußerst ärgerlich und hätte anders gelöst werden müssen. So zum Beispiel hätte man bei gesagten Skizzen eine Beschreibung hinzufügen können, die dessen Möglichkeiten erläutern oder diese in einem separaten Ordner anbieten, damit der Spieler nicht denkt, dass neben all den Pins und Bildern diese Skizzen auch nur den Zweck einer Sammlung haben.

Sammeln ist auch das Stichwort für eine andere Sache, denn das muss man in Micky Epic 2 reichlich. Angefangen vom Geld um sich Items zu kaufen oder Aufgaben zu verteilen, über Schrott um beim Aufbau von Gebäuden, Tunneln sowie Abkürzungen zu helfen oder aber Stoffrollen, welche ihr beim örtlichen Kleiderfachgeschäft gegen Kostüme eintauschen könnt. Neben der Hauptstory, welche nach ca. 9-10 Stunden beendet ist, gibt es auch noch zahlreiche Nebenmissionen, bei deren erfolgreicher Beendigung ihr diverse Goodies erhaltet.
Leider hat man gar nicht die Möglichkeit alle Herausforderungen noch vor dem Abspann der Hauptstory anzugehen oder gar zu erfüllen. Das liegt zum einen daran, dass einige Situationen erst nach diesem Zustande kommen oder man vorher einfach nicht genug Geld oder Materialien hat, um diese in Angriff zu nehmen. Hier hätte man die Verteilung etwas ausgewogener halten müssen, denn nicht jeder Spieler wird den Zwang verspüren, nach Beendigung der Hauptstory noch einmal zirka die gleiche Zeit zu investieren, um alle Nebenmissionen zu erfüllen und alles sammeln, was es gibt. So erhält man zum Beispiel auch diverse Pins, die man beim Pin-Verkäufer eintauschen oder auch kaufen kann. Damit kann man wiederum andere Aufgaben erfüllen, wenn eine andere Person diese sucht. Dies ist aber nur eine Variante - so müssen Fotos geschossen, einen neuer Mitarbeiter für den Detektiv gefunden oder Geräte repariert werden, um in Level-Abschnitte zu gelangen, die man vorher nicht erreichen konnte.

Die dunkle Seite

Negativpunkte gibt es neben der bereits oben erwähnten Skizzen-Problematik in Micky Epic 2 leider sehr viele. So hört man zum Beispiel beim Vorbeilaufen das Geräusch eines erscheinenden Kobold, den man aber nicht sieht.. Dreht man sich danach wieder um ist er plötzlich da, ein anderes Mal ist er wieder nicht sichtbar. Der nächste Kritikpunkt ist das öffnen von Türen und Toren. Hier muss der Spieler ganze 3 Sekunden lang die A-Taste gedrückt halten, damit sich diese öffnen. Dieser Umstand nagt schon nach kurzer Zeit an den nerven des Spielers. Des Weiteren passiert es oft, das wenn sich Türen öffnen und wieder schließen, Micky oder Oswald noch davor stehen - danach aber trotzdem im nächsten Raum sind.

Der größte Kritikpunkt ist aber die Kamera, welche schon im Vorgänger nicht die beste war. Doch anstatt diesen Fehler auszubessern, hat man es geschafft, dies noch schlechter zu machen. Es gibt so gut wie keine Momente, in denen man nicht manuell nachjustieren muss. Sei es beim Laufen, Springen oder Kämpfen – die Kamera ist einfach desaströs. Wenn man nicht gewillt ist ständig nachzujustieren, wird dem ein oder anderen Spieler schnell die Lust vergehen, weiterzuspielen. Leider wirken auch die meisten 2D sowie 3D Abschnitte nicht besonders einfallsreich und kreativ, das was eigentlich den Vorgänger so ausmachte.

Komischerweise machen die Herausforderungen bzw. Nebenmissionen nach dem Abspann mehr Spaß als das ganze Spiel vorher. Das liegt zum einen auch daran, dass das Spiel recht zäh vor sich hin plätschert, nicht so recht in Fahrt kommen will und erst im letzten Drittel so richtig anzieht. Hier wäre ein besseres Zusammenspiel zwischen Haupt- und Nebenstory wünschenswert gewesen. Auch in den 2D-Abschnitten könnt ihr nur alle Items und Spezialgegenstände erreichen, wenn ein zweiter menschlicher Spieler in das Geschehen mit eingreift. Dies hätte man besser lösen können und müssen, in dem man etwa die Möglichkeit des Umschaltens zwischen Maus und Hase integriert hätte.

Bonus und Freispielbares

Zum Freispielen gibt es reichlich an Bonusgegenständen. Da wären zum einen die verschiedenen Outfits von Micky und Oswald. So kann sich Micky in 6 verschiedene Outfits wie etwa den Zauberlehrling, dass tapfere kleine Schneiderlein oder eines Feuerwehrmanns schlüpfen - Oswald stehen 5 Verkleidungen zur Wahl, wie etwa die eines Ritters, eines Kobolds oder aber ein Outfit aus dem Film Tron. Es gibt massig Pins zum sammeln und tauschen sowie 41 Bilder sowie Artworks freizukaufen und zu entdecken. Im Hauptmenü kann man sich außerdem noch alle 15 im Spiel vorhandenen Story-Sequenzen sowie einen schwarz-weiß Cartoon mit dem Namen „The Skelleton Dance“ anschauen.

Präsentation

Grafisch weiß der Titel nur bedingt zu gefallen und bietet das gleiche wie die anderen HD-Konsolen-Versionen. Es gibt einfach nicht die Abwechslung, wie sie noch im Vorgänger herrschte. Der Gesamteindruck mag zwar recht gut gefallen, doch im Detail gibt es Dinge, die man hätte besser machen können. Besonders in den 3D-Abschnitten gibt es viele Objekte mit ziemlich matschigen Texturen, die so teils stark verschwommen wirken. Einige Sequenzen wirken leider auch etwas pixelig, was doch etwas unschön aussieht.
Die 2D-Abschnitte machen bis auf wenige Ausnahmen aber einen positiven Eindruck und verbreiten einen sehr guten Charme der alten Cartoons. An die Einzigartigkeit und den Charme der mit Liebe gestalteten Level aus dem Vorgänger kommt Micky Epic 2 aber nicht heran.

Was gibt’s auf die Ohren?

Waren im Vorgänger, bis auf den Erzähler, noch alle Charaktere stumm, so bietet der Nachfolger in diesem Bereich komplette Vertonung. Die deutsche Sprachausgabe ist recht gelungen, an manchen Stellen wirkt sie aber auch etwas unpassend und nervig. Die original englische Synchronisation ist da noch etwas besser geraten. Leider ist bei der Lautstärkeanpassung einiges schief gelaufen. So sind die Stimmen in den Sequenzen ziemlich laut, die beim Spielgeschehen aber deutlich leiser, sodass man nie den richtigen Mittelwert an seinem TV findet, ohne das man fast taub wird, oder nichts mehr versteht. Doch auch im Spielgeschehen selbst sprechen einige sehr laut, andere wiederum so leise, dass man kaum etwas versteht.

Positiv aufgefallen ist der Soundtrack - die Entwickler haben es wieder geschafft, sehr schöne und atmosphärische Musikstücke zu kreieren, die mit den früheren Cartoons bestens harmonieren. Ganz so abwechslungsreich und stimmig wie im Vorgänger sind diese aber nicht. Musikal-Elemente lockern die Sequenzen ab und an etwas auf.

Wie funktioniert die Steuerung

Die Maus steuert man mit dem Gamepad, der zweite Spieler übernimmt mit Nunchuk und Wiimote das Spielgeschehen. Leider gibt es keine Möglichkeit, das Geschehen als Solospieler mit dieser Variante oder dem Pro Controller zu übernehmen. Wer meint es gäbe eine sinnvolle Einbindung des Wii U Gamepad, der irrt, denn bis auf eine starre Karte mit einigen Symbolen, die man anwählen kann, gibt es absolut nichts besonderes. Die Steuerung funktioniert an sich sehr gut - ist aber an einigen Stellen etwas zu hakelig und sensibel.

7.0Wertung

Fazit

Disney Micky Epic – Die Macht der 2 hätte ein durchaus gelungenes Abenteuer werden können. Doch die Entwickler haben es dank miserabler Kamera, mittelmäßiger Präsentation und einigen gravierenden negativen Punkten geschafft, ein eher mittelmäßiges Spiel daraus zu machen. Ideenlosigkeit in der Level-Gestaltung und Story ziehen das Spielgeschehen ebenso unnütz nach unten wie die schlechte K.I. Von Oswald. Schwierigkeitsgrad ist für ein kindgerechtes Spiel ab 6 Jahren aber auch recht hoch angesetzt. Sprachausgabe, Soundtrack und Musical-Elemente können ebenso Überzeugen wie die zahlreichen Bonis.
Am Ende sei noch die Frage in den Raum gestellt – wäre es nicht besser gewesen, das komplette Spiel in 2D zu halten? Denn zumindest diese Abschnitte verbreiten im Spiel den meisten Spaß und Flair der alten Micky Abenteuer.

Design
7.0
Sound
8.0
Online Multiplayer
7.5
  • gelungene Sprachausgabe
  • stimmiger Soundtrack
  • 2D-Level
  • Boni
  • miserable Kamera
  • Ideenlosigkeit
  • keine Pro-Controller & Wiimote-Unterstützung
  • K.I. Von Oswald

Vielen Dank an die Firma Disney Interactive Studios für die Bereitstellung des Testmusters.

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