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One Piece: Unlimited Cruise SP

One Piece: Unlimited Cruise SP

Benjamin A.

One Piece: Unlimited Cruise SP

3DS

Entwickler
Namco Bandai
Publisher
Namco Bandai
Konsole
3DS
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 12

Die Wii-Episoden Unlimited Cruise 1 & 2 waren – trotz ihrer Macken – bei One Piece-Fans sehr beliebt. Was wir von den Titeln damals hielten könnt ihr in unserem One Piece - Unlimited Cruise 1: Der Schatz unter den Wellen Review bzw. in unserem One Piece - Unlimited Cruise 2: Das Erwachen eines Helden Review ansehen. Da diese Titel aber mit der immer noch laufenden Manga-Reihe nicht mehr up to date sind, muss eine neue Episode her. In Japan entschied man deshalb, Episode 1 und 2 auf den 3DS zu portieren und auf einer Karte auszuliefern, dabei aber eine zusätzliche Einzelspielerkampagne mit zu liefern, in welcher man die wichtigsten Kämpfe der Schlacht am Marineford nachspielen kann.

Wieder nur die Hälfte…

Leider schaffte es das europäische Lokalisierungsteam nicht, alle Sprachen auf ein Spiel zu packen. Deshalb wurde Episode 2 – angeblich aus Platzgründen - einfach vom Datenträger genommen. Da es sich hierbei nicht mal um Sprachsamples, sondern lediglich um Text in Form von Untertiteln geht (die Sprachausgabe ist nur auf Japanisch verfügbar), stößt dies erst mal auf Unverständnis. Man hätte doch – wie bei Phoenix Wright – einfach für die jeweilige Region separate Sprachversionen produzieren können. Somit scheinen eher finanzielle Gründe hinter dieser Entscheidung zu stecken. Beim Start von Unlimited Cruise SP wird man übrigens gleich darauf hingewiesen, dass der Speicherstand in Episode 2 weiter verwendet werden kann. In Europa wird das Abenteuer also wohl wieder zweigeteilt.

Zuerst wird dieser Test das Spielprinzip des Abenteuermodus erklären. Wer also die ersten beiden Episoden kennt, und sich nur für die Neuerungen interessiert, kann gleich zum Kapitel Mann über Port! springen.

Der Schatz unter den Wellen

Kommen wir zum eigentlichen Adventure-Modus: Ruffy und seine Freunde, die Strohhut-Piraten, geraten in einen Sturm. Ruffy entdeckt im Zentrum des Gewitters ein geheimnisvolles Glänzen. Abenteuerlustig (oder leichtsinnig) wie sie nun mal sind wird dieses Ziel gleich direkt angesteuert, immerhin könnte ein großer Schatz dahinter liegen! Ruffy schafft es dieses Etwas zu berühren und wird zu einer „Herausforderung“ eingeladen. Als kleinen Helfer bekommen die Strohhüte das Wesen „Gabri“ zugeteilt. Dieses kann Wege frei machen, in dem man es mit Items füttert. Nun müssen die Strohhüte vier Inseln erkunden, um alle Prüfungen zu bestehen. Diese führen von einem Deja-Vú zum Nächsten: Denn auf den Inseln lauern Horden von Pflanzenmonstern, die sich in Gegner verwandeln, denen unsere Helden schon begegnet sind… oder noch begegnen werden!

Die Story ist recht simpel und begründet lediglich den Spielverlauf. Wenn ihr den Boss erreicht habt, wird der Kampf durch humorvolle Zwischensequenzen untermalt, die sogar über Sprachausgabe verfügen, doch – wie im Wii-Original - leider nur auf Japanisch. Leider fällt auch gleich an der Anfangssequenz etwas negativ auf: Vorgerenderte Sequenzen unterstützen 3D NICHT! Da es davon aber gerade mal zwei im ganzen Spiel gibt, kann man darüber noch hinwegsehen…

Diesmal weiß ich, wer das Afro-Skelett ist!

Anno 2009 hatte man noch das Problem, das Fans des Animes zeitlich hinter dem Spiel standen, und daher Charaktere wie Brook, das wandelnde Skelett der Piratencrew, nicht kennen konnten. 2012 ist das natürlich längst obsolet. Außerdem waren die Entwickler diesmal so klug und haben den Charakter-Glossar wesentlich sichtbarer im Hauptmenü platziert, und nicht im Logbuch auf dem Schiff, welches man erst spät im Spiel findet. Sollte jemand nichts über One Piece wissen, oder zumindest einige Episoden verpasst haben, kann er dort die wichtigsten Infos nachlesen.

Aber auch ohne Lektüre des Glossars dürfte der One Piece-typische Humor problemlos zur Geltung kommen. Nicht nur Fans der Serie dürften über die skurrilen Gags lachen, beispielsweise wenn Brook vorführt, dass er gegen die Wand gelehnt mit dem Boden genau einen Winkel von 45 Grad einschließen kann. Die wichtigsten Ereignisse der Serie können nach dem jeweiligen Boss in (optionalen) Gesprächen auf dem Schiff in Erfahrung gebracht werden. Hier wurde sehr viel Liebe ins Detail gesteckt, denn es gibt auf dem Schiff sehr viele verschiedene Gesprächsthemen, die eure Crew aufgreift.

Materialschlacht

One Piece wurde also von einem reinem Kampfspiel zu einem Action-Adventure erweitert. Zwischen den Auseinandersetzungen mit Bossen und Schlammpuppen hat man viele nette Nebenbeschäftigungen wie Angeln oder Kochen eingebaut. So wäre es zumindest in klassischen Genre-Vertretern wie The Legend of Zelda: Skyward Sword der Fall.. Denn in Unlimited Cruise werden „Sidequests“ zur Hauptaufgabe Pflicht. Denn Gabri will nicht nur normale Materialien durch den Verzehr in Punkte umwandeln, sondern auch ganz spezielle Items, um den Weg frei zu machen, die man sonst nur zur Stärkung der Charaktere verwendet hätte.

Das Sammeln kann zwar Spaß machen, aber nur wenn man auch alle Zutaten findet. Denn oft weiß man nicht, wo man suchen soll, oder der wertvolle Käfer ist geflohen, und ihr müsst einen Neuen finden. Oder ihr müsst aus jenen Materialien Items, Essen oder Tränke herstellen, um den Weg zu öffnen. Der große Unterschied zu Zelda ist, dass Items entweder leicht zu finden waren, oder nur optional eure Waffen stärker machten. Hier wirkt es leider so, als wollte man die Spielzeit künstlich verlängern, um das Spiel auf zwei Episoden auf zu teilen… Was man durch die Zusammenlegung auf ein Spiel vielleicht hätte ausbessern können. Bei 8 Inseln hätte man das Geschehen nicht unnötig in die Länge ziehen müssen…

Land in Sicht!

Die Inseln sind verschieden thematisiert: Waldinsel, Schluchteninsel (ein Felslabyrinth), Eisberginsel und die Höhleninsel. Doch diese sind alle unbewohnt und nicht sonderlich prägnant gestaltet. Die wesentlich interessanteren Inseln findet ihr in Episode 2, die in Europa ja leider nicht mit von der Partie ist…

Um die Prüfungen zu bestehen muss die Crew nicht nur Inseln erkunden, sondern wie bereits in früheren One Piece-Spielen Bosse besiegen. Diese werden von bekannten Charakteren aus der Serie vertreten. Dazwischen muss man sich im Sinne eines „Beat’em’Ups“ gegen schwächere Gegner durch das Level kämpfen. „Schwach“ trifft es auch sonderlich gut, denn sie sind höchstens ein lästiges Hindernis, und sollte man einmal umkippen hat man immer noch acht Reserve-Mitglieder zur Verfügung. Wesentlich spannendere Kämpfe kommen auch hier erst in Episode 2 zum Tragen, da man hier über optionale Kampfstile der Figuren verfügt und daher auch die Gegner ein wenig mehr Strategie erfordern. Dafür sind die Bossgegner umso stärker.

Wer erwartet hat, mit der Thousand Sunny epische Schiffsschlachten zu schlagen (wie in Skies of Arcadia oder anderen Piratenspielen), der wird hier leider auch enttäuscht. Man hat zwar Zugang zu den Maschinenräumen und zu den Kanonen, diese stehen jedoch nur zur Zierde da, und auch erst in Episode 2 kann man Fahrzeuge wie die Mini-Merry benutzen zur Erkundung von bestimmten Inseln nutzen…

Mann über Port!

Wie fuktioniert die Portierung? Leider hat die Framerate an manchen Stellen ein klein wenig an Fluss verloren. Auf der Thousand Sunny und in großen Handgemengen (z.B. auf der letzten Insel), kann es manchmal zu kleinen slow-downs kommen, was auf der Konsole seltener der Fall war. Auch das Kantenflimmern ist immer noch da, und sticht vor allem bei eingeschaltetem 3D-Effekt mehr heraus. Daher trägt der Effekt nicht viel zur Atmosphäre bei. Auch manche Hintergrundtexturen mussten beim Farbspektrum einbüßen, wodurch manche Verläufe zu harten Übergängen werden.

Dafür holt der Titel sehr viel aus den kleinen 3DS-Boxen heraus. Man merkt am Sound kaum Unterschiede zur Konsolen-Version. Die Melodien sind an die Serie angelehnt, und können durchaus zum Ohrwurm werden.

Dafür funktioniert die Steuerung ein wenig besser. Der Sprint kann jetzt über einen einfachen Knopfdruck aktiviert werden, was auf der Konsole mit einem „Doppelklick“ des C-Knopfes doch relativ umständlich war. Außerdem hat man auf Schüttelsteuerung verzichtet, und jene Kommandos auf X gelegt. Manche Items werden allerdings über den Touchscreen aktiviert und angesteuert. Items, Charakterwechsel und zusätzliche Informationen erscheinen jetzt auf dem Touchscreen, was den kleineren 3D-Bildschirm an Inhalt entlastet. Vier spezielle Items sind die Spitzhacke, um Hindernisse aus dem Weg zu räumen oder Materialien auszugraben, die Angel und das Fangnetz, um Tiere einzufangen sowie einen Staubsauger um Gift und Materialien aufzusaugen.

Ihr werdet übrigens äußerst gemächlich in die Vielfalt des Spiels eingeführt: Die Vielfalt an Kombos muss erst erlevelt werden. So könnt ihr anfangs bewusst nur wenige Angriffe ausführen, und lernt mit der Zeit stärkere, aber komplexere Angriffe. Aber keine Angst: Street Fighter-Kombos bleiben euch erspart.

Was ist also neu?

Trotzdem haben Besitzer der Wii-Episode einen Grund, sich auch die 3DS-Portierung anzusehen. Der Versus-Modus wurde zwar entfernt, dafür gibt es aber den Marineford-Modus. Dieser basiert auf der großen Schlacht im Marine-Hauptquartier aus der Serie. Ihr könnt hier eure Lieblingskämpfe in Form von Missionen nachspielen, unterstützt wird das ganze durch Film-Sequenzen, die zwischen den Missionen abgespielt werden.

Hier seid ihr nicht nur auf die Strohhüte beschränkt (v.a. da ja nur Ruffy am Handgemenge teilnimmt) sondern könnt die Schlacht auf allen Seiten übernehmen. Hierbei werden sequentiell Pfade auf einem Spielbrett freigeschaltet, die bspw. den Weg der Whitebeard-Piraten, der Impel-Down Insassen (und Ruffy), der Samurai oder der Marine-Soldaten beschreibt. Hierbei wurden auf sämtliche Adventure-Elemente wie Level-Ups oder Items verzichtet. Daher dauert der Spielmodus auch nur ca. 2-3 Stunden, inklusive Filmsequenzen. Wer also diesen Kampfmodus bevorzugt, sollte vielleicht eher überlegen One Piece: Gigant Battle auf dem Nintendo DS aufzutreiben, da dieses Spiel sich ebenfalls auf den Kampf fokusiert hat.

Außerdem gibt es wieder den Boss-Kampf und den Survival-Modus. Dort könnt ihr nicht nur die Strohhüte, sondern auch andere Charaktere steuern, sofern ihr sie freigeschaltet habt – und ist in der 3DS-Version auch die einzige Möglichkeit Charaktere zu spielen, die nicht auf dem Marineford waren. Hierbei kämpft ihr mit der Figur eurer Wahl gegen jede Menge Gegner und versucht dabei, so lange wie möglich zu überleben. Neue Charaktere aus dem Marineford-Modus können hier auch freigeschaltet werden.

6.5Wertung

Fazit

Durch die Zusammenlegung der Episoden hätte man die Mängel des Originals reduzieren können. So wird ein an sich solides Action-Adventure durch abwechslungsarme Materialsuchen getrübt. Besitzer der Wii-Version sollten sich fragen, ob der Marineford-Modus einen erneuten Kauf rechtfertigt. Denn die Portierung weißt kleinere Mängel auf und Episode 2 wird in Europa wieder getrennt.

Design
6.5
Sound
8.0
  • Humorvoll inszeniert
  • Neuer Missions-Modus
  • Sprachausgabe (nur japanisch)
  • Eher was für One-Piece-Fans
  • Material-Suche langatmig
  • Portierung könnte besser sein
  • Episode 2 und VS-Modus fehlen

Vielen Dank an die Firma Namco Bandai für die Bereitstellung des Testmusters.

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