
Monster Hunter 3 Ultimate

Monster Hunter 3 Ultimate
WIIU
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Monster Hunter
- Entwickler
- Capcom
- Publisher
- Nintendo
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Mit Monster Hunter Tri erschien 2010 - nach langer Durststrecke - erstmals wieder ein Game der Serie in Europa für eine TV Konsole (Wii). Drei Jahre später dürfen wir uns erneut über einen Titel namens Monster Hunter 3 Ultimate freuen. Zwar handelt es sich um kein neues Abenteuer, sondern nur um einen Port der Wii-Version für den 3DS und für die Wii U, dennoch bringt er einige Neuheiten mit sich. Die TV- und Handheld-Versionen unterscheiden sich nur geringfügig voneinander, wobei das Gameplay und die Steuerung völlig identisch sind. Ob sich ein – neuerlicher – Kauf lohnt, erfahrt ihr im folgenden Test.
Die Jagd geht weiter!
Erstmals im Menü angekommen, könnt ihr einige Einstellungen vornehmen, unter DLC neue Quests und Extras downloaden oder eure Daten auf die jeweils andere Konsole übertragen (dazu etwas später). Startet ihr das Spiel, müsst ihr nun euren Jäger erstellen. Hier gibt es vielerlei Auswahlmöglichkeiten, wie Geschlecht, Aussehen, Kleidung, Stimme und viele andere Dinge. Danach kann es losgehen.
Als Jäger besucht ihr das Dorf Moga, welches von einem Monster namens Lagiacrus angegriffen wurde. Ihr erklärt euch bereit, die Einwohner beim Aufbau zu unterstützen und somit Jägeraufgaben zu übernehmen. So steigert sich im Laufe des Spiels euer Rang und immer schwierigere Aufgaben werden freigeschaltet. Abwechslung bieten die unterschiedlichsten Aufträge und Locations, aber das Spielprinzip ist sehr linear und sich wiederholend:
-erledige Jäger-Quest (Jägeraufgaben, die eigentlich als Hauptmissionen angesehen werden können)
-erledige Dörfler-Bitten (Charakter von Nebenaufgaben, um Rohstoffpunkte für den Aufbau von Moga zu erlangen)
Bei den „Dörfler-Bitten“ sind meistens irgendwelche Dinge zu besorgen oder ihr könnt frei „herumwildern“. Die erbeuteten Produkte können danach in Rohstoffpunkte umgewandelt werden. Bei den Quests der Jägergilde handelt es sich immer um klare Aufträge, wie beispielsweise:
Besorge 3 Monsterinnereien.
Töte 5 Jaggi.
Sammle 5 Einmalige-Pilze.
Fange 3 Götterkäfer.
In diesen gibt es auch ein gewisses Zeitlimit, in dem die Aufgaben erfüllt werden müssen. Anfangs kommt ihr leicht mit der Zeit aus, aber im Laufe des Abenteuers und mit fortlaufendem Schwierigkeitsgrad kann es schon eine kleine Hürde sein. Bei "dringlichen Quests" müsst ihr meistens ein großes fieses Monster besiegen, welches viel kräftiger ist als alle anderen. Danach steigt ihr normalerweise in den nächsten Jägerrang auf und neue Questaufgaben sind möglich.
Tötet ihr im Spiel „Monster“, könnt ihr diese danach mit A ausnehmen, um Dinge wie Knochen, Innereien, Zähne uvm. zu erlangen. Die erbeuteten Produkte sind dann entweder zu verwahren, zu verkaufen oder, wie erwähnt, beim Juniorchef in Rohstoffpunkte umzuwandeln. Manche eignen sich sogar dazu, um Rüstungen oder eure Waffen zu verbessern.

Für jede Aufgabe werden die unterschiedlichsten Dinge benötigt. So braucht ihr einmal eine Spitzhacke, ein Fangnetz oder ihr müsst erst gewisse Dinge kombinieren, um Spezialköder zu erstellen. Bei Monster Hunter lassen sich nämlich immer wieder verschiedenste Dinge zusammenfügen, um ein neues, noch besseres Item zu erstellen. Natürlich gibt es auch wieder die Möglichkeit bei einem Schiffskapitän seltene Waren zu tauschen, bei einem Felyne im Dorf (Gärtner) Samen zu säen - um spezielle Dinge wie Kraut, Blaupilze etc. zu ernten oder ihr sendet eine Fischflotte für Rohstoffe aus. Diese Möglichkeiten schalten sich zwar schon ziemlich am Anfang, aber dennoch erst im Laufe des Abenteuers frei.
Nach erfolgreichem Abschulss der Quests erhaltet ihr einen Geldbonus und könnt euch außerdem entscheiden, ob ihr gesammelte Items verkauft oder in euren Beutel legt. Wie in anderen Rollenspielen so typisch, gibt es keine Erfahrungs- oder Angriffspunkte, welche sich erhöhen. Um stärker zu werden müsst ihr mit Geschick Geld und Materialen einsetzen, um beim Schmied neue Rüstungen/Waffen zu schmieden oder zu verbessern. Habt ihr einmal zu viel in eurem Beutel, könnt ihr Ausrüstung und Items in blauen Aufbewahrungsboxen zwischenlagern.
Gameplay
Egal ob am 3DS (vor allem mit dem Circle Pad Pro) oder auf der WiiU, die Steuerung ist genau dieselbe. Auch auf dem Touchscreen des GamePads oder des Handhelds gibt es nur geringfügige Unterschiede. Auf dem 3DS gibt es noch zusätzlich ein virtuelles Steuerkreuz, um die Kamera zu bedienen. Diese wird normalerweise über den rechten Stick gesteuert, was auch am portablen Gerät mit dem Circle Pad Pro funktioniert. Ansonsten findet ihr auf beiden Touchscreens beispielsweise noch die Weltenkarte, eure Gesundheits- und Ausdaueranzeige (leert sich beim schnellen Fortbewegen), einen Button für die Moga-Prognose, einen weiteren, um Jäger anzuheuern (Multiplayer) und einige andere Dinge. Das tolle dabei ist, dass ihr selbst auswählen und einstellen könnt, was in eurem Menü alles zu finden und zu sehen sein soll.
Ansonsten steuert ihr euren Charakter mittels linkem Stick, zieht eure Waffe mit X und setzt diese mit X, A und R geschickt ein (Combos sind möglich). Mittels Y könnt ihr euer Kampfgerät wieder wegstecken und Items einsetzen, die ihr übrigens über den Touchscreen oder mit L auswählen könnt. Mit R ist schnelles Fortbewegen möglich und mit B könnt ihr Ausweichmanöver ausführen.
Die Steuerung an sich geht zwar leicht von der Hand, funktioniert aber nicht immer flüssig. Präzise Bewegungen mit dem Charakter sind kaum möglich. Stehen mehrere Personen beieinander und man möchte sich unterhalten, ist es sehr schwierig auf die Protagonisten zuzugehen, da bei der kleinsten Bewegung des Sticks euer Jäger mehrere Schritte macht. Zum Glück gibt es die Möglichkeit - mittels Steuerkreuz - zwischen den Personen zu wählen, die in Interaktionsnähe stehen. Selbiges Manko findet sich auch im Kampf wieder. Jede kleinste Bewegung, jeder Knopfdruck wird in brachiale Kampfkunst umgewandelt und lässt sich nicht mehr unterbrechen. So schlägt euer Charakter stur nach vorne, auch wenn gerade kein Tierchen einem nach dem Leben trachtet oder ein Ausweichmanöver doch die bessere Strategie gewesen wäre. Natürlich landen Angriffe oft auch irgendwo, da Schläge einfach Stur abgehandelt werden, ohne sich auf das Ziel zu fokussieren. Leider gab es dieses Manko schon bei der Wii-Version und findet sich auch im neuesten Ableger wieder. Genauso verhält es sich mit der oftmals nervenden Kameraposition. Neu ist aber die Target Kamera, womit sich via L oder Touch Screen das größte Monster im Gebiet anvisieren lässt.
Im Verlauf des Spiels werdet ihr auch auf Cha-Cha und Kayamba (NEU) treffen. Dabei handelt es sich um Shakalaka-Kinder, die euch auf Quests begleiten können (aus der Demo bekannt). Diese helfen euch mit verschiedensten Tänzen Monster zu jagen. Werden sie auch noch mit speziellen Masken ausgerüstet, werden Spezialtechniken freigeschaltet.

Das Waffenarsenal
Bei Monster Hunter 3 Ultimate startet ihr, im Gegensatz zum Vorgänger, sofort mit der Lederrüstung. Außerdem steht euch aus jeder Waffengattung ein Objekt zur Verfügung, wobei jede natürlich über ihre individuellen Eigenschaften verfügt. So könnt ihr zwar mit Schwertern schnellere Manöver ausführen, aber ein Hammer oder Jagdhorn besitzt mehr Durchschlagskraft. Hier nochmals eine kurze Übersicht aus unserem Wii-Test zu Monster Hunter Tri:
„--- Schwert & Schild
Auch wenn die Durchschlagskraft dieser Waffe eher überschaubar ist, so gleicht sie das durch eine hohe Angriffsrate und die Möglichkeit einen Schild zu führen aus. Die schnellen Attacken erlauben es wesentlich einfacher durch Ausweichmanöver einem Monsterangriff zu entkommen. Außerdem kann der Jäger während er mit dem Schild blockt weiterhin angreifen.
----Großschwert
Diese mächtigen Zweihandwaffen lehren jedem Ungeheuer das Fürchten. Sie richten wesentlich mehr Schaden als das einfache Schwert an, sind dafür aber langsamer im Handling, und die Klinge wird zum Blocken benötigt.
----Hammer
Wer es richtig brachial mag, sollte zu dieser Waffengattung greifen. Auch wenn sie langsam ist und euch keinerlei Block zur Verfügung steht, so richtet sie doch einen immensen Schaden an und zwingt somit eure Gegner schneller in die Knie.
-----Lanze
Eine wahrhaft ritterliche Waffe steht euch ebenfalls zur Verfügung. Mit Hilfe des Blockvorstoßes könnt ihr gegnerische Attacken abwehren. Dies ist sehr wichtig, da euch diese Waffe sehr verlangsamt und ihr keinerlei Ausweichmanöver durchführen könnt.
----Morph-Axt
Eine Wunderwaffe der neusten Technologie. Sowohl als Schwert als auch als Axt einsetzbar. Durch eingebaut Phiolen können besondere Attacken ausgelöst werden.
----Langschwert
Eine weitere mächtige Klingenwaffe aus dem euch zur Verfügung stehenden Arsenal. Als Besonderheit bei dieser Waffe steigt ihre Angriffskraft mit jedem gelungenen Angriff. Aber Vorsicht, dass ihr euch nicht verausgabt!
----Armbrust
Die einzige Fernkampfwaffe und zugleich auch die variantenreichste. Durch verschiedene Munitionsarten können Elementarangriffe durch geführt, Explosivgeschosse abgefeuert oder sogar der Status der Monster geändert werden.“
Neue Waffen
Bei Monster Hunter 3 Ultimate gibt es vier neue Waffengattungen:
----Doppelklingen
Diese eignen sich besonders für Combos. Leider richten die Klingen nur wenig Schaden an und eignen sich vorwiegend für den Nahkampf. Doppelklingen nutzen sich sehr schnell ab und daher solltet ihr immer einen Wetzstein dabeihaben.
----Jagdhorn
Diese ist eine sehr starke Waffe. Im Kampf richtet sie enormen Schaden an und Monster lassen sich sehr leicht verwirren. Das Jagdhorn gibt beim Angriff auch Melodien von sich, deren richtiger Einsatz bestimmte Auswirkungen auf die Angriffskraft oder die Verteidigung haben können.
----Bogen
Bögen sind Waffen, die aus der Ferne Schaden anrichten. Die Verteidigung ist jedoch gering. Im Gegensatz zur Armbrust besitzt der Bogen keine begrenzte Munition.
----Gewehrlanze
Im Gegensatz zur normalen Lanze kann diese Waffe neben Stichen und Blocken auch noch Schüsse abfeuern. Diese sind meistens aber sehr kurz und daher eignet sich die Gewehrlanze nicht als Fernwaffe. Außerdem verliert sie nach jedem Schuss an Schärfe. Daher solltet ihr auch in diesem Fall genug Wetzsteine mithaben.
Der Multiplayer
Die 3DS-Version wird natürlich durch die StreetPass Funktion unterstützt, bei der Gildenkarten aus dem Multiplayer ausgetauscht werden. Diese können danach auch auf die Wii U übertragen und dort eingesetzt werden.
Um in beiden Varianten den Mehrspieler-Modus zu starten, müsst ihr nur im Moga-Dorf mit Neko sprechen. Statt dem Ort Loc Lac aus Monster Hunter Tri, geht die Reise nun zum Hafen oder zur Promenade nach Tanzia. Dort könnt ihr gemeinsam mit Freunden eine Gilde gründen und auf Monsterjagd gehen.

Auch im Multiplayer-Hafen gibt es Händler, eine Schmiede, eine Taverne, den Gildenschalter (um Quests anzunehmen) und mehr. Für absolvierte Aufgaben erhaltet ihr Jägerpunkte, die euch im Rang aufsteigen lassen. Ihr müsst aber keiner Gilde beitreten, sondern könnt euch auch alleine auf die Jagd gehen.
Des Weiteren gibt es die Möglichkeit einen Arenakampf auszuführen. Dabei landet ihr in einer Kampfarena, in der ihr aus vorgegebenen Ausrüstungen eine wählen müsst. Danach findet ihr euch in einer Arena wieder, wo ihr alleine oder mit einer festgelegten Anzahl an Kämpfern ein Monster besiegen müsst, um die Belohnung zu kassieren.
Am 3DS ist nur ein Lokaler Multiplayer mit bis zu 4 Spielern möglich, wobei ihr Charaktere aus gesammelten Gildenkarten der StreetPass Funktion aussenden könnt, damit diese alleine Quests erledigen und Dinge sammeln (leider konnte diese Funktion noch nicht überprüft werden).
Bei der Wii U Version ist ebenfalls ein lokales Multiplayerspiel in Verbindung mit 3DS-Konsolen möglich. Ansonsten gibt es - ausschließlich bei der TV-Version - die Möglichkeit eines Online-Multiplayers. Aufgrund des frühen Testzeitpunkts waren leider noch keine anderen Jäger in den Räumen unterwegs.
Mit einem späteren Update sollen außerdem noch folgende Dinge hinzukommen:
- Kameraoptimierung für Wii U (mit ZL und ZR kann die Kameraeinstellung geändert werden, genauso wie mit dem Circle Pad Pro für Nintendo 3DS)
- Unterstützung für USB-Tastaturen
- Voice Chats
- Stream auf das Wii U GamePad
Datenaustausch
Da es sich bei Monster Hunter 3 Ultimate für 3DS und Wii U um identische Versionen handelt, ist es auch möglich, die Speicherdaten zu übertragen, um auf dem jeweils anderen Gerät weiterspielen zu können. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr beide Versionen des Spiels besitzt. Dazu gibt es im Menü der Wii U Version (zum Testzeitpunkt leider noch nicht am 3DS) den Punkt „Übertragung“. Danach verbinden sich beide Geräte und der Speicherstand wird auf das jeweilige Gerät übertragen. Des Weiteren wurde bereits ein Relay-Channel-App angekündigt, welches sich direkt aus dem Hauptmenü der Konsole starten lässt.
MH Tri vs. MH 3 Ultimate
- Es gibt ein paar neue Monster und Unterarten.
- Einige Monster verfügen über neue Angriffe und wurden neu bearbeitet.
- Neben Cha Cha gibt es ein neues Shakalaka-Kind namens Kayamba.
- Mit der Target-Kamera lässt sich nun das größte Monster im Gebiet via L oder Touch Screen anvisieren.
- Monster Hunter 3 Ultimate ist das erste Game mit dynamischen Schatten, was nichts anderes bedeutet, als das der Schatten die Bewegungen des Charakters nachahmt.
- Die Stadt Loc Lac des Multiplayers in MH Tri wurde durch den Tanzia-Hafen ersetzt.
- Im Dorf gibt es jetzt auch hochrangige Quests.
- Es gibt neue Gebiete und Wege (zB Gebirgsstrom aus MH Portable).
- In Ultimate startet ihr gleich mit der Lederrüstung.
Hier handelt es sich einmal um die größeren Veränderungen. Natürlich gibt es noch die ein- oder andere Verbesserung mehr zu finden.
Gesamtpräsentation
Das Spiel besticht in einer Auflösung von 1080p, wobei die tolle Grafik am besten bei den Zwischensequenzen zu erkennen ist. Hier überzeugt das Bild durch tolles Rendering, Schärfe und tollem Kontrast. Im Spiel selbst ist aber zu erkennen, dass es sich bei Monster Hunter um einen Port handelt. Es wirkt zwar alles klar und viel besser als auf der Wii, aber irgendwie weckt es dennoch den Anschein, als ob mehr herauszuholen gewesen wäre. Zwar wird hier auf einem sehr hohen Niveau genörgelt und es soll nicht heißen, dass die Darstellung schlecht ist, aber es fehlt einfach das gewisse Etwas, egal ob es jetzt die Darstellung von Wasser, Felsen oder was auch immer ist.
Die Hintergrundmusik mag zu gefallen und stört in keiner Weise. Wie schon auf der Wii gibt es keine Sprachausgabe, sondern nur Soundeffekte (Ausrufe/Schlachtrufe) der Charaktere beim Kämpfen, Reden oder Laufen.
Fazit
Monster Hunter 3 Ultimate ist ein tolles Spiel und JRPG-Liebhaber können ohne Bedenken zugreifen. Auch Spieler, welche die Wii-Version bereits ausgereitzt haben, werden am neuen Abenteuer Spaß haben. Zwar gibt es story- und gameplaymäßig keine großen Neuerungen, aber in Kombination mit dem Wii U Gamepad und einigen Verbesserungen, bietet es dennoch ein etwas anderes Spielerlebnis. Grafisch wäre etwas mehr drin gewesen, wobei die Optik vor allem in den Zwischensequenzen hervorragend ist. Auch Multiplayerfreunde werden wieder voll auf ihre Kosten kommen. Also rann an die Waffen und auf zur Monsterjagd.
- gute Neuerungen
- sehr umfangreich
- tolle Locations und Monster
- umfangreicher Multiplayer
- wenig Abwechslung
- teils sture Steuerung
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

