
Call of Duty: Black Ops 2
Pünktlich zum Start der Nintendo Wii erschien damals das Spiel Call of Duty 3 und machte einen durchaus guten Eindruck. Auch 6 Jahre später stellt Activision ihr zugkräftigstes Pferd in Form von Black Ops 2 zum Launch der neuen Konsole mit an den Start. Dieser Titel ist somit schon Nummer 9 in der Serie. Ob den seit einiger Zeit jährlich erscheinenden neuen Ablegern so langsam die Luft ausgeht, erfahrt Ihr in unserem Test.

Call of Duty: Black Ops 2
WIIU
- Genre
- Ego-Shooter
- Serie
- Call of Duty
- Entwickler
- Activision Blizzard
- Publisher
- Activision Blizzard
- Konsole
- WIIU
- Spieler
- 1–16 lokal
- Freigabe
USK ab 18
Black Ops 2 ist, wie der Name schon andeutet, der direkte Nachfolger zu dem vor 2 Jahren erschienenen Black Ops, welches sehr positive Kritiken erhielt. Die Story startet einige Jahre nach dem ersten Teil, so dass Spieler die den Vorgänger kennen einige Déjà-vu Momente erleben werden. Aber auch Charaktere aus anderen Teilen wird man wiedersehen. Ebenfalls trifft man auf Charaktere aus anderen Teilen der Serie. Black Ops 2 bietet eine ganze Menge für das Herz eines First Person Shooter Fans, die ich euch nachfolgend etwas genauer vorstelle.
Die Kampagne
Ihr schlüpft in die Rolle des aus dem Ruhestand zurückkehrenden Alex Mason, um dessen alten Freund Sgt. Frank Woods zu retten.
Doch das ist nur der Anfang. Denn anders als in den Vorgängern, bei denen Aufträge oder ähnliches zum Scheitern verurteilt waren, wenn ein Missionsziel nicht erfüllt oder zu beschützende Personen eliminiert wurden, bekommt man in Black Ops 2 die Möglichkeit selbst Entscheidungen zu treffen. Diese wirken sich auch auf den weiteren Spielverlauf aus. So bedeutet die Flucht eines Verdächtigen oder das Ableben einer zu beschützenden Person nicht zwangsläufig das Ende einer Mission.
Zu dem kommt ihr ab und an im Spiel in entscheidende Situationen, eure Tarnung aufzugeben oder euren Verbündeten in den Rücken zu fallen, um eure Tarnung nicht auffliegen zu lassen. So hat man zum Beispiel bei einer Mission, in der man zu einem Computer muss, auf dem Weg noch die Möglichkeit seinen Kameraden mit einem Scharfschützengewehr zu unterstützen. Diese reichen von Einsätzen in Afghanistan im Jahre 1986, bis hin in die Zukunft zum Jahr 2025 in Los Angeles.
Wenn ihr euch also in bestimmten Situationen falsch entscheidet, kann es passieren, dass eine oder mehrere der 5 Missionen nicht mehr zur Auswahl stehen. In diesen kann man wählen, ob man die Teams selbst aus einer Luftüberwachung strategisch anweist oder aber selbst deren Kontrolle übernimmt. Diese Missionen sind aber optional und müssen nicht gespielt werden. Spielt ihr diese aber und erfüllt die Aufträge, könnt ihr damit über den weiteren Kriegsverlauf und deren Folgen Mitentscheiden.
Je nachdem wie ihr euch in Patt Situationen entscheidet, nimmt der Spielverlauf eine andere Wendung - auch wenn diese Abweichungen minimal sind. Ihr seid aber nicht nur zu Fuß mit eurer Truppe im Kampf unterwegs, auch Abschnitte, in denen ihr auf ein Pferd steigt oder einen Kampfroboter steuert.. Auch die kurzen Abschnitte, in denen ihr mit einem „Fluganzug“ durch die Luft schwebt, gefallen und lockern das Gameplay etwas auf.
Der Überlebenskampf
Hier geht es um den schon aus den Vorgängern bekannten Zombie-Modus. In Black Ops 2 ist dieser aber wesentlich größer, als noch bei den anderen Teilen. Hier gibt es viele verschiedene Orte, die erkundet werden wollen. Eure Aufgabe besteht darin Zombies zu erlegen, wofür es wiederum Geld gibt, um weitere Abschnitte des Levels zu öffnen oder Waffen und Heilmittel zu kaufen.
Angefangen von weniger schlagkräftigen Waffen, die noch relativ human im Preis sind, steigert sich das Ganze auch auf richtig große Kaliber - wofür ihr aber deutlich tiefer in die Tasche greifen müsst. Dieser Modus ist so groß geraten, dass ihr einen Bus benutzen könnt, um an andere Orte zu gelangen, an denen ihr schon wart. Diese Zombie-Missionen können allein, zu zweit im Coop oder Online gespielt werden. Dabei machte besonders der Coop Modus mit einem menschlichen Mitspieler einen überaus positiven Eindruck. Entweder via Splitscreen auf einem TV Bildschirm oder aber einer spielt auf dem Wii U Gamepad und der andere mit dem Pro Controller auf dem TV.
Multiplayer
Wie der Name schon sagt, geht es in diesem Modus um Mehrspieler Duelle. Diese finden entweder online statt - hier könnt ihr gegen Spieler aus aller Welt antreten - oder aber offline, wo ihr euch Lokal mit bis zu vier Spielen oder via System Link duellieren könnt. Viele COD Anhänger holen sich die Spiele nur wegen dem Online-Multiplayer-Modus, welcher wohl der Hauptbestandteil des ganzen Spieles darstellt - was man auch schon an der Grafik erkennt ... Doch dazu weiter unten.
Hier stehen euch die Varianten Standard, Hardcore, Kampftraining und Partyspiele zur Auswahl. Unterteilt werden diese auch noch u.a. in Match Variationen wie „Frei für Alle“, Team-Deathmatch, Bodenkrieg oder Capture the Flag, um nur einige wenige zu nennen. Außerdem stehen euch 14+ Karten zur Auswahl, wo ihr die Duelle austragen könnt.
Als ebenfalls sehr unterhaltsam stellte sich der lokale Modus gegen einen Mitspieler auf dem Gamepad heraus. Einer am TV und der andere - ohne von dem andere gesehen zu werden - auf dem Gamepad. Das macht wirklich Spaß und überzeugte auf Anhieb.
Präsentation und Technik
Es ist natürlich nicht einfach ein Starttitel einer neuen Konsole grafisch zu bewerten. Optisch sieht das Spiel, als Gesamtbild gesehen, sehr gut aus. Auf dem von uns verwendeten Samsung Full HD 3D TV sah das Bild natürlich deutlich schärfer und klarer aus als auf dem Gamepad. Aber auch auf diesem macht die Grafik einen sehr guten Eindruck. Im Vergleich zur XBOX 360 und PS3 Version bietet die Wii U Version bessere und schärfere Texturen und Details. So sehen zum Beispiel Uniformen, Abzeichen, Namensschilder oder auch die Waffen deutlich schärfer aus, als bei den anderen Versionen. Doch auch andere Texturen wie einige Felsen, Wasser und Regen Effekte wissen zu begeistern.
Besonders die 2. Mission im Dschungel - mit Regen und Gewitter - sticht da optisch heraus. Ebenfalls positiv anzumerken ist, dass sich sämtliche Pflanzen bis auf ein paar Ausnahmen im Wind bewegen und somit deutlich realistischer wirken, als wie in alten Modern Warfare Teilen, wo diese steif und regungslos dastanden. Sehr ungewöhnlich ist, dass die Grafik im Multiplayer um einiges besser ausschaut, als in der Kampagne. Hier sieht man, dass die Entwickler, ebenso wie die Spieler, hier das Herzstück des Titels sehen.
Doch es gibt auch negative Seiten. Da wären zum einen die teilweise eher matschigen Texturen auf Türschlössern, einigen Pflanzen, Container oder Wänden. Auch die Sequenzen, welche die Story erzählen, wirken teilweise etwas pixelig und abgehakt. Das wäre sicherlich besser gegangen! Leider geht es aber noch weiter,. denn es gibt auch kleine Bugs im Spielverlauf. Das waren zum Beispiel in der Luft hängende Fässer, die nach einer Explosion auf einem Dampfer plötzlich in der Luft an Euch vorbeiziehen oder auch in dem gleichen Abschnitt, wo ein anderes Boot längs durch den Dampfer fährt, auf dem ihr gerade steht.
Ärgerlich ist außerdem, dass wenn man die Kampagne durchgespielt hat und eine neue startet, alle Level in der Einzelauswahl wieder gelöscht sind. So muss man komplett nochmal alles durchspielen, um jeden Level nochmal einzeln anwählen zu können.
In Sachen Musik und Sound besticht auch Black Ops 2 wie schon seine Vorgänger. Realistisch klingende Waffen und Umgebungsgeräusche, sowie passende Musikstücke unterstreichen den positiven Eindruck. Wäre da nicht die deutsche Sprachausgabe. Diese ist nämlich weniger gut gelungen. Die Stimmen wirken teilweise fehl am Platz und wenig authentisch. Die Lippensynchronität lässt ebenfalls etwas zu wünschen übrig. Auch sei noch zu erwähnen, dass die Wii U Version kein Stereoskopisches 3D sowie Elite bietet.
Steuerung mit Innovation?
Nun, nicht ganz. Da dieses Spiel aber nicht primär für das neue Gamepad entwickelt wurde ist dieses zu verschmerzen. Der Touchscreen wird größtenteils nur vor einem Missionsbeginn oder im Multiplayer benutzt, um Waffen zu wählen wenn ihr auf dem Gamepad spielt. Schade eigentlich, denn hier wär deutlich mehr drin gewesen. Wie ihr das Spiel steuern wollt bleibt Euch überlassen, denn ihr habt die Wahl zwischen dem Wii U Gamepad, dem Wii U Pro Controller, Nunchuk und Wiimote sowie dem Wii Classic Controller.
Dabei scheint der Pro Controller die beste Wahl, weil dieser für längere Spielstunden einfach besser in der Hand liegt und bei diesem auch der Akku deutlich länger hält ohne ständig unterbrechen zu müssen, um zu laden. Aber auch mit Wiimote und Nunchuk lässt sich das Spiel gut Steuern.
Ein Shooter mit neuen Standards?
Nun ja, die Frage, ob ein jährliches Erscheinen eines neuen Call of Duty Teils der Serie tut gut, ist schon berechtigt. Man merkt der Serie an, dass eine Pause keinesfalls schaden würde. Okay, die neue „Freiheit“ selbst über bestimmte Ausgänge entscheiden zu dürfen bringt etwas frischen Wind in die Serie und auch die verschiedenen Missionsabschnitte zu Pferd, im Jet oder mit Fluganzug lockern das Spielgeschehen auf. Trotzdem lässt sich nicht bestreiten, dass der Serie so langsam die Luft ausgehen wird, wenn man sich da nicht bald mal Gedanken um innovative Neuerungen macht.
Fazit
Black Ops 2 ist ein sehr gutes Spiel mit kleinen Schwächen. Die neue "Freiheit" selbst in einigen Situationen über den weiteren Spielverlauf entscheiden zu können lockern das Gameplay ebenso auf, wie die Missionsabschnitte zu Luft oder Pferd. Leider sind die Missionen der Einsatztruppe nicht ganz so gelungen - hier wurde Potenzial verschenkt.
Insgesamt gesehen machen der überaus enorme Umfang, das Gameplay, die verschiedenen Steuerungsarten und der positive grafische Gesamteindruck dieses Spiel zu einem Pflichttitel unter den Launch-Titeln der Wii U. First Person Shooter Fans werden ohnehin zugreifen!
- positiver grafischer Gesamteindruck
- 4 verschiedene Steuerungsarten
- großer Umfang
- Uncut
- deutsche Sprachausgabe weniger gelungen
- einige kleine Bugs
- teils matschige Texturen


