Zum Inhalt springen
Just Dance 4

Just Dance 4

Benjamin F.

Just Dance 4

WIIU

Entwickler
Ubisoft
Publisher
Ubisoft
Konsole
WIIUWII
Spieler
1–4 lokal

Ein weiteres Mal veröffentlichte Ubisoft, dem konsequenten Jahrestakt treu, den neuesten Serienteil der erfolgreichen Just Dance-Reihe. Fans dürfen nun also bereits zum 4. Mal das Tanzbein zu über 40 bekannten Songs schwingen. Zum simplen Spielprinzip der letzten Teile unterscheidet sich jedoch auch dieser nicht sonderlich. Ob sich ein Kauf dennoch lohnt, erfahrt ihr in Folgendem.

Never Gonna Give You Up

Wie jedes Spiel hält auch dieses nach dem Intro ein Auswahlmenü bereit – trotz der simplen Aufmachung und der wenigen Möglichkeiten bietet es jedoch alles, was man braucht und ist gerade deshalb sehr einfach zu bedienen. So kann man sich neben den Optionen zwischen 2 Spielmodi entscheiden: Die „Just Sweat“- sowie „Just Dance“-Schaltflächen können hier ausgewählt werden, wobei ich zu Beginn auf letztere näher eingehen werde. Nach der Auswahl steht dem Spieler auch sofort die Songauswahl inkl. Hörproben zur Verfügung, die mit über 40 Liedern gar nicht übel ausfällt. Hat man sich für den gewünschten Track entschieden, wählt man Spieleranzahl, Spielerprofil und Charakter aus – keine Angst, man muss nicht jedes Mal neue Profile erstellen; es können auch welche automatisch generiert werden. Bei der Charakterauswahl wählt man den Tänzer, den man bevorzugt. Manchmal gibt es nur eine(n), den natürlich bis zu 4 Spieler auswählen können. Gibt es aber z.B. 2, so können maximal 2 Spieler die gleiche Figur und damit auch die gleiche Choreographie auswählen. Manche Lieder bieten auch 4 verschiedene Charaktere, hier kann jeder Spieler logischerweise nur einen einzigen für sich beanspruchen. Prinzipiell kann jeder Song sowohl alleine als auch mit bis zu 3 Freunden getanzt werden, die Anzahl der Teilnehmer beeinflusst die Choreographien oder Bewertungen dabei aber überhaupt nicht. Nach der Dancing-Session werden Punkte verglichen und verschiedene Ränge wie „Angeber“ oder „Süß“ verliehen. Je nach erreichten Punkten und eventuell erfüllten Herausforderungen wie „Erreiche 4 Sterne mit einem Spieler“ oder „Bewältige alle Gold-Moves“ wird die sogenannte Mojo-Leiste aufgestockt, wobei man bei einer vollen solchen einen nächsten Level erreicht und ein Goodie bekommt – Sei es ein neuer Avatar, alternative Choreographien zu den Songs oder gänzlich neue Modi wie den Nonstop-Shuffle-Modus. Highscore-Listen stehen nicht von Anfang an zur Verfügung, werden aber auch relativ bald freigeschaltet.

Der Just-Sweat-Modus soll euch, wie der Name schon sagt, zum Schwitzen bringen. Hier könnt ihr zwischen verschiedenen Tanzrichtungen auswählen, in denen ihr die Übungen absolvieren wollt, wobei ihr zu jedem Mix eine entsprechende Beschreibung vorfindet – so bekommt ihr beispielsweise in „Aerobics in Space“ einen Mix aus Popmusik der 80er-Jahre, der dynamische Fitness-Schritte zeigen soll. Eine Cardio-Kampfübung kann wiederum mit dem Electro-Mix „Electro Body Combat“ absolviert werden. Anfangs stehen nur vier verschiedene Mixes zur Verfügung, weitere können durch höhere Mojo-Level freigespielt werden. Habt ihr euer Wunsch-Training ausgewählt, könnt ihr noch entscheiden, wie lange es denn ca. dauern soll, wobei 10, 25 und 45 Minuten, versehen mit einer jeweiligen geschätzten kCal-Angabe, verfügbar sind. Auch hier gibt’s am Ende standardmäßige sowie Herausforderungs-bezogene Mojo-Points für die sportlichen Teilnehmer.

Run The Show

So, genug zum Inhalt – kommen wir objektiven Bewertung des Gameplays. Prinzipiell läuft jeder Song bzw. etwaige Kombination mit anderen Songs oder Fitnessübungen gleich ab: Die obere Seite des Bildschirmrandes nehmen die Punkteanzeigen der Mitspieler ein, die untere rechte Ecke zeigt die kommenden Tanzbewegungen an und die untere linke Ecke ist für die Songlyrics reserviert. Letztere 2 können übrigens auch im Optionsmenü ausgeschalten werden, sollten sie eventuell stören. In die Mitte des Bildschirms drängen sich die Tänzer, deren – zumeist in Neonlicht ausstrahlendes – Erscheinungsbild auf die jeweiligen Interpreten bzw. der Liedthematik angepasst sind – ebenso übrigens die sehr hübsch gestalteten Hintergrundanimationen. Mit der Wii-Fernbedienung in der rechten Hand kann es dann losgehen. Der bzw. die zentrale(n) Tänzer in der Mitte sind dann eure Spiegelbilder, mit denen ihr synchron mithalten müsst. Ein erstes Minuspunkt fällt dabei schon leicht auf: Wer die Choreografie nicht kennt, darf raten oder die vagen Bewegungen der Strichmännchen in der Ecke entziffern, was bei den zahlreichen vorhandenen Moves doch, vor allem zu Beginn, eine entscheidende Schwierigkeit darstellt. Die zentrale Figur, auf die ihr euch deshalb konzentrieren solltet, macht auf jeden Fall eindeutige, schaffbare Bewegungen, die offensichtlich auch von echten Leuten ins Spiel übernommen wurden. Doch auch hier gibt es einen kleinen Nachteil: Während euer „Gegenüber“ zu euch gedreht ist, ist das gespiegelte Tanzen für das Gehirn sicherlich um einiges praktischer; bei mehreren Drehungen und verwinkelten Armbewegungen kann man dann aber leicht die Seiten verwechseln, trotz der im Spiel speziell markierten „Fernbedienungs-Hand“.

Das Auswerten der Bewegungen funktioniert überraschend gut, wenn man bedenkt, dass alles nur an der Fernbedienung abgelesen wird. Dennoch merkt man gelegentlich, dass man eindeutig falsch bewertet wird – sei es nun eine Auf- oder Abwertung. Eine Besserung ist bei dieser simplen Eingabemethode aber wohl kaum zu erwarten, da Fehler schon alleine durch eine eventuell falsche Position in der Hand vorprogrammiert sind. Daher lassen sich solche Gameplaylücken wie auch die vorher erwähnten Kritikpunkte nur durch Übung ausgleichen; und das funktioniert tatsächlich überraschend schnell und problemlos, oft nach nur 2, 3 Versuchen. Bei mehreren Spielern geht das zwar nicht so konsequent, ich wage aber zu behaupten, dass es den meisten dabei dann nicht um eine möglichst hohe Punkteanzahl geht – und die Chancen sind schlussendlich die gleichen.

Mit ein bisschen Toleranz fallen die unschönen Aspekte also kaum auf. Was das Tanzen mit Wii-FB in der Hand allgemein betrifft, gibt es prinzipiell keine Probleme – gewisse Handshakes, Zappeleien oder Schnipser, die Tänzer vorzeigen, lassen sich so jedoch nur schwer realisieren. Manch einer könnte sich zudem explizit auf die Bewegungen des rechten Arms konzentrieren und die anderen Körperteile außen vor lassen, was sicherlich weder im Single- noch im Multiplayer das eigentliche Ziel ist. Die Ladezeiten vor den Songs stören dank der akzeptablen Dauer von nur wenigen Sekunden übrigens kaum.

Make The Party (Dont Stop)

Auch Teil 4 bietet wieder eine gelungene und mit über 40 Titeln auch recht umfangreiche Songauswahl, wo für jeden etwas dabei sein sollte. So könnt ihr zu allen möglichen Musikrichtungen „mitshaken“: Von Partyhits wie „Call Me Maybe“ und „On The Floor“ über die Teeniestars Justin Bieber und Selena Gomez bis hin zu typischen „Gute Laune“-Liedern wie „Rock Lobster“ oder „Livin‘ La Vida Loca“ fehlt gar nichts. Auch typische Pop-Hits wie „Oops!... I Did It Again“ oder, um auch die älteren Semester anzusprechen, “Time Warp” (aus der Rocky Horror Picture Show) sind enthalten. Die kunterbunte Mischung lässt also so gut wie kein Genre aus, zu dem es sich nicht tanzen lässt. Die bei den Fitness-Übungen laufenden Tracks enthalten eigene, an die Musikrichtung angepasste Melodien. Zum großen Teil sind die Lieder übrigens in den Originalversionen enthalten, was ja leider nicht unbedingt selbstverständlich ist.

Obwohl jeder einzelne Titel in nur einer Version verfügbar ist, wird er in mehreren Situationen genutzt. Ein Beispiel dafür wäre der neue „Battle-Modus“, bei dem die Spieler gegeneinander antreten. Hier treffen jeweils die Tänzer von 2 verschiedenen Liedern aufeinander, und treten in den eigenen Songs gegeneinander an. Durch korrekte Tanzbewegungen entzieht man dem Gegenüber Energie, bis dieses schließlich verliert – es sei denn, die eigene Energieleiste geht schneller zu Grunde. Insgesamt müssen 5 Runden gewonnen werden, um als Sieger des Tanzduells „den Ring“ zu verlassen. Zu Beginn wird das Lied zufällig ausgewählt, danach wird immer das des Gewinners der Vorrunde gespielt. Die Dance-Battles werden erst mit der Zeit durch Mojo-Punkte freigespielt. Wenn einer der Tänzer von keinem Spieler ausgewählt wird, wird dieser von der KI gesteuert.

Ebenso können zu jedem vorhandenen Lied auch alternative Choreographien freigeschalten werden, wobei es auch hier weitere verschiedene Arten gibt: So gibt es beispielsweise Dance Mash-Ups; hier wird das Lied von den Charakteren (und deren Moves) anderer Songs getanzt. Das passt dann natürlich nicht immer perfekt zum Song, funktioniert zumeist aber recht gut und ist vor allem verdammt witzig. Bei „Everybody Needs Somebody To Love“ (in der Blues-Brothers-Version) gibt es als alternative Choreographie den Hand in Hand-Modus, bei dem trotz der maximal 4 verwendbaren Fernbedienungen beliebig viele Leute – Hand in Hand eben – teilnehmen können.

Wer will, kann sich auch neue Songs im Online-Shop von Just Dance 4 kaufen – zum jetzigen Zeitpunkt ist dieser in der Wii U-Version jedoch unzugänglich. Wenn es soweit ist, wird ein Song ca. 3 Euronen kosten. Gar nicht so wenig, wenn man bedenkt, dass man beim Kauf des Spiels nicht einmal einen Euro pro Song bezahlt; übertrieben teuer ist es aber auch nicht. Fans des weltbekannten „Gangnam Styles“ dürften ihre Freude haben, da Ubisoft den Titel bereits als DLC für andere Konsolen anbietet.

Wii want to dance with U

Vergleicht man die Wii U-Version mit den anderen Konsolenablegern, so findet man in ersterer einige kleine Extras. Zum einen bietet diese 3 neue Songs und nette Gimmicks wie das Erstellen von Playlists oder das Zeichnen von Bildern am GamePad, die dann auch am Fernseher erscheinen. Außerdem lässt sich – vielleicht gibt es ja Leute, die zu viert auf einen 7 Zoll großen Bildschirm starren wollen – das Bild auch vollständig bzw. nur die Lyrics auf den Controller-Bildschirm übertragen. Andererseits wurde nun auch der neue Puppet-Master-Modus ins Leben gerufen, der es einem gerade nicht tanzenden Spieler erlaubt, mithilfe des Gamepads im Geschehen mitzuwirken. Ähnlich wie bei den alternativen Choreographien wählt dieser am Touchscreen dann jene Charaktere vulgo Tanzschritte bzw. Posen aus, die die Tänzer in den nächsten Sekunden dann ausführen müssen. Zusätzlich kann der GamePad-Benutzer dann entscheiden, wer die jeweiligen Tanzschritte am besten gemeistert hat. Dieser Modus wird bei fast allen Liedern erst im Laufe der Zeit freigeschalten.

Insgesamt sind die neuen Features gelungen, aber sicher kein essentieller Part der die vorhandenen Versionen merkbar verbessert. Hat man eine Wii U und besitzt das Spiel noch nicht für die Vorgängerkonsole, so lohnt sich eine Anschaffung der HD-Version sicherlich, wenn der Preisunterschied nicht allzu krass ist. Alle anderen Spieler können getrost auch zur Wii-Version greifen (wenn sie dies nicht schon getan haben), die eigentlich vollkommen ausreicht.

8.5Wertung

Fazit

Zusammengefasst hält Just Dance 4 auch auf der Wii U auf jeden Fall das, was es verspricht. Nicht nur die passenden, gut nachahmbaren Tanzstile können überzeugen; auch die kunterbunt gemischte Auswahl an Originalsongs weiß zu gefallen. Abgerundet wird der Titel noch durch eine schöne Optik, den erweiterten Just Sweat-Modus und die verschiedenen Neuerungen wie die alternativen Choreographien. Besonders an der einfachen Menüführung und den kleinen, aber feinen Extras merkt man zusätzlich, dass sich Ubisoft wieder einiges an Mühe gegeben hat. Die Kritikpunkte wie eine gelegentlich unfaire Bewertung oder der allgemeine Zwang, die Fernbedienung während des Tanzens in der Hand zu halten, sollte man natürlich auch nicht zur Gänze unter den Tisch kehren, auch wenn die Entwickler dabei sicherlich ihr Bestes gegeben haben. Diese Aspekte werden bei Mehrspieler-Partien aber kaum eine große Rolle spielen; und selbst wenn: Spätestens nach ein paar Übungseinheiten kann man sie ausgleichen oder bemerkt sie gar nicht mehr. Tanzbeigeisterte und Partytiger können mit einem Kauf nichts falsch machen, der Titel eignet sich aber auch prima für Neulinge des Genres, die der Musik und dem Tanzen im Allgemeinen nicht abgeneigt sind.

Design
8.5
Sound
9.5
Online Multiplayer
9.0
  • Über 40 Originalsongs
  • Sehr benutzerfreundlich
  • Viele Modi
  • Schöne Optik
  • Bewertungen teils unfair

Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

👍
❤️
😂
😮
🔥
👀
🤔
🎮
🎉

0 Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!