
Harvest Moon 3D: Tales Of Two Towns
Bei Harvest Moon 3D: Geschichten zweier Städte handelt es sich um den mittlerweile fünften Teil der Serie. Vor zwei Jahren erschien dieser Titel bereits in Japan für den Nintendo DS und nun schaffte er es auch nach Europa. Als kleine Entschädigung dürfen wir, im Gegensatz zu unseren asiatischen Freunden, auf eine 3D-Version des selben Spiels zurückgreifen.
Konsole
Nintendo 3DS
3DS
Bluebell oder Konohana?
Bevor es losgehen kann, müsst ihr euch zu Beginn entscheiden, ob ihr als Junge oder Mädchen spielen wollt. Auf dem Weg zu eurer Farm passiert es und samt Pferdewagen landet ihr im Straßengraben. Zum Glück eilen sofort zwei Personen zur Hilfe, die sich als die Bürgermeister der beiden Orte Bluebell und Konohana entpuppen. Nachdem ihr wieder auf den Beinen seit, bestehen die Oberhäupter darauf, dass ihr euch für einen der beiden Orte entscheidet, um dort eurer Arbeit nachzukommen. Bluebell ist spezialisiert auf Viehzucht, während sich das Dorf Konohana auf Ackerbau konzentriert. Früher waren beide Areale sogar durch einen Tunnel verbunden und es herrschte ein freundlicher Umgangston. Nach einiger Zeit begannen die Einwohner aber zu streiten und so kam es schlussendlich zum Einsturz der Wegverbindung. Mehr soll an dieser Stelle aber noch nicht verraten werden. Wisst ihr zu Beginn nicht, welches Dorf nun das richtige ist, so ist das kein all zu großes Problem, denn die Orte können alle jederzeit besucht werden und nach zwei Wochen ist sogar ein Umzug möglich.

Welches Dorf soll es werden?
Gewohntes Gameplay
Abgesehen von der Story, unterscheidet sich Harvest Moon für den 3DS kaum von den anderen Teilen. Wie immer heißt es seine Farm mit viel Fleiß und Mühe zu betreiben und finanzielle Mittel zu beschaffen, um das Geschäft ins Laufen zu bringen. Zu Beginn stehen euch wieder Hacke, Sichel und Gießkanne zur Verfügung. So legt ihr gleich los mit dem Bestellen der ersten Felder. Die erzeugten Güter werden entweder zum Verkaufen in die Box gepackt oder für sich selbst eingelagert. Jeder Arbeitsablauf ist natürlich mit einer Anstrengung verbunden, die in Form einer Ausdaueranzeige im oberen Bildschirm dargestellt wird. Entleert sich diese, so fällt ihr todmüde um und erwacht am nächsten Morgen im eigenen Bett. Wer das nicht möchte, sollte hin- und wieder eine kleine Mahlzeit zu sich nehmen, denn im neuen Harvest Moon könnt ihr wieder den Kochlöffel schwingen und so manche Leckereien zubereiten.
Es lohnt sich gelegentlich in der Küche mit den erzeugten oder gefundenen Produkten zu experimentieren, denn allezeit finden Kochwettbewerbe statt. Dieser Wettkampf findet am Gipfel eines Berges statt. Dies ist jener Ort, an dem sich alle Bewohner beider Dörfer gelegentlich zu solchen Anlässen treffen. Natürlich liegt es an dir, den Sieg für dein Dorf zu holen. Gekochte Spezialitäten müsst ihr euch aber nicht merken, sondern werden automatisch im Kochbuch verewigt.
Die Steuerung des Spiels ist sehr einfach. Ihr bewegt euren Charakter über das Steuerkreuz oder das Schiebepad. Mit L findet der Wechsel zwischen Gehen und Rennen statt. Mit R lässt sich das gewünschte Werkzeug auswählen und mit A einsetzen. X öffnet das Inventar und mit B verlässt ihr dieses wieder. Mit Y könnt ihr gesammelte Gegenstände ins Inventar übernehmen.
Weitere Aufträge
Neben dem alltäglichen Farmleben gibt es natürlich so einiges zu tun. So könnt ihr auf Insekten- oder Kräuterjagd gehen, Angeln oder einfach nur Freundschaften mit anderen Bewohnern schließen, wobei die Dialoge oftmals sehr langweilig sind. Letzteres ist sehr leicht möglich, in dem ihr verschiedenste Aufträge der Dörfler absolviert. Mit diesen lassen sich unzählige Spielestunden verbringen und ihr erhaltet nebenbei immer wieder schöne Belohnungen in Form von seltenen Zutaten oder Gerätschaften.
Natürlich gibt es auch wieder Tiere zu betreuen und dieses Mal dauert es gar nicht so lange, bis ihr einen eigenen Vierbeiner besitzt. Ihr seid ja mit dem Pferd gekommen und dieses wartet bereits im Stall auf euch. So stehen netten Ausritten zur Erkundung der Gegend nichts im Wege. Im späteren Verlauf des Spiels wird auch euer Anhänger repariert, mit dem ihr Waren transportieren könnt. Ansonsten heißt es wieder Tiere pflegen, um eventuell sogar Produkte zu erwirtschaften. Durch Streicheleinheiten via Stylus erhöht sich eure Verbindung zu euren Tierchen. Neben bekannten Tieren wie Hund und Katze, könnt ihr dieses Mal sogar eine Eule halten.

Was in anderen Teilen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, funktioniert dieses Mal sehr schnell. So bleibt noch genug Zeit für bereits erwähnte andere Dinge. Hier lohnt sich immer wieder ein Blick auf das „Schwarze Brett“ des Dorfes.
Angestaubtes Design
Die 3DS Version bietet zum Japano-Ableger kaum Neuerungen. Der 3D-Effekt ist nett, aber steigert kaum das Spielvergnügen. Im Gegensatz zur DS-Version finden eben die Streicheleinheiten der Tiere über den Touchscreen statt. Auch könnt ihr die StreetPass-Funktion nutzen um beispielsweise Ranglisten oder Waren auszutauschen. Lokal oder über Internet könnt ihr sogar Mehrspielerpartien mit bis zu drei weiteren Farmern bestreiten. Hierzu müsst ihr aber erst etwas Landwirtschaft betreiben, bevor diese Option auszuwählen ist. Wenn du im speziellen Mehrspielerbereich Ackerbau betreibst, kannst du diese Erzeugnisse mit anderen Spielern tauschen.
Für 3DS-Verhältnisse wird einem die Optik des Games nicht vom Hocker hauen, aber wenn ihr euch bewusst macht, dass es sich um die Umsetzung eines DS-Games handelt, so ist es vertretbar. Trotzdem wirkt alles etwas angestaubt. Die Dialoge sind zwar in Deutsch gehalten und dennoch mangelt es im Großen und Ganzen an Details. Ansonsten ist wie immer alles sehr liebevoll gehalten und die Hintergrundmelodien stimmig. Auf eine Sprachausgabe wurde wieder einmal verzichtet. Vielleicht handelt es sich dabei ja um eine Überraschung im sechsten Teil, der bereits in den Startlöchern steht.
Fazit
Ein Fazit für Harvest Moon 3DS: Geschichten zweier Städte zu ziehen ist sehr schwierig. Es handelt sich zwar um einen soliden Titel, aber gravierende Neuerungen bleiben leider aus. Ein Harvest Moon, wie es leibt und lebt. Fans der Serie oder Neueinsteigern wird das Game auf alle Fälle wieder Spaß machen. Bei Geschichten zweier Städte handelt es sich um einen Titel für entspannende Spieleabende, außerdem verfügt das Game über einen tollen Umfang. Zeit solltet ihr euch auf alle Fälle nehmen, denn es kann schon dauern bis euer Hof die gewünschte Größe hat, außerdem gibt es genügend Nebenquests zu absolvieren. Obwohl die Präsentation ausbaufähig ist, sind die 30 Euro gut investiert, es sei denn ihr erwartet die großen Innovationen.
- großer Umfang
- liebevolles Design
- vieles zu entdecken
- keine wirklichen Neuerungen
- angestaubte Optik
- langweilige Dialoge
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.


