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Rayman Origins

Rayman Origins

Benjamin F.

Ein halbes Jahr nach Release der Heimkonsolenversionen erschien Rayman Origins endlich auch für mobile Nintendo-Zocker auf dem 3DS. Lange genug, um den Weihnachtshit von 2011 auch gut für den Handheld umzusetzen und vielleicht das ein oder andere Extra einzubauen?

Erfahrt es in unserer 3DS-Review zu Rayman Origins!

Rayman Origins

WII

Serie
Rayman
Entwickler
Ubisoft
Publisher
Ubisoft
Konsole
WII3DS
Spieler
1–4 lokal
Freigabe
USK ab 6

Inzwischen ist es bereits über 15 Jahre her, seit Ubisofts arm- und beinloser Rayman das erste Mal das Licht der Videospielwelt erblickte. Nach dem dritten Teil, der anno 2004 erschien, wurde es um die Hauptserie aber still. Erst letztes Jahr überraschte das Entwicklerstudio mit der Veröffentlichung von Rayman Origins für die aktuelle Heimkonsolengeneration. Eine 3DS-Version sollte zwar wenig später erscheinen, wurde aber immer wieder verschoben und kam letztendlich erst ein halbes Jahr später auf den Markt. Ob das signifikante Besserungen mit sich brachte und wie das Jump n’ Run nun auf dem mobilen Gerät realisiert wurde, könnt ihr in folgendem Spieletest nachlesen.

Back to the Roots

Nachdem sich die 2D-Nachfolger bekannter Nintendo-Serien als sehr beliebt herausgestellt hatten, verpasste auch Ubisoft der Kultfigur Rayman kurzerhand wieder einen Sidescroller, um die Wurzeln der Franchise neu zu beleben. Um die Herkunft des arm- und beinlosen Chaots geht es diesmal übrigens auch in der Story des Spiels, die aber eher eine nebensächliche Rolle spielt.

Wer den Titel bereits von anderen Konsolen kennt, kann hier eigentlich aufhören zu lesen, da es sich bei dieser Handheld-Version, was Leveldesign und Umfang betrifft, um einen simplen Port handelt; die einzigen Unterschiede sind der gedämmte Schwierigkeitsgrad (mehrere Lums & weniger Gegner), der durchaus solide 3D-Effekt und der fehlende Multiplayer.

Ansonsten gibt es zum Spielprinzip selbst nicht wirklich viel zu sagen: Gleich zu Beginn findet ihr euch in einem zweidimensional begehbaren, aber sehr hübsch und detailreich gestalteten Wäldchen wieder, das schon einmal auf eine liebevolle Optik hinweist, die ihr letztendlich - soviel sei schon einmal verraten - auch bekommen werdet. So können auch spätere Umgebungen in frostigen Gefilden oder feurigen Höhlen den Spieler ins Staunen versetzen. In über 60 Levels verschiedener Welten gilt es nun, mit Rayman oder einem seiner Freunde (wie z.B. Globox), die der Spieler nach und nach freischaltet, das Ziel zu erreichen. Auf dem Weg erlangt die Figur, zusätzlich zu den Grundeigenschaften, dem Hüpfen und Schlagen, weitere nützliche Fähigkeiten, wozu auch das klassische Schweben mit der Frisur gehört. So müsst ihr jene Kräfte dann dazu nutzen, Schluchten zu überwinden, Gegner zu verkloppen oder auch flüchtenden Klavierflügeln zu folgen. Ab und zu müsst ihr Umgebungen auch per Flugtier schießend bzw. saugend überwinden, wie man es beispielsweise von Retro-Space-Shootern kennt.

Zusätzlich solltet ihr auf eurer Reise so viele Electoons wie möglich einsacken, wobei ein Level 3 bis 5 Stück beherbergt. Einer verbirgt sich jeweils am Ende in einem Käfig, weitere zwei bekommt ihr, wenn ihr zuvor genügend Lums gesammelt habt. So bekommt ihr beispielsweise ab 150 gesammelten Stück ein weiteres Electoon, ab 300 dann das Zweite. Habt ihr übrigens noch mehr mitgenommen, gibt es auch eine obere Grenze, bei deren Überschreitung eine Goldmedaille wartet. Wenn es sich nicht um ein kürzeres Spezial-Level handelt, sind zwei weitere Electoon-Käfige in (teilweise gut versteckten) Mini-Abschnitten zu finden. Die vorhin erwähnten Lums sind im Übrigen runde Glühwürmchen, die gleichmäßig über die Spieloberfläche verteilt sind. Ihr bekommt aber auch welche für das Beseitigen von Gegnern oder – im 40er-Bündel – beim Sammeln von Lums-Münzen. Erwischt man einen seltenen, schlafenden Lums-König, sind die gelben Winzlinge für einige Sekunden sogar das Doppelte wert.

Desto mehr Electoons ihr euer Eigen nennt, desto mehr Spielinhalte schaltet ihr frei, was Zusatzlevel und neue Figuren betrifft. Diese Erfolge werden natürlich gespeichert und können per Streetpass auch an andere Origins-Besitzer übertragen und verglichen werden – Die einzige inhaltliche Neuerung gegenüber den Versionen der anderen Konsolen. Das ändert aber leider nichts daran, dass es sich nur um ein Gimmick handelt, welches den Gesamteindruck nur minimal steigert. Übrigens sind die Erfolge mitsamt den Electoons und Goldmedaillen nur optional zu Sammeln – Ihr könnt die Welten auch geradewegs durchlaufen, um zum Ende zu gelangen.

Abgespeckte Grafikleistung

Hübsche, detailreiche und liebevoll gestaltete Umgebungen sowie herrlich alberne Charakter – Hier haben sich die Entwickler richtig Mühe gegeben. Wenn einem bewusst ist, dass diese für weit leistungsfähigere HD-Standkonsolen entstanden sind. So laufen die Bilder zwar genauso hübsch, dafür aber mit halber Framerate über den kleinen 3DS-Schirm, auf dem die schicke Szenerie sowieso schon nicht ganz genossen werden kann. Das sorgt übrigens auch für eine etwas schwammigere Steuerung, an die man sich jedoch schnell gewöhnen kann; etwas ärgerlich ist das aber trotzdem. Bei schnelleren Bewegungen sind zudem teilweise unschöne Pixelblöcke erkennbar und es kann zu Rucklern kommen. Zumindest beim 3D-Effekt hat die Grafik auch positive Perspektiven: Durch stark hervorgehobene Flächen erreicht das Spiel einen sehr nett anzusehenden Pop-Up-Bilderbuch-Effekt. Außerdem werden am Touchscreen der aktuelle Levelfortschritt sowie bereits gefundene Electoons-Käfige angezeigt.

Kratziger Soundtrack

Auch die grandiosen Melodien wurden bei den Standkonsolenvertretern hochgelobt – und leider hat auch hier die miese 3DS-Portierung ihre Spuren hinterlassen. Erst viel es mir fast gar nicht auf, später konnte ich bei gewissen Musikstücken aber bereits klare Kratzer heraushören. Zur Überprüfung habe ich die Konsole sogar an einer Stereoanlage angehängt und schon bei ganz leisen Klängen die Störgeräusche erkannt – Damit ist klar, dass es definitiv am Spiel und nicht an übersteuerten 3DS-Lautsprechern liegt. Weiters scheint auch der Ton mit der halben Framerate nicht zu Recht zu kommen und spielt den letzten Part der Musikstücke immer wieder ab, was manchmal ziemlich unsauber geschnitten wirkt.

Fehlender Ko-Op-Modus

Ein weiteres Mal hat die Heimkonsolenversion die Nase vorn – Den der spaßige Multiplayermodus wurde wie auch schon beim Konkurrenzhandheld gnadenlos entfernt. So ist es nicht mehr möglich, bis zu drei Freunde jederzeit ein- bzw. aussteigen zu lassen. Natürlich leidet der Einzelspielermodus nicht darunter, dem Gesamteindruck hätte es aber sicher nicht schlecht getan.

Einen Kauf wert?

Wer Rayman Origins unbedingt immer und überall dabei haben möchte oder nur einen 3DS besitzt, wird wohl nicht um den Titel herumkommen. Schließlich bekommt der Käufer doch auch hier ein vollwertiges, witziges und vor allem richtig gutes Jump N’ Run, das vom Umfang her den „großen“ Heimkonsolenvertretern nichts nachsteht. Allerdings muss man dann auch mit der schwammigeren Steuerung, dem kratzigen Ton, der gesenkten Framerate und dem fehlenden Multiplayer-Modus leben können. Andere sollten eher zum Pendant für die Standkonsole greifen, zudem ein solches bereits für ca. 20 Euro zu haben ist, während man für die 3DS momentan noch das Doppelte zahlt. Hier bekommt der Spieler die Software dann auch in einem Format, bei dem die großartige Arbeit, die geleistet wurde, ordentlich zu sehen ist und hat nicht das Gefühl, eine lieblos hingeschleuderte Umsetzung in der Hand zu halten. Eine solche ein halbes Jahr nach dem Release weitaus besserer Varianten herauszubringen, ist meiner Meinung nach echt schwach und sollte in Zukunft bitte vermieden werden.

7.5Wertung

Fazit

Rayman Origins ist ein ebenso großartiges sowie liebevoll gestaltetes Jump N’ Run-Abenteuer, das mit viel albernem, aber witzigem Humor gespickt ist und damit für jede Altersgruppe geeignet ist. Leider trüben der fehlende Multispielermodus sowie die miese Technik den Gesamteindruck der 3DS-Version. Wer darüber hinwegsieht, kann gerne zugreifen; Anderen sei aber die mittlerweile billigere Heimkonsolenvariante ans Herz gelegt.

Design
8.0
Sound
4.0
  • Netter 3D-Effekt
  • Liebevoll gestaltete Umgebungen
  • witzige Figuren
  • Halbe Framerate
  • Kratzender Sound
  • Kein Multiplayer-Modus

Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

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