
Die Abenteuer von Tim & Struppi - Das Geheimnis der Einhorn

Die Abenteuer von Tim & Struppi - Das Geheimnis der Einhorn
3DS
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Ubisoft
- Publisher
- Ubisoft
- Spieler
- 1–2 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Auch wenn es mittlerweile 35 Jahre her ist, dass der letzte Band von Tim und Struppi erschien, hat die Serie bisher nichts an ihrer Faszination verloren und bietet von daher eine ideale Vorlage für einen 3D - Animationsfilm. Auch wenn dies sicherlich eine Vielzahl von Fans eher die Nase rümpfen lies, denn Hergé, der geistige Vater des Reporters Tim, war eher für seinen zwar detailierten aber doch minimalistischen Zeichenstil bekannt. Es bleibt also Geschmackssache ob die Fortführung der Serie einem zusagt oder nicht. Zumindest dürfte sie zumindest bei jüngeren, denen die Serie bisher unbekannt war, das Interesse wecken sich die Originalbände zu Gemüte zu führen.
Tims Ausflüge in die Gefielde der Videospiele liegen ebenfalls ein ganzes Stück zurück. So bestritt er seine letzten Abenteuer noch auf dem Super Nintendo und dem Gameboy Color. Mit Erscheinen des neuen Films läuft die Merchandisingmaschinerie wieder auf Hochtouren und dementsprechend erwarten uns gleich mehrere Adaptionen von Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn
Auf Abenteuerkurs
Die Geschichte beginnt damit, dass Tim auf einem Trödelmarkt ein Modellschiff der Einhorn erwirbt. Kurz nach dem Kauf wird er von einem Fremden angesprochen, der ihm das Vielfache des von ihm gezahlten Preises für die Miniatur bietet. Als Tim dies abschlägt reagiert der Mann sehr ungehalten. Kurz darauf wird unser Held attackiert und die Einhorn wird ihm entwendet. Zuvor findet der Reporter allerdings einen versteckten Zettel in dem Schiff welcher kryptisch auf weitere Schiffe hinweist.
Nun setzt Tim natürlich alles daran, das Modell wiederzuerlangen um das Geheimnis, welches er hinter der versteckten Nachricht vermutet, zu lüften. Im Laufe seiner Ermittlungen trifft er auf Kapitän Archibald Haddock, seinerseits Nachfahre des Kapitäns der Einhorn. Dieser ist der Meinung, dass auf seiner Familie ein Fluch liegt. Tim kann ihn davon überzeugen, dass sie ein gemeinsames Ziel haben, nämlich das Geheimnis des damals unter zweifelhaften Umständen gesunkenen Segelschiffs zu klären. Schließlich befand sich allem Anschein nach ein Schatz auf der Einhorn.
Auch wenn ein Großteil des Spiels ein typischer Plattformer ist, bietet es doch sehr viel Abwechslung. So müsst ihr zum Beispiel ein Ruderboot steuern um als erster ein Rettungsflugzeug zu erreichen, welches ihr danach durch eine Gewitterfront steuern müsst. Daneben gilt es ebenso Unterwasserpassagen zu meistern, wie Flugeinlagen mit Hilfe eines Papageis zu absolvieren. Und als wäre das noch nicht genug, schlüpft ihr auch noch in die Rolle von Haddocks Vorfahren. Dieser muss bis an die Zähne bewaffnet Kämpfe in der Egoperspektive austragen und sein Schiff mit den bordeigenen Geschützen gegen Freibeuter verteidigen.
Eure Widersacher könnt ihr auf mannigfaltige Weise ausschalten oder austricksen. Am einfachsten
aber nicht immer am sinnvollsten ist es, in den direkten Konflikt zu gehen. Aber Vorsicht, nicht alle Gegner lassen sich problemlos K.O. schlagen! Manchmal ist es auch von Nöten den Gegner auf eine wohl platzierte Bananenschale zu locken oder einen Kronleuchter auf ihn fallen zu lassen. Auch die Methode sich in einem Fass zu verstecken und dem vorbeilaufenden Feind dessen Deckel auf den Kopf zu schlagen, hat sich sehr gut bewährt
Gegenstände mit denen Tim interagieren kann, werden dabei immer speziell gekennzeichnet.
Grundsätzlich legt das Spiel mehr Wert darauf, dass ihr euch durch Witz und Einfallsreichtum nach vorne kämpft und nicht durch rohe Gewalt. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass die Attacken und Fallen allesamt sehr slapstickangehaucht sind.
Die wenigen vorkommenden Rätsel sind nicht besonders tiefgründig oder komplex. So gilt es Aufzüge zu aktivieren oder im Zusammenspiel mit Haddock Mechanismen in Gang zu setzen um den weiteren Weg zu ebnen.
Neben dem Geschichtsmodus beinhaltet der Titel zwei weitere Modi: Zum einen den Tim und Haddock-Modus. Hierbei findet man sich in den wirren Träumen des Kapitäns wieder. Ziel ist es die seltsamen Traumlevel so schnell als möglich zu durchqueren. Dieser Modus kann alleine oder via lokalem Spiel zu zweit gespielt werden. Bestzeiten können via StreetPass verglichen und ausgetauscht werden.
Wer die Passagen abseits der Jump and Run – Bereiche am besten fand, der kann sich unter Wettkämpfe nochmals besonderen Herausforderungen im Schwertkampf, dem Fliegen und dem Motorradfahren stellen. In verschiedenen Varianten gilt es hierbei steigende Schwierigkeitsgrade zu meistern.
Das Pass-Menü aus der 3DS-Version gibt ist hier nicht, dafür könnt ihr im Bonusbereich die Zwischensequenzen nochmals ansehen und Charakterbeschreibungen der bereits getroffenen Personen durchlesen.
Technik
Ob zu Land, im Wasser oder in hohen Lüften, der Titel lässt sich jederzeit sehr gut und angenehm steuern. Die optional verfügbare Steuerung mit MotionPlus macht sich bei den Flug-, und Schwertkampfsequenzen durchaus bezahlt.
Auch wenn die Wii-Version keine 3D-Unterstützung bietet, kann sie sich durchaus sehen lassen. Die Animationen sind, egal ob in der Seitenansicht oder der Egoperspektive, jederzeit flüßig. Die liebevoll animierten Zwischensequenzen runden die gelungene Optik gut ab.
Leider ist der Levelaufbau nicht sehr abwechslungsreich.
Der Sound hält sich beim Spiel dezent im Hintergrund. Es gibt einige situationsangepasste Melodien und natürlich Soundeffekte, aber eine etwas tragendere musikalische Untermalung wäre wünschenswert gewesen.
Ein besonderes Extra ist die komplett deutsche Sprachausgabe, mit den original Stimmen.
Hunderttausend Höllenhunde, das lässt die schwache Akustik schon fast in den Hintergrund treten.
Gerade Fans der Serie dürften sich freuen, wenn Kapitän Haddock loslegt.
Fazit
Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn ist ein solides Jump and Run mit einigen Ausflügen ins Actiongenre. Trotz seines relativ niedrigen Schwierigkeitsgrades und dem leider sehr knapp gehaltenem Geschichtsmodus, liefert Ubisoft mit dem Titel für eine Filmadaption ein sehr brauchbares Spiel ab.
Die beiden Modi Tim und Haddock und Wettbewerb bieten zwar keine Langzeitmotivation, aber zumindest zusätzlichen Inhalte, welche über die relativ kurze Geschichte hinwegtrösten.
Trotz der nicht überzeugenden Musikkulisse kann der Titel technisch durchaus überzeugen. Die Optik des Kinofilm wurde sehr gut eingefangen und die Zwischensequenzen lockern das Ganze nicht nur auf, sondern sie sorgen dafür, dass die Ereignisse schön miteinander verknüpft werden. Die komplett deutsche Sprachausgabe sorgt zusätzlich dafür, dass der Charme der Comicserie auf den Spieler überspringt.
Die Steuerung geht gut von der Hand und die MotionPlus-Unterstützung macht bei den Actionsequenzen eine gute Figur.
Wer als Liebhaber der Comics über kleine Abweichungen vom Original hinwegsehen kann, sollte hier ebenso zugreifen wie Freunde von guten Jump and Runs.
- abwechslunsgreich
- Tim & Struppi Charme
- original Sprecher
- sehr leicht
- kurze Geschichte
Vielen Dank an die Firma Ubisoft für die Bereitstellung des Testmusters.

