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Pilotwings Resort

Pilotwings Resort

Ulrich

Schon viele Jahre ist es her, dass Pilotwings für den Super Nintendo erschien (1990). Damals bot das Spiel eine für damals neuartige Grafik, welche einem das Gefühl gab, wirkliche Höhenflüge zu absolvieren. 1996 erschien auch noch eine Version für den Nintendo 64. Fünfzehn Jahre später möchte man nun mit einer Neuauflage für den 3DS ähnliche Erfolge erzielen. Auch dieses Mal setzt man, wie schon beim ersten Teil der Serie, auf eine für heutige Zeit neuartige Optik. Ob sich der Weg in die 3D-Gefilde gelohnt hat und ob der Zusatz „Resort“ und die Mii-Charaktere dem Game zu einem Flug an die Spitze der Spielecharts verhelfen könnten, erfährt ihr in den nächsten paar Zeilen.

Pilotwings Resort

3DS

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
3DS
Spieler
1 lokal

Back to Wuhu-Island

Wuhu-Island ist so manchen aus „WiiSports Resort“ bekannt. Jene Location findet auch in „Pilotwings Resort“ den Weg zurück auf eine Konsole. Früher noch zum größten Teil aus der Bodennähe betrachtet, macht man sich nun erneut auf in luftige Höhen. Es begegnen einem unter anderem neue Sehenswürdigkeiten und „Wedge Island“.

Nachdem man sein Mii ausgewählt und die Empfangsdame einen begrüßt hat, muss man nur mehr die nötigen Papiere unterschreiben (natürlich mit dem Stylus) und schon kann es losgehen. Zu Beginn stehen einem drei Fluggeräte zur Verfügung, welche in einem Mini-Tutorial erklärt werden: Der Propellerflieger, ein Paragleiter und der Raketenrucksack. Im Laufe des Spiels werden aber noch einige mehr dazukommen. Spätestens dann, wenn alle ausprobiert wurden, wird man feststellen, dass sich alle Geräte unterschiedlich, aber doch ähnlich steuern.

Gesteuert wird mit dem Digipad. Das Fliegen funktioniert von alleine (zumindest beim Paragleiter und beim Flugzeug). Mit den Tasten A und B lässt sich (je nach Gerät) ein Turbo einsetzen, Bremsen oder wie beim Raketenrucksack das Teil überhaupt bedienen. X und Y sind für verschieden Ansichten gut und die Schultertasten zum Neigen oder per Doppeklick zum Absolvieren einer Rolle mit dem Flugzeug.

Wir stellen uns der Aufgabe

Um Erfahrungen als Pilot zu sammeln, stehen einem zwei Spielvarianten zur Verfügung - der Missions- oder der Freiflugmodus. Bei ersterem ist das Ziel, sich Medaillen zu verdienen. Diese erlangt man, indem verschiedene Aufgaben bewältigt werden. Jedes Mal, nachdem eine gewisse Anzahl an Missionen geschafft wurden, erhält man eine neue Medaille. So kämpft man sich Stufe für Stufe nach oben. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Klassen, die einen steigenden Schwierigkeitsgrad bieten: Anfänger-, Bronze-, Silber-, Gold- und die Plantinklasse.

Je nachdem, welches Fluggerät gewählt wurde, erhält man Aufträge, die zu erfüllen sind. Wie bereits erwähnt bietet das Game einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Zu Beginn sind einfache Dinge zu „erfliegen“, wie beispielsweise der Flug durch Ringe. Was hier noch sehr stark an die Vorgänger erinnert, wird schon bald durch abwechslungsreichere Aufgaben abgelöst. So muss man mit dem Flugzeug oder dem Raketenrucksack punktgenau auf irgendwelchen Stellen landen bzw. mit dem Paragleiter Fotos von Sehenswürdigkeiten schießen. Es gilt Brände zu löschen, UFOs einzusammeln, um sie zum Mutterschiff zu bringen oder die Nachahmung waghalsiger Tricks von Pilotenfreunden. Mit jeder Klasse steigt auch die Anzahl an Kriterien, die es zu erfüllen gibt, um maximale Punkte zu erreichen.

Highscorejagd

Je nachdem, wie erfolgreich die Mission verlaufen ist, erhält man einen gewissen „Score“ gutgeschrieben. Dieser wird von mehreren Kriterien beeinflusst. Ziel ist es, bei jeder Mission die 3 maximalen Sterne inkl. roter Kontur zu erreichen. Hier sind aber eher Highscorejäger gefragt, denn auch mit mindestens zwei von dreien erreicht man den nächsten Cup. Um eine perfekte Punkteanzahl zu bekommen, sollte man folgende Dinge beachten:

• Missionszeit
• Anzahl der erledigten Sekundärziele
• Anzahl der zerplatzen Ballone, durchflogenen Ringe etc.
• Genauigkeit und Härte der Landung (sanfte bevorzugt)

Jede dieser Kriterien hat eine gewisse Höchstgrenze an Punkten, die man erreichen kann. Die Anzahl aller Punkte der jeweiligen Kategorie ergibt dann die Gesamtpunkteanzahl. Kurz gesagt, wer schnell, genau und elegant fliegt, wird auch die besseren Chancen haben. Der Faktor „Highscore“ ist in diesem Spiel sehr motivierend und man erwischt sich immer wieder beim Versuch, seine vorherige Punkteanzahl zu toppen. „Pilotwings Resort“ ist zwar vor allem für Casual-Gamer gedacht, aber besonders auch „Highscorefans“ werden ihre Freude damit haben. Eine perfekte Mission hinzulegen ist nämlich alles andere als leicht...

Im „Freiflug“ über Wuhu Island

Wer „WiiSports Resort“ sein eigen nennt, dem wird der Freiflugmodus bekannt vorkommen. So wählt man ein Fluggerät und begibt sich auf Erkundungstour. Man kann zwar frei durch die Gegend fliegen, ist aber an ein Zeitlimit von zwei Minuten gebunden. Auch kann man Informationspunkte verschiedener Orte erreichen und sammeln, bunte Ballons zum Platzen bringen oder durch goldene Ringe fliegen. Auch die Tageszeit lässt sich frei wählen, wobei hier einiges im Missionsmodus freigeschaltet wird. Im Freiflugmodus kann man so einige Boni bekommen. Je nachdem, wieviele Dinge hier gefunden, zerplatz oder was auch immer wurden, schaltet man Miniaturausgaben (Dioramen) seiner Flieger oder von Monumenten frei. Diese lassen sich dann in aller Ruhe bestaunen. Um aber wirklich alle versteckten Objekte zu finden, ist sehr viel Ausdauer gefragt. Immerhin gibt es über 300 von diesen.

Neben der verschiedenen Tageszeiten (leider gibt es nur drei davon, was wiederum irgendwie logisch ist), wären sicher verschiedene Witterungsbedingungen wünschenswert gewesen. Auch die Funktionen „Street Pass“, „Multiplayer (inkl. Online-Gaming)“, „Mii-Lobby“ und „Game Coins“ werden nicht unterstützt. Es gibt also noch einiges an Potential für einen weiteren Teil der Serie.

Flug in die dritte Dimension

Auch über die grafische Umsetzung gibt es nur positives zu berichten. Das Spiel ist zwar in einem simplen Comic-Look gehalten, aber egal zu welcher Tageszeit man sich in luftige Höhen begibt, sehen die Farben und Effekte perfekt aus und vermitteln eine tolle Atmosphäre. Hin und wieder schwächelt die Textur ein wenig, aber wirklich nur sehr selten und nur bei gewissen Flugmanövern.

Die Hintergrundmusik bietet keine orchestralen Meisterstücke, auch lädt es nicht zum Mitsummen ein. Aber immerhin ist sie nicht störend und schafft es doch hin und wieder, gute Laune zu vermitteln.

Für einen Launch-Titel wohl die wichtigste Frage. Wie sieht es mit dem 3D-Effekt aus? Kurz gesagt, die Tiefe passt. Der Ausflug in die dritte Dimension lohnt sich und wirkt beinahe perfekt. „Pilotwings Resort“ ist wohl eines der Launch-Spiele, mit dem stärksten 3D-Effekt. Doch nicht nur optisch macht dieser etwas her, sondern ist auch noch praktisch. So lassen sich Abstände besser einschätzen, Dinge besser anvisieren, das Landen ist um vieles leichter usw. Dies ist natürlich ein Vorteil, da punktgenauere Manöver möglich sind und die Chance auf den Highscore steigt.

Wie schon erwähnt stimmt die Tiefe, aber auch die Weitsicht. Vor allem in der Ego-Perspektive eines Fluges verstärkt sich das Empfinden, wirklich am Geschehen teilzuhaben. Flugzeuge ziehen Fluglinien und durch diese hinweg lässt sich in tiefere Umgebungen blicken... Ein fabelhaftes Erlebnis ist also „vorprogrammiert“!

8.0Wertung

Fazit

„Pilotwings Resort“ ist wohl eines der stärksten Launchspiele für den 3DS. Der 3D-Effekt bringt nicht nur Spaß, sondern ist auch praktisch. Durch präzisere Manöver erhöht sich die Chance auf ein perfektes Ergebnis. Weiters wurde dieser verdammt gut in Szene gesetzt. Auch die Farben passen, lediglich die Hintergrundmusik schwächelt ein klein wenig. Ein kleiner Wermutstropfen könnte die Länge des Spiels sein, welche mit etwa 10 Stunden doch etwas gering ist. Ob das Spiel Langzeitmotivation mit sich bringt, hängt vom Spieler selbst ab. Highscorejäger und Bonisammler werden sicher sehr viel Zeit damit verbringen können, da es nicht leicht ist, perfekte Ergebnisse einzufahren. Ist man sich dieser Tatsache bewusst, so ist die Entscheidung, ob dieses Spiel etwas für einen ist, gleich um einiges leichter. Wer also auf starke 3D-Effekte setzt, die einen in den Bann ziehen und dazu ein Spiel sucht, welches Spaß macht, dem sei „Pilotwings Resort“ empfohlen. Mit diesem Launch-Titel kann man sicherlich nichts falsch machen!

Design
7.5
Sound
7.0
  • toller 3D-Effekt
  • motivierendes Spielprinzip
  • viele Bonusitems
  • simpler Comic-Look
  • kurze Spielzeit
  • teils fade Hintergrundmusik

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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