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Harvest Moon DS

Harvest Moon DS

Krystal

Harvest Moon DS

NDS

Entwickler
Marvelous
Publisher
Rising Star
Konsole
NDS
Spieler
1 lokal

Es war einmal...in einem weit entfernten Land namens „Vergissmeinnicht-Tal“. Da lebten ein paar friedfertige Menschen und zwei mächtige Schönheiten die irgendwie ein Problem miteinander hatten. Eine Hexenprinzessin und eine Erntegöttin.
Die Erntegöttin hatte ihre Freude daran Frohsinn zu verbreiten. Überall wo sie auch auftauchte entfuhr ihr ein fröhliches „Taaadaaa!“. Die Hexenprinzessin fand dies unerträglich, also teleportierte sie die Göttin, dank ihrer miserablen Zauberkünste, kurzerhand mitsamt ihren Erntewichteln in eine andere Dimension. Klingt zugegebenermaßen etwas abgedreht, aber ist tatsächlich die Story von Harvest Moon für den Nintendo DS.
Aufgabe des Spielers ist es nun, unsere Freundin, die Erntegöttin, mitsamt ihren 101 Dalmatinern, ähm, Erntewichteln ins schöne Vergissmeinnicht-Tal zurückzubringen.
Welch ein Glück, die Story spielt nur eine nebensächliche Rolle in diesem Spiel und wir dürfen uns primär auf unsere wohlbekannten und heißgeliebten Aufgaben als Bauer konzentrieren.

Wer Harvest Moon kennt, weiß wie alles beginnt: Mit einem Haufen Unkraut und Dreck den es zu beseitigen gilt. Dies ist wie immer schnell geschehen. Nun liegt es an euch wie ihr an Geld kommt. Denn Geld regiert nun auch einmal im Vergissmeinnicht-Tal die Welt. Also schnappt ihr euch eure Werkzeuge, grabt euer Feld um, säät ein paar Steckrüben, Kartoffeln, Tomaten oder Zwiebeln, pflegt diese mit liebevollem Körpereinsatz und eurer Gießkanne und wartet bis ihr sie zu Geld machen könnt.

Bauen nach Wunsch

Ich darf euch beruhigen, Harvest Moon DS bietet durchaus auch neue Möglichkeiten. Schließlich soll auch alten Harvest Moon - Hasen nicht langweilig werden.
Eine ganz fantastische Neuerung ist die Möglichkeit, eure Farm selbst zu gestalten. Ihr dürft die zu bauenden Gebäude platzieren wo ihr möchtet und könnt so individuell den vorhandenen Platz verplanen. Desweiteren gibt es verschiedene Baumaterialien mit unterschiedlichen Eigenschaften. Gras, Holz, Stein und goldenes Holz. Ställe und Schuppen aus Gras sind verständlicherweise sehr instabil, können bei Regen in sich zusammenfallen und alles was sich darin befindet, seien es Tiere oder Materialien, sind verloren. Holz ist etwas stabiler, stürzt aber spätestens beim nächstbesten Tornado oder Schneesturm ein. Am sichersten fährt man mit Stein. Gebäude aus Stein sind allerdings sehr teuer, noch dazu braucht man eine große Menge an Material und das zu sammeln braucht seine Zeit. Gebäude aus Goldenem Holz sind unverwüstlich, aber fast unbezahlbar.
Wie ihr seht liegt es also ganz an euch was ihr aus eurer Farm macht.

Der Bauer und das liebe Vieh

Was wäre Harvest Moon ohne Bauers liebste Einnahmequelle? Das Getier. Zu Beginn bekommt ihr erstmal Katze und Hund. Die Katze dient als Deko, der Hund kann mit einem Ball trainiert werden und so die Farm vor wildernden Hunden schützen. Zu einem späteren Zeitpunkt im Spiel bekommt ihr auch wieder ein Pferd das euch wie üblich beim Einholen der Ernte behilflich sein kann. Sobald ihr euch Ställe habt bauen lassen, gibt es die Möglichkeit weitere Tiere zu erwerben.
Das Spiel bietet Kühe, Schafe, Hühner und Enten. Ihr könnt Geld mit ihren tierischen Produkten verdienen, allerdings nur wenn ihr sie gut pflegt und viel knuddelt. Pflegen und Knuddeln wird dank Touchscreen etwas innovativer als bisher. Ein Handschuh ermöglicht es euch eure Tiere „direkt“ zu streicheln und zu bürsten und zwar mit Hilfe des Touchpens. Desweiteren könnt ihr sie damit melken oder scheren und somit auch die Milch-oder Wollproduktion in die Höhe treiben. Ist die Kuh glücklich, freut sich der Bauer und dessen Konto.

Bauer sucht Frau

Natürlich sollte kein wohlhabender Bauer sein Leben alleine verbringen. Aber für Abhilfe ist natürlich gesorgt. Das Vergissmeinnicht-Tal bietet neben einmalig schöner Flora und Fauna auch viele bezaubernde Mädchen die gerne verheiratet werden wollen.
Fünf Mädchen suchen einen Ehemann. Desweiteren noch vier Spezialcharaktere die etwas schwerer zu überzeugen sind, unter anderem unsere Freundin die Hexenprinzessin oder eine niedliche Meerjungfrau. Die normalen Mädels kann man nach dem gleichen System erobern welches wir auch schon aus Friends of Mineral Town für den GBA kennen. Macht ihnen Geschenke, überzeugt sie das ihr der Richtige seid und verwandelt ihr anfangs farbloses Herz in ein großes rotes Herz das nur für euch schlägt. Aber vergesst nicht eure Nebenbuhler. Wenn ihr euch zu lange Zeit lasst, kann es passieren das sie euch euer Herzblatt vor der Nase wegheiraten. Sollte es euch trotz Rivale und haufenweise Farmarbeit gelingen ein Mädchen zu heiraten, dürft ihr euch auf baldigen Nachwuchs einstellen.

Natürlich leben im Vergissmeinnicht-Tal auch noch viele andere sympatische Charaktere. Alte Harvest Moon - Hasen werden sowohl das Tal, als auch seine Einwohner aus dem Spiel A Wonderful Life für Nintendo Gamecube kennen. Im Grunde gibt es kaum Unterschiede. Trotz allem macht es Spaß sich mit den Leuten anzufreunden. Gute Freunde kommen gerne einmal zu Besuch, plaudern aus dem Nähkästchen oder machen einem kleine Geschenke.

Es gilt so Manches zu erleben

Leider hat das Harvest Moon DS durchaus auch Schwächen. Sehr schade finde ich zum Beispiel die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten. Das Tal an sich bietet keine Läden und Geschäfte. Wenn man etwas möchte oder braucht, wird es per Telefon bestellt. Anruf genügt und schon werden Samen, Tiere oder Lebensmittel ans Haus geliefert. Desweiteren gibt es die Möglichkeit des Teleshopping. Auf diese Weise kann man beispielsweise eine komplette Küche und ein paar weitere Einrichtungsstücke erwerben. Diese braucht man übrigens auch um überhaupt eine Frau von sich überzeugen zu können. Kochen ist möglich sobald man die Küche besitzt. Wie immer ein schönes Extra.

Damit im Spiel keine Langeweile aufkommt, gibt es zahlreiche Feste und Wettbewerbe die sich über das Jahr verteilen. Beispielsweise gibt es einen Kochwettbewerb bei dem ihr eure selbstkreierten Gerichte zur Schau stellen könnt.
Verschiedene Minen wecken den Forscherdrang in euch. Hier könnt ihr zum Beispiel Metalle finden mit denen ihr eure Werkzeuge verbessern könnt. In einer Mine könnt ihr nach Halsketten, Parfum oder Broschen graben, über die sich Mädchen besonders freuen werden. Außerdem könnt ihr noch ein paar sehr seltene und vorallem überraschende Dinge in den Minen finden, wenn ihr nur genug Ausdauer beweist.

Erinnert ihr euch noch an die Erntewichtel die zusammen mit der Erntegöttin verschwunden sind? Durch eure alltägliche Farmarbeit könnt ihr diese zurückholen, ihr müsst nur fleißig genug sein. Sobald die Wichtel zurück im Tal sind, können sie euch bei euren Arbeiten helfen. Tiere pflegen, Holz hacken, Pflanzen wässern, alles kein Problem für die flinken Kerlchen und wer weiß, wenn ihr genug von ihnen findet, taucht vielleicht auch bald wieder die Erntegöttin auf.

Die Invasion der Käfer

Ein altbekanntes Problem der Harvest Moon-Spiele, hat sich auch hier wieder eingenistet. Eine schlampige Übersetzung und viele Bugs. Kann man bei der Übersetzung noch zwei Augen zudrücken, gibt es einige Bugs die leider den Spielspaß enorm trüben. Mir ist das Spiel sehr oft eingefroren, was besonders ärgerlich ist, wenn man mal vergessen hat vor dem schlafen gehen zu speichern. Kleiner Tipp: Gewöhnt es euch an. Ein besonders fieser Bug sorgt für das Verschwinden ganzer Spielstände. Ich kenne ihn nur von der US-Version, aber scheinbar tritt er auch noch in der PAL-Version des Spieles auf. Desweiteren hört man hier und da von mysteriösen Pixelhaufen die plötzlich über den Bildschirm huschen und es gibt einen fiesen Bug, der einen plötzlich mit einem randvollen Geldbeutel aufwachen lässt und einem somit eine gehörige Portion Spielspaß raubt.

Ein Feature der US-Version wurde scheinbar ganz aus dem Spiel gestrichen. In der US-Version war es möglich Mineral Town zu besuchen und eventuell eines der dort ansässigen Mädchen zu heiraten, wenn ihr „Friends of Mineral Town“ im GBA-Slot stecken hattet.

Schön anzusehen

Leider haben die Entwickler die Steuerung des Spiels auf Tasten und Touchscreen zusammen ausgelegt, es muss also desöfteren umgegriffen werden. Das kann zuweilen etwas nervig sein. Die Grafik liegt auf dem Niveau des GBA-Vorgängers, was aber keineswegs negativ ist.
Das Vergissmeinnicht-Tal verwöhnt uns mit vielen Farben und passt sich der jeweiligen Jahreszeit an. So liegt die Landschaft im Winter mit Schnee bedeckt, im Frühjahr umschmeichelt uns ein zartes grün und im Herbst färben sich alle Blätter rot.

Der Sound ist zuweilen etwas nervig und eintönig, die jeweilige Melodie zur Jahreszeit wiederholt sich schlichtweg immer wieder, aber hey, wir wissen alle wo der kleine Volume-Schieber am DS zu finden ist, oder?

Abschließende Worte

Anfangs fällt einem der Einstieg in Harvest Moon etwas schwer, da viele bekannte Elemente aus älteren Teilen zusammengewürfelt wurden und es einem somit leicht überladen vorkommt. Aber das gibt sich schnell. Hat man sich erstmal eingefunden, möchte man das Spiel garnicht mehr aus der Hand legen. Es gibt mehr zu entdecken als in anderen Harvest Moon-Teilen, zudem gibt es einige Geheimnisse die einen anspornen weiterzukommen.
Neuerungen gibt es kaum, aber die vorhandenen sind gut durchdacht. Die vorhandenen Bugs und Mängel lassen sich zwar nicht unter den Teppich kehren, aber man könnte auch einfach ein Auge zudrücken und die vielen Möglichkeiten genießen, die einem das Spiel bietet.

7.5Wertung

Fazit

Alles in allem kann man sagen: Trotz Mängel hat das Spiel Suchtpotenzial, kann mit seinen Vorgängern definitiv mithalten und steckt einige davon auch noch locker in die Tasche. Harvest Moon DS erfindet das Rad aber trotzdem nicht neu.

Design
7.0
Sound
4.0
  • großer Umfang
  • individueller Aufbau der Farm
  • Tierpflege per Touchscreen
  • Suchtpotential
  • viele Bugs
  • Übersetzungsfehler
  • schlecht durchdachte Steuerung
  • nerviger Sound

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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