Chibi Robo

Chibi-Robo!
NGC
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Skip
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NGC
Wie in jeder Familie gibt es Streit um die Hausarbeit. Wessen liebstes Hobby ist es schon, die Wohnung zu putzen oder den Müll nach draußen zu bringen? Wie schön wäre es da einen kleinen Helfer zur Seite zu haben, der all die unangenehmen Dinge im Haushalt erledigt. So ist es auch bei den Sanderssons. Was im wahren Leben (noch) nicht möglich ist, wird in diesem Spiel Wirklichkeit. Papa Sanderson beschließt eines Tages der Familie einen Haushaltsroboter zu spendieren, der fortan das Haus sauberhält. Wie gut, dass sich die siebenjährige Jenni einen Chibi-Robo von Citrosoft zum Geburtstag wünscht.
Legt ihr die Gamecube Disk ein erwartet euch ein schlichtes Standbild. Ihr könnt ein neues Spiel anfangen, laden und in den Optionen ein paar Soundeinstellungen vornehmen. Dann kann es auch schon losgehen. Sechs Blöcke werden dabei pro Speicherstand benötigt.
Sag Hallo zu Chibi-Ribo
Das Spiel beginnt mit Jennis achtem Geburtstag. Am Tisch sitzen Papa Sanderson, Mama Sanderson, Jenni und der Familienhund Tao. Ihr könnt euch nun mit Chibi auf dem Tisch bewegen und euch kurz mit der Steuerung vertraut machen. Der kleine Roboter Telli versorgt Chibi hier und auch später mit dem ein oder anderen Tip. Telli bewacht in eurer Abwesenheit euer Chibi Haus. Geht nun zur Blumenvase, schnappt euch die Rose und macht Jenni eine Freude. Mit dem Chibi Schrauber, eurem ersten Werkzeuzg, gleitet ihr sanft wieder zu Boden. Jenni dankt es Chibi mit einem Kuss und Happypunkten. Euer Job ist es Freude und Frohsinn zu verbreiten. Denn bei den Sandersons liegt einiges im Argen. Jenni hält sich für einen Frosch, trägt Froschmütze und sammelt Froschringe. Anfänglich bekommt ihr nicht mehr als ein Quaken aus ihr heraus. Später im Spiel könnt ihr einen Froschanzug erhalten und ab dann redet Jenni normal mit euch. Besonders abgedreht wirkt auch Jennis Vater wenn er plötzlich vom Sofa aufspringt und euphorisch D-R-A-K-E R-E-D-C-R-E-S-T brüllt. Zuvor habt Ihr ihm den Nachrichtenkanal erspart, damit er seinen Lieblings Comic Helden sehen kann. Nachdem er seinen Job verloren hat liegt er meist den ganzen Tag auf der faulen Haut. Mama Sanderson ist der Verzweiflung nahe, denn ständig treffen neue Rechnungen über Spielzeuge ein und der Familie droht die Insolvenz. Deshalb ist sie anfangs auch wütend über eure Anwesenheit. Tao hingegen kaut den ganzen Tag verschiedene Stofftiere und freut sich über neue Knochen.
Tag und Nacht im Haus der Sandersons
Am nächsten Morgen startet euer Tag im Wohnzimmer. Chibi macht sich nützlich, in dem er die verschiedenen Sorten Müll aufsammelt und sie in den Abfalleimer befördert. Fuß- und Pfotenabdrücke sind bald auch kein Problem mehr, dank der Zahnbürste von Mr. Sanderson, die er euch bereitwillig überlässt. Nach gut fünf Minuten ist der erste Tag vorbei und die Nacht bricht an. In Chibi-Robo habt ihr einen ständig wechselnden Tag-Nacht-Zyklus. Fünf Minuten sind dafür anfangs und auch später viel zu kurz. Besonders ärgerlich ist es, wenn ihr gerade noch eine Aufgabe begonnen habt und Telly euch nach Ablauf des Tages zurück zum Chibi-Haus bittet Für wenige Chibs könnt ihr eine Sequenz auf bis zu 15 Minuten erhöhen und sorgt so für einen gemütlicheren Ablauf, der euch mehr Zeit zum Entdecken gibt. Meine dringende Empfehlung daher: Geht anfangs direkt in den Onlineshop und kauft euch den Zeitgeber 15, ihr könnt jederzeit wieder auf die Standardeinstellung Zeitgeber 5 reduzieren. Glaubt mir, das werdet ihr so schnell nicht tun ;-).
Happypunkte und Chibs
Euer oberstes Ziel ist es fortan möglichst viele Happypunkte zu sammeln. Putzt das Haus, räumt auf kocht und nehmt die verschiedensten Aufträge an um die Bewohner des Hauses glücklich zu machen. Denn dabei handelt es sich nicht nur um die Sandersons. Nachts erwacht im Haus das Spielzeug zum Leben. Zu Anfang beispielsweise die Stoffraupe Sophie die unsterblich in den Raumhelden Drake Redquest verliebt ist. Gelingt es euch, ihr Drake Redquest zu zeigen, macht sie euch den Weg frei um die Küche erkunden zu können. Neben den Happypunkten erhaltet ihr Chibs, die Währung in Chibi Robo. Im Onlineshop könnt ihr damit diverse Upgrades und Items für euren Roboter erwerben. Beispielsweise den Chibi Blaster, mit dem ihr versteckte Chibi Häuser mit Chibs aufspüren oder Arachnos, kleine Metallspinnen, die eure Anwesenheit wenig schätzen, vernichten könnt. Mit dem Schrott den diese hinterlassen, lassen sich im Recyclotron des Chibi-Hauses Praktibots herstellen. Diese kleinen Helfer ermöglichen es Chibi z. B. besonders hohe Stellen im Wohnzimmer zu erreichen. Die Steuerung von Chibi-Robo ist gelungen, problemlos steuert ihr euren Roboter. Die Geschwindigkeit könnt ihr erhöhen, indem ihr mit A den Chibi-Stecker auf euren Schultern tragt. Lediglich die Zentrierung der Kamera mit der L-Taste bereitet manchmal Schwierigkeiten. Ihr habt aber jederzeit die Möglichkeit, euch die Draufsicht des gesamten Zimmers anzeigen zu lassen und in die entsprechende Ecke hineinzuzoomen. Nützlich ist hierbei auch die Chibi-Vision. Mit Drücken des Y-Buttons landet ihr in einer Art Ego Perspektive und könnt damit den Raum scannen. Besondere Gegenstände, wie beispielsweise Jennis Froschringe oder Taos Knochen könnt ihr somit auch aus weiter Ferne erkennen. Mit X kommt ihr ins Menü und könnt zwischen den verschiedenen Gegenständen und Anzügen von Chibi Robo wählen. Mit dem A-Knopf werden diese dann aktiviert. Im Trauma Anzug beispielsweise kippt Chibi um und wird darauf hin von Telly zum Chibi Haus zurückgetragen.
Achtet auf eure Engergie
Diesen Anzug werdet ihr zu Beginn des Spiels das ein oder andere Mal verwenden müssen. Das größte Handycap für Chibi Robo ist die Energieanzeige. Denn euer Roboter hat anfangs nur eine Batterie mit geringer Ladekapazität, die schnell erschöpft. Sterbt ihr den virtuellen Roboter Tod trägt euch Telly zurück zum Chibi Haus und erklärt euch, dass Roboter doch gar nicht sterben können ;-) Ihr werdet wieder voll aufgeladen. Ein paar Chibs kostet euch das ganze aber schon.Sammelt ihr fleißig Happypunkte, steigt euer Chibi-Rang. Ab und an erhaltet ihr so von Citrosoft eine neue Batterie und somit eine längere Lebensdauer. Im weiteren Verlauf des Spiels wird so das Energieproblem mehr und mehr zur Nebensache.
Wirklich mal was anderes!
Chibi Robo ist tolles Spiel mit ein paar Schwächen. Den Umfang eines Zeldas kann man sicherlich nicht erwarten, schön wäre jedoch noch der eine oder andere zusätzliche Raum gewesen. Auch ist der Schwierigkeitsgrad insgesamt relativ niedrig, mit einer Ausnahme zum Ende des Spiels.
Kommt ihr relativ schnell durch die Hauptstory, könnt ihr nach zehn Stunden fertig mit dem Spiel sein. Viele Nebenschauplätze habt ihr dann aber sicherlich noch ausgelassen. Besonders spannend finde ich die Suche nach Bretterbarts Piratenschiff und die anschließende Suche nach einer geeigneten Piratenmannschaft. Versucht ihr euch an den wirklich motivierenden Sidequests, könnt ihr schon bis zu dreißig Stunden mit dem Titel verbringen. Habt ihr das Spiel bereits vorher „durchgespielt“ erhaltet ihr eine Batterie mit unbegrenzter Energie und könnt ganz entspannt alles erforschen.
Grafik und Sound
Wo viel Licht ist, gibt es leider auch Schatten. Die Grafik insgesamt ist in Ordnung, aber nicht spektakulär. Manchmal ist sie leicht verwaschen und insgesamt etwas texturarm. Wirklich nur Durchschnitt auf dem Gamecube. Während die Soundeffekte ganz ok sind, ist die Pseudo-Sprachausgabe sehr gewöhnungsbedürftig. Die ist so eine Art lylatanisch und dabei gibt es für jeden Charakter ein eigenes Geblubber. Da man Textpassagen nicht schneller machen bzw. ganz wegdrücken kann, ist das Gemurmel mit der Zeit ziemlich nervig und manchmal nur mit der Ton-Aus Taste zu bekämpfen.
Fazit
Chibi-Robo ist einen Kauf wert. Ein frisches innovatives Spielkonzept erwartet den Gamer. Das Spiel ist aufgrund der vielen Sidequests neben der Hauptstory für viele Stunden motivierend. Wirkliche Sackgassen gibt es nicht, es gibt immer was zu tun im Haus der Sandersons. Am Ende der Gamecube Ära in Deutschland erschienen, dürfte dieses Spiel nicht mehr viele Abnehmer gefunden haben. Schade, denn sieht man über die angesprochenen Schwächen und den relativ niedrigen Schwierigkeitsgrad hinweg erwartet einen mit diesem Spiel ein echter Geheimtip.
- frisches innovatives Spielkonzept
- nie Langeweile im Haus
- stark motivierende Sidequests
- unterhaltsame Story ...
- ... die teilweise doch sehr abgedreht ist
- Relativ leicht
- Relativ geringer Umfang
- Gebrabbel der Charaktere
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.