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Prince of Persia: The Two Thrones

Prince of Persia: The Two Thrones

M@tze

Prince of Persia: The Two Thrones

NGC

Entwickler
Ubisoft
Publisher
Ubisoft
Konsole
NGC
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 16

Trilogien haben immer einen Haken: Meist ist der erste Teil grandios, der zweite Teil ein totaler Flop und Teil drei überhaupt nicht erwähnenswert. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und eine solche Ausnahme spielt im fernen Persien.
Na klar, die Rede ist von Ubisofts „Prince of Persia“-Trilogie, die mit „The Sands of Time“ ihren Anfang nahm und nun durch „The Two Thrones“ einen Abschluss findet. Bereits mit dem Sequel „Warrior Within“ versuchte Ubisoft die Serie effektiv und sinnvoll zu erweitern um nicht nur einen billigen Aufguss des erfolgreichen ersten Teils zu liefern. So wurde das Umfeld dunkler gestaltet, Kämpfe wurden in den Vordergrund gerückt und der Prinz bekam ein düsteres Image verpasst. Über diesen Imagewandel lässt sich streiten, aber grundsätzlich ist Warrior Within ein Spitzentitel, der seinem Vorgänger in Nichts nachsteht. Mit The Two Thrones präsentiert Ubisoft den adeligen Protagonisten erneut mit altbekannten Elementen und einer reichhaltigen Palette an Neuerungen.

Bereits nachdem die Logos des Entwicklers und Publishers verschwunden sind, erkennt man den neuen bzw. altbekannten Stil, der durch warme Farbgebung und orientalische Klänge deutlich an The Sands of Time erinnert und sich somit klar von den kalten Texturen und den rockigen Gitarren-Klängen aus Warrior Within entfernt. Hat man sich im Hauptmenü dafür entschieden ein neues Spiel zu beginnen, führt ein stimmungsvoll gerendertes Intro den Spieler in die Handlung ein: Nachdem der Prinz den Dahaka auf der Insel der Zeit besiegen konnte und die Entstehung des Sandes der Zeit verhinderte, kehrt er über den Seeweg und in Begleitung von der früheren Herrscherin der Zeit, Kaileena, in seine Heimatstadt Babylon zurück. Doch was er vorfindet ist die blanke Zerstörung. An den Ufern unterhalb der Stadtmauern angekommen, entführen zwei Krieger Kaileena, sodass es nun die Aufgabe des adeligen Protagonisten ist, diese zu retten und die verwüstenden Kräfte aus seinem Königreich zu vertreiben.

Messer, Gabel, Schere, Licht …

… sind zu Beginn auch Nichts für den persischen Prinzen und so erlernt ihr in den ersten Spielabschnitten die grundlegenden Steuerbefehle und macht euch mit ersten Kletterpassagen vertraut. Wer bereits einen der beiden Vorgänger kennt, sollte hierbei keine Probleme haben, denn die gelungenen, grundsätzlichen Steuerelemente wurden aus The Sands of Time und Warrior Within übernommen. Doch auch Spieler, die den Prinzen zum ersten Mal über den Bildschirm scheuchen, werden schnell merken, wie intuitiv und leicht die Steuerung von der Hand geht, denn durch Texteinblendungen wird Schritt für Schritt erklärt, welcher Button auf welche Weise eingesetzt wird. Nach dieser kurzen Eingewöhnungsphase, die sich auf die Sprung- und Kletterpassagen spezialisiert, bekommt man die ersten Instruktionen zum Umgang mit der Lieblingswaffe des Monarchen: Dem Schwert/Dolch, denn Gegner die euch ans Leder wollen, bekommen durch gekonnte Combos schwer eins auf die Mütze. Neben dem altbewährten Kampfsystem aus Warrior Within, dass abwechslungsreiche Combos und eine Sekundärwaffe erlaubt (welche jedoch nach einigen Kampfeinsetzen zerbricht), stehen einige Neuerungen parat. So ist es nun möglich den Prinzen an einen Gegner heranschleichen zu lassen um diesen dann mit einem „Speed-Kill“ und mit Unmengen virtuellen Lebenssaftes, in die ewigen Jagdgründe zu befördern. Somit umgeht man gekonnt einige Kämpfe und spart Energie sowie Zeit. Um die Speed-Kills durchzuführen, ist die Einsicht des Areals, in dem sich der Prinz befindet, von großer Bedeutung und auch hier fand Ubisoft eine fast perfekte Lösung: Leuchtet in der linken, unteren Ecke des Bildschirms ein goldenes Symbol auf, ist es möglich per Knopfdruck in eine Art Vogel- oder Übersichtperspektive zu wechseln. Die Kamera zoomt dann soweit vom Prinzen weg, dass es möglich ist, um Ecken zu sehen, Gassen ganz zu betrachten und Höhenunterschiede in der Sicht auszugleichen. Ganz perfekt ist dieses System jedoch nicht, denn oft unterschätzt man die Abgründe und Entfernungen, da der Protagonist zu weit von der Kamera entfernt steht. Nach einigen Sprungabschnitten hat man dieses Manko jedoch überwunden und kann die neuen Bewegungen des Prinzen, wie z.B. zwischen zwei Wänden klettern, präzise umsetzen, auch wenn man dem Monarchen gerade nicht direkt über die Schulter schaut.

Ganz Feuer und Flamme

Dass die Sonne im Orient förmlich vom Himmel brennt ist allseits bekannt, doch im Babylonischen Königreich des Prinzen brennt so ziemlich alles lichterloh. Und dies ist durchaus positiv, denn hier merkt man, dass einige Spielabschnitte grafisch begeistern können. Die mit Trümmern gespickten Gassen, die teilweise in Flammen stehen, zeigen, dass man bei Ubisoft viel Zeit in die optische Gestaltung des Titels investierte – zumindest in den Abschnitten, die sich im Freien abspielen. Was außerhalb der Gebäude noch sehr detailverliebt aussieht, wirkt in den Räumen des Palastes eher kahl und lieblos. Zwar findet man auch hier Verzierungen wie zerstörbare Tonkrüge oder Bänke, jedoch ändern diese nichts an der Kargheit die von den Räumen ausgeht. Dies soll nicht heißen, dass die Architektur hässlich ist, jedoch hätten die wirklich grandiosen Lichteffekte durch Ausschmückungen in der Umgebung dem Spiel deutlich mehr Charme verliehen, denn Details wie die Abdrücke von Händen an den Wänden äußeren Häuserfassaden zeigen, dass durchaus Potenzial da gewesen wäre. Hinzu kommt, dass schon Warrior Within mit der gebotenen Grafik mithalten kann. Was also hebt das Ende der Trilogie von seinem Vorgänger ab?

Die dunkle Seite der Macht

Nein, die Entwickler haben Darth Vader keinen Gastauftritt verpasst, vielmehr erfährt der persische Prinz, was es heißt eine gespaltene Persönlichkeit zu sein, denn nach der Berührung mit dem Sand der Zeit bricht ab und an die dunkle Seite des Prinzen aus ihm heraus. Diese festgelegten Spielabschnitte, die man mit dem dunklen Prinzen bestreitet, gesellen sich in die Reihe der Neuerungen im dritten Teil der Serie. Dabei ändert sich nicht nur die äußere Erscheinung unseres Helden, nein, auch die Fähigkeiten und Aufgabenfelder sind punktuell anders. Der dunkle Prinz erweist sich als wesentlich stärker und kann durch den Einsatz seiner Waffe, einer Kette, Gegner schneller erledigen und bestimmte Rätsel lösen. Doch diese Macht hat auch ihren Preis, denn der Lebensenergiebalken sinkt stetig und lässt sich nur durch Kontakt mit dem Sand der Zeit, der sich in Tonkrügen und Gegnern befindet, neu auffüllen. Klingt hektisch, verleiht dem Spiel aber viel mehr Abwechslung. Genauso abwechslungsreich gestalten sich die Fahrten mit dem Streitwagen, die mit dem „normalen“ Prinzen von Zeit zu Zeit auf den Spieler zukommen und ebenfalls das erste Mal die Trilogie beehren. Doch wer glaubt, er könnte ruhig durch die Straßen Babylons traben, ist schwer auf dem Holzweg, denn der Streitwagen rast erbarmungslos durch die Häuserschluchten. Während man versucht Hindernissen auszuweichen, springen immer wieder Gegner auf den fahrenden Wagen, die zusätzlich niedergestreckt werden müssen. Geht der adelige Monarch bei einer solchen Fahrt, einem Kampf oder einer Sprungpassage zu Boden, kein Problem, schließlich blieb die Fähigkeit, die Zeit einige Spielmomente zurückzudrehen, erhalten. Dies stellte sich schon in den Vorgängern als sehr sinnvoll heraus und verhinderte oftmals Frust über zu häufiges Ableben. Auch erhalten blieben die häufigen Performance-Einbrüche, sodass gelegentliche Ruckler das Spielgeschehen trüben, den Titel dadurch jedoch nicht unspielbar machen.

Der Prinz ein Depp?

Wie bereits erwähnt, lässt sich The Two Thrones im Bezug auf die Grafik eher ins Mittelfeld des Möglichen einordnen, doch was den Ohren des Spielers geboten wird, lässt sich als vorbildlich bezeichnen. Die orientalischen Musikstücke untermalen das Geschehen stilecht und geben dem Titel einen weiteren Touch von 1001 Nacht. Hat ein Gegner den Prinzen erspäht, wechselt die Soundkulisse und besticht durch schnellere und etwas härtere Klänge. Auch die Soundeffekte tun ihr Übriges, lassen Schwerter, Schritte und viele andere Sounds erklingen. Den größten Pluspunkt kann man jedoch in Sachen Synchronisation vergeben, denn die Erzählerin, die dann und wann die Story weitererzählt oder Sequenzen kommentiert, trägt genauso zum Ambiente bei, wie die Stimme des persischen Prinzen (die deutsche Synchronstimme von Johnny Depp). Persönlich hätte ich mir bei einigen Sprungpassagen doch etwas musikalische Untermalung gewünscht, dies bleibt jedoch Geschmackssache.

8.5Wertung

Fazit

Die wirklich grandiose Spielbarkeit und die packende Storyline, sowie die kleinen und großen Neuerungen, machen „Prince of Persia – The Two Thrones“ zu einem Titel, der einen würdigen Abschluss einer fast perfekten Trilogie bildet. Über kleine Mängel lässt sich durch die vielen positiven Aspekte durchaus hinwegsehen, sodass The Two Thrones zwar das Genre nicht revolutioniert, aber um einen Top-Titel erweitert.

Design
9.0
Sound
8.0
  • gelungene Neuerungen
  • tolles Ambiente
  • variabler Schwierigkeitsgrad
  • karge Innenarchitektur
  • häufige Slow-downs
  • immer noch unnötig brutal

Reactions

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