
Mario Kart DS

Mario Kart DS
NDS
- Genre
- Racer
- Serie
- Mario Kart
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Spieler
- 1–8 lokal
Wie Retro ist das denn bitte? Auf dem oberen Schirm jagen wir Karts durch kunterbunte Schnuckel-Welten, auf dem unteren Schirm verfolgen wir unsere Position auf der Karte. Ist das 1993 und Super Nintendo oder 2005 und Nintendo DS?
Die Mario Kart-Evolution
Seien wir mal ehrlich: Obwohl oder gerade weil bisher
noch jeder Titel der Mario Kart-Serie eine Spielspaß-Bombe war, hieß es bereits ab dem N64-Teil
eher Evolution als Revolution.
Immer noch fahren Mario, Luigi und zahlreiche andere
Charaktere aus dem bekannten Universum auf Karts um
die Wette. Wer einen der Vorgänger gespielt hat, kann
sich binnen Minuten auf die tradionell gehaltene
Steuerkreuz - Button - Steuerung auf dem Nintendo DS
einstellen.
Immer noch ist gute Fahrzeugbeherrschung wichtig, aber
oftmals nicht entscheidend. Über Fragezeichen - Boxen
müssen Items aufgesammelt werden, die das eigene
Kart beschleunigen oder zum Maltretieren der anderen
Fahrer dienen.
Wer den GameCube-Vorgänger kennt, weiß in Sachen Items bereits Bescheid. Mal abgesehen von einigen charakterspezifischen Icons wie dem Herz der Prinzessinnen bleibt bei Mario Kart DS alles beim Alten: Schildkröten-Panzer dienen dazu, die Vorausfahrenden abzuschießen, mit Pilzen speeden Mario und Co. davon. Einziges wirklich Neues, aber dafür sehr einfallsreiches Item, ist der Blooper-Tintenfisch. Auf den vorausfahrenden menschlichen Mitspieler geworfen bespickt der kleine Oktopus dessen Bildschirm mit schwarzen Flecken und erschwert so die Wegfindung.
Mehr Strecken als die Formel 1
Während einem beim Itembestand also noch nicht so richtig
der Mund offen stehen bleibt, wird bei der Streckenauswahl
kräftig aufgetischt. Auch hier setzt Nintendo zwar auf Altbewährtes, jedoch in ungewohnter Weise. Ganze 16
Strecken in Mario Kart DS sind Remakes von Kursen
aus den Mario Kart-Oldies. Klassiker wie Marios Piste,
die erste Strecke auf dem SNES, wurden sanft und stilsicher
an den aktuellen Look angepasst. Ein dickes Plus - denn
zusätzlich gibt es auch noch 16 neue Kurse, die die
Gesamtstreckenzahl damit auf für die Mario Kart-Serie gigantische 32 erhöhen! Das sind zwar nicht ganz so viele Strecken wie im GBA-Teil, jedoch weit mehr als es die Heimkonsolen-Versionen je aufwiesen.
Gut, einige Strecken greifen Altbekanntes auf: Gegenverkehr
wie auf dem Pilzpass kennen wir doch schon seit Toad's Turnpike
und die Wario-Arena ähnelt doch stark dem bereits gelungenen
Wario Stadium. Trotzdem haben es auch wieder viele neue
wahnwitzige und schöne Szenarien in den Titel geschafft: Auf
Waluigis Strecke fahrt ihr durch einen gigantischen
Flipper, bei Tick-Tack-Trauma durch das Innere einer Uhr.
Die vielen Anspielungen auf
Super Mario Bros. 3 lassen Nintendo-Fans in Nostalgie schwelgen: In der "Glühheißen Wüste" gibt es
ein Wiedersehen mit der Mario damals verfolgenden sengenden Sonne;
auf der Strecke "Fliegende Festung" dürfen wir das Luftschiff
der SMB3-Zwischengegner durchfahren - komplett mit Kanonen und
den Techno-Maulwürfen.
Alle neuen Strecken sind zudem in der Spielbarkeit von gewohnt
überzeugender Qualität.
Neue und alte Spielmodi...
In punkto Spielmodi ist auch vieles beim Alten geblieben.
Im Grand-Prix-Modus sind wieder je vier Strecken zu einem
Cup zusammengefasst und wollen in jeweils drei Hubraumklassen
durchfahren werden. Nur wer es bei den Cups als Erster ins Ziel
schafft, kann weitere Meisterschaften, Fahrer und Karts freispielen.
Ebenfalls bekannt: der obligatorische Time-Trial-Modus, in dem
es darum geht, neue Geschwindigkeitsrekorde aufzustellen.
Wirklich neu ist hingegen der Missionsmodus: Auf den bekannten
Strecken müssen unter Zeitdruck diverse Aufgaben erledigt werden.
Das erinnert ein wenig an die Konzeption von Tony Hawk's Pro
Skater und spielt sich auch so: Durchfahre eine gewisse Anzahl an Toren oder sammle so und so viele Fische. Wirklich schön gemacht sind dabei Endgegner-Kämpfe
per Kart. Insgesamt ein gelunger, kurzweiliger Bonus!
...und so schööööööön
Grafisch bewegt sich Mario Kart DS nur knapp unter GameCube-Niveau und gehört damit sicherlich zu den bisher schönsten DS-Titeln. Die Fahrer und Karts sind allesamt liebvoll animiert, die Tracks mit Bedacht ausgeschmückt. Nicht so schön ist hingegen das etwas nachlässige Anti-Aliasing, dass sich in dezentem Kanten-Flackern äußert. Sehr selten fällt zudem auf, dass einige Objekte nur 2D-Sprites und keine echten 3D-Modelle sind. Wer heute tatsächlich noch SNES spielt, wird bei diesem Kritikpunkt freilich lachen.
Spielen mit allen und jedem
Selbstverständlich bietet Mario Kart DS auch wieder einen Multiplayer-Modus. Bis zu acht Nintendo DS-Spieler können über Wi-Fi gegeneinander antreten. Das Spiel funktioniert sogar, wenn nur eine Spielkarte vorhanden ist - dann allerdings mit einigen Einschränkungen in der Strecken- und Charakterauswahl.
Neben normalen Rennen gibt es im Multiplayer-Teil
auch wieder zwei Battle-Modi.
Die "Ballon-Balgerei" ist der traditionelle Mario Kart-Battle-Modus, den wir bereits seit dem SNES kennen. Jeder
Spieler ist mit Ballons ausgestattet und muss
versuchen, die Ballons der anderen Spieler abzuschießen.
Neu ist, dass jeder Spieler nun fünf statt drei Ballons zu Verfügung
hat. Wie gewohnt können jedoch nur drei gleichzeitig
am Kart getragen werden. Neue Ballons aus dem Vorrat müssen
durch Pusten ins DS-Mikro aufgeblasen werden. Außerdem können
durch gezieltens Rempeln mit einem Pilz Ballons anderer
Spieler gestohlen werden - zwei sinnvolle Neuerungen die
sich harmonisch in den bekannten Modus einführen.
Der zweite Modus, "Insignienraser", ist neu: Innerhalb eines
bestimmten Zeitrahmens müssen möglichst viele herunterfallende
Sonnen-Symbole gesammelt werden. Das führt zu einem wilden
Herumgefahre, ist spaßig und übertrifft die GameCube-Variante
des Modus, bei der es darum ging, ein einziges Symbol möglichst
lange zu halten, um Weiten.
Karten gibt es für die Battle-Modi ganze sechs zur Auswahl. Mit Block-Fort aus
dem N64-Teil kehrt dabei die wohl beste Battle-Mode-Karte
zurück, die die Mario Kart-Serie je hatte. Ein Freudenfest!
Zudem können die Battle-Modi jetzt übrigens auch im Single-Player
gegen den Computer gespielt werden!
Marketingtechnisches Highlight von Mario Kart DS ist sicher der neue Nintendo WiFi-Service. Das Spiel ist einer der ersten DS-Titel, der es erlaubt,
über das Internet gegen Spieler aus aller Welt anzutreten.
Für uns Europäer handelt es sich sogar um den ersten Nintendo-Titel
überhaupt, der ein solches Feature offiziell unterstützt.
Voraussetzung für das Online-Spiel ist die Nähe zu einem
Access Point. Sowohl der heimische W-Lan-Router, der seperat
erhältliche Nintendo Wi-Fi-Connector, als auch
öffentliche Hot Spots können genutzt werden.
Die Verbindungskonfiguration erfolgt bei geeigneten Access Points
weitestgehend automatisch und erfordert keine speziellen
technischen Kenntnisse. Online wird dann der Einfachkeithalber
und aus Jugendschutzgründen ebenfalls
automatisch gematcht; über sogenannte Friends-Codes, die
man über andere Wege austauschen kann, ist es jedoch
auch möglich, gegen einen Freund zu spielen.
Fazit
Wenn Mario Kart DS auf dem großen Fernseher spielbar wäre, wäre es vermutlich der bis dato beste Teil der Serie. So hingegen bleibt ihm "nur" der Titel: gelungenste Handheldumsetzung eines Klassikers, knapp vor dem GBA-Vorgänger. Mario Kart DS ist mit seiner Mischung aus Retro-Charme und Ausnutzung der modernen WiFi-Technik ein Pflichtkauf - also ab in den Laden!
- Viele freispielbare Strecken und Charaktere
- Tadelloses Gameplay
- Tolle Multiplayer-Modi
- Viele Verbesserungen, aber nicht allzuviel Innovation
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

