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Kirby Power Paintbrush

Kirby Power Paintbrush

MOD666

Kirby Power Paintbrush

NDS

Serie
Kirby
Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
NDS
Spieler
1 lokal

Im neuesten Abenteuer des rosa Kissenbezugs führt die Reise in eine Welt bunter Gemälde, wo eine Hexe Unheil stiftet. In dieser Welt jedoch macht ihm zu schaffen, dass er in eine Kugel verwandelt wird. Ganz ohne seine Arm- und Beinstummel hätte er keine Chance, wenn ihm nicht ein magisches Objekt helfen würde: der Power Malpinsel. Aus dieser Zusammenfassung gibt es zwei Folgerungen: Die Hintergrundgeschichte kann bedenkenlos ignoriert werden und Nintendo ist beim umstrittenen Namen geblieben. Zwar steht weiterhin "Power Paintbrush" auf der Verpackung, allerdings wohl nur, weil das Spiel europaweit die gleichen Verpackungen benutzt. Es wäre wohl besser gewesen, entweder den Titel ganz zu übersetzen (in "Mächtiger Malpinsel" vielleicht, oder "Magischer Malpinsel") oder ihn gleich in seiner englischen Variante zu belassen.

Neue alte Konzepte

Wenn man sich die Beschreibung von Kirbys neuem Spiel auf dem DS durchliest, fühlt man sich ziemlich sicher an Yoshi Touch & Go erinnert. Gespielt wird bei Kirby nur mit dem Stylus, die einzige Taste, auf die der DS im Spiel sonst überhaupt anspricht, ist (neben der Ein/Aus-Taste natürlich) der Start-Knopf. Wie bei Yoshis Spiel müssen Linien gezogen werden, um den Charakter zu lenken. Während Yoshi allerdings vor allem durch mangelnden Umfang überrascht hat, bietet Kirby da einiges mehr. Es beginnt alles mit einem Abenteuer-Modus, den man bei Yoshi vermissen musste. Grob sieben Welten zu jeweils drei Levels müssen darin bewältigt werden. Die einzelnen Levels bestehen wiederum aus mindestens drei recht kurzen Abschnitten, so dass alles in allem nur wenige Stunden nötig sind, um den Abspann zu sehen. Zwischen den Welten sind Bosskämpfe in Form von drei Minigames mit jeweils zwei Schwierigkeitsgraden zu absolvieren, wobei die Reihenfolge dem Spieler überlassen wird. Sind beide Schwierigkeitsgrade durchgespielt, lassen sich die Minigames auch um Punkte außerhalb des Abenteuermodus mit frei wählbaren drei Schwierigkeitsgraden spielen. Geboten wird darin nichts weltbewegendes, es passt aber alles wunderbar ins Kirby-Universum und spielt sich recht gut. Die eigentlichen Levels haben aber einiges mehr zu bieten. Während sich bei Yoshi die Nutzung der Möglichkeiten, die das Spielprinzip bietet, in Grenzen hielt, hat man sich bei der Entwicklung des "Mächtigen Malpinsels" einiges einfallen lassen, um das Prinzip auch zugunsten der Abwechslung auszureizen. Die Linie, die der Spieler zieht, dient nicht nur als Brücke für Kirby, sondern beschleunigt ihn auch und schützt ihn vor Angriffen durch Speere, Laser oder Kanonenkugeln. Die Beschleunigung hat in erster Linie den Sinn, dass die Linie es einerseits erlaubt auch nahezu senkrecht nach oben zu rollen, es andererseits auch möglich macht zu bestimmen, in welche Richtung Kirby an ihr entlang rollt (Es ist immer die, in die gezeichnet wurde). Das Antippen von Gegnern betäubt diese, so dass Kirby bei Berührung keinen Schaden mehr nimmt, die Widersacher werden jedoch in beiden Fällen aus dem Weg geräumt. Aber auch Kirby oder verschiedene andere Objekte müssen im Spielverlauf angetippt werden. Kirby erhält beim Antippen einen Geschwindigkeitsschub und kann selbst nicht zuvor betäubte Gegner überwältigen. Natürlich ist die direkte Stylus-Interaktion mit anderen Objekten ebenfalls manchmal zum Vorankommen notwendig. Werden bestimmte Gegner besiegt, erhält Kirby eine Spezialfähigkeit, was natürlich nicht fehlen durfte. Erworbene Kräfte ersetzen die Beschleunigungs-Fähigkeit, die Kirby üblicherweise beim Antippen nutzt. Und auch wenn es für ein Kirby-Spiel recht wenige gibt - und sie zum Vorankommen nicht unbedingt notwenig sind - sind die Fähigkeiten sehr abwechslungsreich und passen gut ins Gameplay. "Rad" z.B. erlaubt es der rosa Knautschkugel, sich in ein solches zu verwandeln und das Level entlang zu rasen. In diesem Spiel kommt diese Fähigkeit besser zur Geltung als je zuvor, denn als Rad kann Kirby auch auf den selbst gezeichneten Linien fahren. Zu Beginn fordert die Steuerung noch einiges vom Spieler ab, da es schwer fällt von Anfang an sowohl Linien zu zeichnen, als auch Gegner rechtzeitig zu betäuben. Also beginnt man damit, langsam durch die ersten Levels zu rollen und sich vor allem an die Gegner zu halten. Im Spielverlauf jedoch nimmt auch die Erfahrung zu und spätestens sobald sowohl Kirby über Stacheln jongliert wird, als auch Gegner permanent paralysiert werden müssen, ist es kaum vorstellbar, dass alles zunächst noch so kompliziert schien.

Abenteuer und mehr

Die eigentliche Herausforderung, die das Spiel ausmacht, beginnt jedoch erst, nachdem das Abenteuer überstanden wurde. Sieht man dann nämlich auf die zum Spielstand gehörende Anzeige, wird diese Vermutlich keine 20% anzeigen. 250 Münzen sind zu holen, um die 100 vor dem Prozentzeichen bewundern zu können - und das kostet erheblich mehr Zeit. Es ist unglaublich, wie es den Entwicklern gelungen ist, so viel Inhalt aus den vorhandenen Levels zu pressen. Zunächst müssen im Abenteuer-Modus die Münzen für die einzelnen Levels erspielt werden. In jedem Level gibt es drei Stück, jeweils in verschiedenen Abschnitten. Besonders die Minimap, die während des Spieles zusätzlich zur Energieanzeige auf dem oberen Bildschirm eingeblendet wird, ist bei dieser Aufgabe sehr hilfreich. Münzen und (auch versteckte) Türen werden gekennzeichnet, so dass es sich lohnt, ruhige Momente zu nutzen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Doch selbst zu wissen, wo die Münze liegt, ist nicht immer genug. Es muss in einem Level beispielsweise eine fallende Kanone im richtigen Moment abgefeuert werden, um Kirby durch einige Wände zu schießen, hinter denen sich die Münze befindet. In einem anderen Level muss ein Parcours als Rad-Kirby schnell bewältigt werden, wobei Lücken durch gezeichnete Linien überbrückt werden sollen, bevor sie Kirby abrupt stoppen. Doch auch wenn die Herausforderung, alle Münzen aus diesen Levels zu beschaffen, bewältigt ist, fehlt noch ein Großteil. Neben einigen einzelnen Münzen, die sich in den Boss-Minigames auf dem dritten Level erspielen lassen, spielt vor allem das "Rainbow-Rennen" - ein weiteres Beispiel für Horrorübersetzung - dabei eine wichtige Rolle. In diesem Modus können weitere sechs Münzen pro Level gesammelt werden. Dafür sind auch gerade einmal jeweils zwei Abschnitte zu bewältigen, doch hat die Sache einen Haken. In jedem Level gibt es zwei Herausforderungen: das Zeitspiel und das Linienspiel. Beim ersteren entscheidet die Zeit, die für den Abschnitt gebraucht wurde, darüber, ob und wie viele von drei Münzen es gibt, beim letzteren, wie viel (oder eher wie wenig) virtuelle Tinte nötig war, um Kirby an sein Ziel zu bringen. Zu jeder der beiden Herausforderungen gehört ein Abschnitt im Level. Die Abschnitte sind offensichtlich bereits im Voraus auf diese Modi ausgelegt gewesen, denn anders lässt sich kaum erklären, wie gut sie dafür geeignet sind. Erst wenn Zeit oder Tinte wertvoll ist, merkt man, wie gut sich diese in diesen speziellen Abschnitten sparen lassen und wie gründlich sie geplant wurden. Zusätzlich wird in diesem Modus ganz deutlich, wie gut dem Abenteuermodus die Minimap tut, denn im Rainbow-Rennen muss auf sie verzichtet werden. Dort ist es notwendig, das Level zu kennen, um einen guten Rekord aufzustellen, so dass man sich in den ersten Runden dabei ertappt, wie man einen Blick auf den oberen Bildschirm wirft, nur um festzustellen, dass er nicht verrät, in welche Richtung es geht. Die Münzen, die so freigespielt werden, sind aber nicht nur Souvenirs, um den Fortschritt zu zeigen, sondern erfüllen zum Teil auch einen praktischen Zweck. Unter dem Menüpunkt "Münztausch" lassen sie sich ausgeben, um verschiedene Boni freizuschalten. Einiges davon kann wieder genutzt werden, um noch mehr Münzen zu erspielen, doch alles ist eine schöne Dreingabe für das Spiel. Es ist ein großer Pluspunkt, dass sehr vieles von verschiedenen "Abrissbirnen" bis "Old School Sound" eingebaut wurde, nur weil es ein schönes Feature ist und eingebaut werden konnte. Leider hat man sich nicht mehr die Zeit genommen zu überlegen, wie ein genialer Multiplayer-Modus umgesetzt werden könnte, bei dem man mit seinem Wunschcharakter aus der Kirby-Welt gegen andere Spieler antreten kann. Zu wenig wurde aus dem Spiel aber definitiv nicht gemacht, das Fehlen eines Multiplayer-Modus ist schade, aber vertretbar.

Bunte Bilder

Das Spiel sieht häufig nicht sonderlich nach Kirby aus. Ja, es ist noch immer bunt, aber von Level zu Level ändern sich die Stile drastisch. Grundsätzlich sollen die Levels offensichtlich an verschiedene Gemälde erinnern, was sehr gut gelingt. Es ist faszinierend, dass die etwas ausgefallene Menüdarstellung es irgendwie schafft, die grundverschiedenen Darstellungen innerhalb der Levels so zu verknüpfen, dass nicht der Eindruck entsteht, es wäre der Unfähigkeit der Entwickler zuzuschreiben, einen gemeinsamen Stil einzuhalten. Möglicherweise liegt es aber auch einfach daran, dass die Darstellung voller großartig ausgearbeiteter Details ist, was eine Art gemeinsame Linie ins Spiel bringt. Und auch wenn der Charakter des Spiels nicht unbedingt von sich aus an Kirby erinnert, macht er sich doch wirklich gut in einem Kirby-Spiel. Sprites der Figuren sehen dank Licht- und Glanzeffekten stark danach aus, als wären sie vorgerendert, was sie vermutlich auch sind, durch die schwarzen Ränder gibt es allerdings nicht die Probleme, die vorgerenderte Bilder oft mit sich bringen; das Spiel behält den Cartoon-Charme. Auch die Effekte lassen sich sehen, vor allem dank der Möglichkeit des DS, Grafiken transparent zu machen. Die musikalische Begleitung ist nicht ganz so überwältigend. Sie ist keinesfalls schlecht, allerdings klingt die Standardmusik vielleicht zu modern für ein Kirby-Spiel und die altmodischere Variante scheint einiges vom alten Charme bei der Überarbeitung verloren zu haben. Spätestens bei den Soundeffekten jedoch gibt es nichts mehr zu kritisieren. Kirby-Fans werden viele Effekte wiedererkennen, die das Spiel unverkennbar nach Kirby klingen lassen.

9.0Wertung
Highlight

Fazit

Ein hübsches Spiel mit durchdachten und ausgiebig genutzten Levels und sehr gut umgesetzter Stylus-Steuerung.

Design
9.0
Sound
7.5
  • Levels sehr gut genutzt
  • Stylus-Steuerung gut umgesetzt
  • Kein Multiplayer-Modus

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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