Mario Smash Football

Mario Smash Football
NGC
- Genre
- Sportspiele
- Serie
- Super Mario
- Entwickler
- Next Level Games
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NGC
- Spieler
- 1–4 lokal
Dirty Mario on the field
Warum das Ganze? Hier geht es zwar um Fußball, aber nicht um Fußball, wie wir ihn kennen. Die einzige Regel: Es gibt keine Regeln. Nun gut, das ist vielleicht etwas überzogen, da es nach wie vor zwei Mannschaften gibt, die gegeneinander antreten und dabei möglichst viele Tore erzielen wollen, um das Spiel für sich zu entscheiden. Darüber hinaus gibt es jedoch kaum Gemeinsamkeiten mehr mit der beliebten Sportart. Es gibt weder einen Schiedsrichter, noch kann der Ball ins Aus geraten. Es spielen auch nicht jeweils 11 Mann, sondern nur fünf pro Team um das Leder.
Dabei besteht jedes Team aus einem Protagonisten, drei Helfern und einem Torwart. Der Protagonist ist eine der Stars aus dem Nintendoversum, also Mario, Luigi, Peach, Wario, etc. Als Helfer stehen Toads, Hammerbrüder, Koopas und Birdos zur Auswahl. Der Torwart ist immer ein Krokodil und von einer KI gesteuert. Jeder der Protagonisten hat andere Fähigkeiten: So ist z.B. Mario ein Allrounder, Peach sehr flink und Wario eher der brutale Typ. Die Helfer unterscheiden sich dagegen nicht so sehr.
Zahlreiche Specials
Da es keinen Schiri gibt, muss man sich auch körperlich nicht zurückhalten. Wenn ein Gegner den Ball hat, dann ist die einfachste Methode etwas dagegen zu unternehmen, ihn einfach zu foulen. Je härter und brutaler, desto besser. Wenn es gelingt, den Gegner dabei an die Randbegrenzung zu schleudern, verfängt er sich gerne mal in dem elektrischen Zaun, der auch verhindert, dass der Ball ins Aus gerät.
Warum sollte man aber treten, wenn man auch ohne Anstrengung dafür sorgen kann, den Gegner aus der Bahn zu werfen? Dazu gibt es im Spiel zahlreiche Items, die man für sich oder gegen den Gegner einsetzen kann. Ein blauer Panzer friert alle Spieler bei Berührung für eine Weile ein, auf Bananenschalen rutscht man aus, ein Kettenhund schlägt die komplette gegnerische Mannschaft k.o. und ein Unbesiegbarkeitsstern sorgt dafür, dass man selbst nicht gefoult werden kann. Eine Mannschaft kann gleichzeitig bis zu zwei Items haben. Man bekommt ein Item bei besonders harten Fouls und guten Torschüssen.
Daneben ist auch Bowser wieder mit von der Partie. Allerdings nicht (direkt) mit einer eigenen Mannschaft, sondern als Störenfried. Ab und an lässt er sich auf dem Feld blicken und spuckt Feuer und sorgt mit seiner Körpermasse dafür, dass das Spielfeld zu kippen beginnt. Man sollte ihn also besser weiträumig umgehen.
Das wohl interessanteste Feature sind die Spezialschüsse. Wenn man einen Schuss lange genug aufladen kann, dann ist der Protagonist (und zwar nur der Protagonist) in der Lage, einen solchen Schuss abzufeuern. Dazu muss man, ähnlich wie bei Mario Golf, einen bewegenden Balken an der richtigen Stelle stoppen und schon rast der Ball in Richtung Tor. Je genauer der grüne Bereich getroffen wird, desto wahrscheinlicher ist ein Erfolg. Wird der grüne Bereich sogar ganz genau getroffen, ist ein Tor garantiert. Um den Effekt zu verstärken, zählt ein solches Tor doppelt, gibt also zwei Punkte pro Treffer. Damit es nicht allzu einfach wird, kann man Spezialschüsse nur aus der gegnerischen Hälfte abfeuern.
Will man diese Features nicht, kann man sie natürlich auch ausschalten. Vor allem in höheren Schwierigkeitsgraden können die Spezialschüsse nämlich sehr lästig sein.
Turniere, Turniere, Turniere
Wie bei Sportspielen mit Mario üblich, gibt es auch hier einen Pilz-Pokal, einen Blumen-Pokal und einen Stern-Pokal. In diesen spielt man in einer Tabelle gegen drei, fünf oder sieben Teams jeweils ein Spiel. Für einen Sieg gibt es drei Punkte, für eine Niederlage keinen Punkt und für eine Niederlage durch Golden Goal noch einen Punkt. Wer am Ende die meisten Punkte hat, gewinnt das Turnier. Sind alle drei Pokale gewonnen, erscheint der Bowser-Pokal, in dem man wieder gegen sieben Teams jeweils ein Spiel bestreiten muss. Die besten vier spielen dann in einem K.-o.-System um den Sieg. Das letzte Team muss dann jedoch noch gegen Bowsers Spezial-Team antreten, um zu gewinnen. Dabei handelt es sich um Roboter, die Fähigkeiten haben, die allen anderen Teams deutlich überlegen sind.
Hat man die „Pokal-Turniere“ beendet, wird der „Superpokal“ frei geschaltet. In den gleichen vier Pokalen gibt es nun Hin- und Rückrunde, was die Turniere deutlich länger macht. Darüber hinaus ist hier der niedrigste Schwierigkeitsgrad, den man wählen kann, der Profi-Modus. In den normalen Turnieren kann man noch als Einsteiger spielen. Des Weiteren gibt es jedoch noch zwei extreme Stufen: Ass und Legendär. Vor jedem Turnier kann man die Spielzeit zwischen zwei und 15 Minuten festlegen und entscheiden, ob es Items, Spezialtreffer oder Bowsers-Auftritt geben wird oder nicht.
Wo ist denn hier der Multiplayer?
Im ersten Moment könnte man etwas geschockt sein, da das Spiel keinen eigenen Mehrspieler-Modus hat. Man stellt jedoch schnell fest, dass man den gar nicht braucht. Denn jedes Spiel (auch die Turniere) können mit bis zu vier menschlichen Spielern gespielt werden; bei den Turnieren jedoch jeweils nur im gewählten eigenen Team, denn alles andere wäre ja auch zu einfach.
Auf dem „Bolzplatz“ kann man einfach ungezwungen gegeneinander antreten und Mannschaften und Arena frei auswählen. Im Menü „Offene Spiele“ kann man ein Turnier für drei bis acht Mannschaften organisieren, das entweder im Liga-Modus oder als K.-o.-System funktioniert. Die Mannschaften können auch hier frei gewählt und belegt werden. So ist es genauso möglich, „Zwei gegen Zwei“ oder „Drei gegen Einen“ zu spielen.
Dieser Teil des Spiels ist die echte Spaßgranate. Denn obwohl der Einzelspieler-Modus recht fesselnd ist, verliert er doch auf Dauer schnell seinen Reiz, da man keinen hat, den man anschreien kann. Wenn man keine menschlichen Mitspieler hat, dann hat man zwar auch viel zu tun, denn die Superpokale im höchsten Schwierigkeitsgrad sind nur wirklichen Profis zu empfehlen! Spielt man jedoch gegen echte Menschen, dann hört der Spaß niemals auf. Vor allem Turniere mit mehreren Mannschaften sind echte Dauerbrenner, aber auch die Möglichkeit, Turniere gemeinsam zu bestreiten, zeugen von der Ausdauer des Spiels.
Technik, die begeistert
Neben der (wieder mal) sehr genial gemachten Videosequenz im Intro hat das Spiel technisch sehr viel zu bieten. Die Animationen sind absolut sauer, die Spielfelder sind sehr schön gestaltet und der Überblick ist, auch wegen des recht kleinen Feldes, stets gut. Störfaktoren sind gelegentliche Ruckler, wenn es auf dem Spielfeld allzu bunt wird. Tritt z.B. Bowser auf und man wirft dann noch eine Bombe, geht die Framerate deutlich in die Knie. Da sich diese Szenen jedoch in Grenzen halten, stört dieses Manko nicht wirklich. Etwas merkwürdig sind jedoch die Zuschauer in den Stadien, denn sie kommen wohl frisch aus „Paper Mario“ und haben vergessen, in die dritte Dimension zurückzukehren.
Der Sound lässt dahingegen absolut keine Kritik zu. Die Songs sind rockig und sehr flott und passen perfekt zum Spiel. Es gibt zwar während den Matches keine Musik, aber dafür überzeugen dann die Soundeffekte. Besonders die kurzen Sprachsamples der Figuren sind extrem witzig und gut gelungen. Man fühlt sich wie im Stadion und kann die Melodien sehr gut mitgrölen.
Wie zu erwarten ist die Steuerung des Titels einwandfrei. Alles Bewegungen und Schüsse gehen leicht von der Hand und die Tastenbelegung ist sehr clever gelegt, so dass man sich voll auf das Spiel konzentrieren kann. Auf komplizierte Kombos wurde komplett verzichtet (außer vielleicht die Spezialschüsse), was den Titel sehr einsteigerfreundlich macht. Durch die vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen wird allerdings auch Langzeitspieler etwas geboten.
Innoavtionswertung
Das einzig wirklich Innovative an dem Titel ist, dass Mario noch nie auf dem Fußballfeld stand. Der Rest ist Mario-typisch umgesetzt und bietet kaum Dinge, die man nicht erwarten würde.
4 Punkte
Fazit
Mit Mario Smash Football ist ein langer Traum von mir wahr geworden und ich wurde nicht enttäuscht. Endlich kann ich mit Mario Fußball spielen und besonders mit menschlichen Mitspielern Nächte durchmachen. Ein bisschen Feinschliff bei der Grafik und mehr Auswahl als Einzelspieler und das Spiel wäre perfekt.
- sehr gute Steuerung
- genialer Mehrspieler-Modus
- zu kurzer Einzelspieler-Modus
- gelegentliche Ruckler
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.