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Dr. Mario & Puzzle League

Dr. Mario & Puzzle League

S.T.E.G.I.

Dr. Mario & Puzzle League

GBA

Entwickler
Nintendo
Publisher
Nintendo
Konsole
GBA
Spieler
1–2 lokal

Hm? Nehme ich nun die rote oder die blaue Pille? Nein, keine Angst! Ich bin natürlich nicht in der Matrix gefangen, ich spiele lediglich "Dr. Mario & Puzzle League", die neue Puzzle-Compilation für den GBA aus dem Hause Nintendo. Wobei das Attribut "neu" hier wohl deutlich Fehl am Platz ist. Stammen die Spiele doch ursprünglich aus dem Jahr 1990 bzw. 1995. Ob beim Spielspaß der beiden Games über die Jahre und Jahrzehnte bereits der Zerfallsprozess eingesetzt hat oder ob die Titel das Prädikat "zeitlos" verdienen, will ich in folgendem Test klären.

Da es sich bei "Dr. Mario & Puzzle League" um zwei völlig eigenständige Titel handelt, werde ich die spielerische Komponente der Knobelprogramme getrennt betrachten. Fangen wir mit dem Stethoskop-Träger an:

Is` was, Doc!?

Die Viren sind los im Pilzkönigreich! Ob es sich dabei um die Vogelgrippe handelt oder um gewöhnliche Erkältungsviren, ist nicht bekannt. Dies ist auch völlig nebensächlich, denn egal wie die Bedrohung aussieht: Für ihre Bekämpfung kann es nur einen geben: Mario, in diesem Fall: Dr. Mario. Ja, es ist erstaunlich, was dieser dickliche Klempner aus seinem Leben gemacht hat. Zusätzlich zu seinen umfangreichen sportlichen Aktivitäten hat er anscheinend auch ein Medizinstudium absolviert. Und um diese Epidemie zu bekämpfen, braucht unser Held lediglich drei unterschiedliche Pillen: eine rote Pille für die roten Viren, eine gelbe für die gelben Viren und eine blaue für die blauen Viren. Wenn doch die Medizin in der realen Welt auch so einfach wäre...

Das Spielprinzip von Dr. Mario ist schnell erklärt. In eurem Spielfeld tummeln sich eine bestimmte Anzahl an Viren, die von euch mit den entsprechenden Pillen beseitigt werden müssen. Eine Pillenkapsel besteht aus zwei Hälften, die entweder beide dieselbe oder zwei unterschiedliche Farben haben. Ihr müsst nun durch Drehen der Pillen die Kapselhälften so anordnen, dass mindestens vier gleichfarbige Felder entweder waagerecht oder senkrecht entstehen, die sich daraufhin auflösen. Befindet sich in einem solchen Block eine oder mehrere Viren, verschwinden diese ebenso. Habt ihr alle Krankheitserreger auf dem Spielfeld gekillt, steigt ihr ins nächste Level auf. Nach guter, alter Tetris-Manier wird die Fallgeschwindigkeit eurer Pillen, die unser Mario von oben ins Spielfeld wirft, immer höher. Und auch die Anzahl der Viren steigt ständig an, so dass in ganz hohen Spielstufen der halbe Bildschirm mit den winzigen Biestern zugekleistert ist. Kommt dann mal eine Pille auf dem falschen Virus zum Liegen, kann das Spiel schnell hektisch werden. Sind eure Kapseln am oberen Rand des Spielfeldes angelangt, heißt es "Game Over". Wie schon bei Tetris, dem Urvater der Klötzchenlegespiele, ist das Spielprinzip bei Dr. Mario extrem simpel gehalten, man kommt eigentlich mit nur einer Taste und dem Steuerkreuz locker über die Runden. Und wahrscheinlich kommt man gerade aufgrund dieser Einfachheit nur schwer wieder von dem Spiel los.

Bei der Auswahl der Spielmodi merkt man allerdings, dass dieses Game ursprünglich auf dem NES debütierte. Tonnenweise Einstellungsmöglichkeiten und viele unterschiedliche Spielvarianten hat "Dr. Mario" nicht zu bieten. Da hat das fünf Jahre jüngere "Puzzle League" schon deutlich mehr auf dem Kasten. Aber dazu später mehr. Im Einspielermodus habt ihr die Wahl zwischen "Klassisch", "Vs. COM" und "Blitz". Ersterer ist der bereits beschriebene Standard-Modus. In "Vs. COM" müsst ihr mit dem Computer um die Wette puzzeln. Wer seine Viren schneller vernichtet hat, gewinnt. Der "Blitz"-Modus unterscheidet sich kaum vom davor genannten Modus. Hier müsst ihr aber ganz bestimmte blinkende Viren erledigen, um gegen den CPU-Gegner zu gewinnen. Man kann zwar noch den so genannten "Vertikal"-Modus freispielen, dieser ist allerdings kaum der Rede wert, da es sich dabei nur um den klassischen Modus mit gedrehtem Spielfeld handelt. Wer einen anderen Puzzle-begeisterten GBA-Besitzer zur Hand hat, kann die beiden Modi "Vs." und "Blitz" auch noch gegen einen realen Gegner zocken. Dies ist zwar an sich eine tolle Sache, nur braucht man für den Multiplayer gleich zwei Module von diesem Spiel. Eine ärgerliche Sache, vor allem wenn man bedenkt, dass dieses Programm wohl kaum so umfangreich sein kann, als dass es nicht über ein Linkkabel in den Speicher des zweiten GBA hätte übertragen werden können. Zumal man interessanterweise seinem Freund auf genau diesem Wege eine Demoversion des Spiels auf seinen Handheld senden kann. Da hätten sich die Entwickler bei Intelligent Systems bei Multiplayermodus ruhig ein wenig mehr Mühe geben können.

Aber nun genug geredet über die eine Hälfte dieser Compilation. Kommen wir nun zu Spiel Nummer zwei:

Viva la Rotation!

Der Name "Puzzle League" alleine wird wohl vielen von euch kein wirklicher Begriff sein. Wenn ihr das Spiel aber seht, wird die Wiedererkennungsrate garantiert viel höher sein. Schließlich ist das Spiel mittlerweile auch schon ein Klassiker unter Nintendos Knobelprogrammen. In Japan ist das Game seit je her als "Panel de Pon" bekannt. Bei uns kam sein erster Auftritt - damals auf dem Super NES - unter dem Namen "Tetris Attack" in die Läden. "Puzzle League" dürfte wohl nur den Pokémon-Kennern unter euch etwas sagen. Schließlich kam das Spiel vor einigen Jahren unter diesem Namen - eingebettet ins Pokémon-Universum - für das N64 und den GBC in den Handel. Aber genug der unnötigen Worte, sehen wir uns das Gameplay an.

Auch wenn dieses Spiel einmal mit dem Wort "Tetris" im Titel vermarktet wurde, hat es doch einen entscheidenden Unterschied zur russischen Puzzle-Legende. Hier fallen die Spielblöcke nämlich nicht vom Himmel, sie "wachsen" stattdessen aus dem Boden. Ansonsten herrscht das gewohnte Spiel. Gleichfarbige Blöcke müssen entweder waagerecht oder senkrecht in eine Reihe gebracht werden - im Falle "Puzzle League" sind es mindestens drei Blöcke - und lösen sich daraufhin auf. Und wenn man an der Decke anstößt, ist natürlich Feierabend. Bis es soweit ist, soll man natürlich so viele Punkte wie möglich machen, um den Highscore zu knacken. Nur wie bekommt man die gleichfarbigen Blöcke zusammen? Indem man einfach zwei benachbarte Steine austauscht. Im Gegensatz zu "Zoo Keeper" kann man die Steine hier allerdings nur waagerecht austauschen, was die Aufgabe ein wenig erschwert. Nachdem man sich an das Spielprinzip gewöhnt hat, sollte man darauf aus sein, die Blöcke so anzuordnen, dass man mit einem Zug möglichst mehr als nur drei Blöcke zum Verschwinden bringt und vielleicht auch noch mit den von oben heruntersackenden Steinen Kettenreaktionen auslöst. Dies bringt nämlich massig Punkte und stoppt die Zeit auch kurzfristig, so dass man sich schnell neu orientieren kann. Selbstverständlich gilt auch bei diesem Spiel, dass die Geschwindigkeit kontinuierlich ansteigt. Das macht doch auch den besonderen Reiz dieses Genres aus. Sollte es euch dennoch mal zu langsam zugehen, könnt ihr auch manuell neue Blockreihen von unten nachschieben. Der Suchtfaktor ist auch bei diesem Spiel sehr hoch, wobei die Eingewöhnungsphase hier ein wenig länger dauert, als bei "Dr. Mario".

Wie weiter oben schon bemerkt, hat "Puzzle League" in Sachen Spielmodi und Einstellungsmöglichkeiten schon deutlich mehr zu bieten als die andere Hälfte dieses 2-in-1-Moduls. Solospielern stehen ganze sechs, allesamt unterhaltsame Spielmodi zur Auswahl. Dazu kommt auch hier noch der freispielbare "Vertikal"-Modus. Der Standardmodus nennt sich bei diesem Game "Marathon". Hier heißt es nur "Jage den Highscore!", bis die Blöcke die Decke berühren. Im "Vs. COM"-Modus könnt ihr mit dem Computer um die Wette puzzlen. Im Modus "Zeit" müsst ihr innerhalb von zwei Minuten soviel Punkte wie möglich machen. Diese Variante dient also eher dem schnellen Spielchen für Zwischendurch. Beim "Reihe"-Modus müsst ihr so lange Blöcke abbauen, bis ihr zu einer eingezeichneten Schlusslinie kommt. Danach geht`s weiter ins nächste Level, wobei die Reihen natürlich von Level zu Level schneller nachrücken. Bei der Variante "Müll" erschweren euch so genannte "Müllblöcke" die Arbeit, welche teilweise so breit wie das gesamte Spielfeld sind. Diese können nur in normale Blöcke umgewandelt werden, wenn ihr angrenzend eine Blockreihe auflöst. Zum Schluss bleibt noch der "Puzzle"-Modus. Hier muss man Level für Level das vorhandene Blockgebilde mit einer fix vorgegebenen Anzahl an Zügen auflösen. Dies ist zugleich der forderndste Modus, der viel Kombinationsgabe verlangt. Leider könnt ihr euch die Lösungsschritte auch vom Spiel vorsagen lassen. Dies bringt zwar einen Zeitmalus, dennoch werden ungeduldige Spieler zu sehr dazu verleitet, sich helfen zu lassen. Natürlich darf auch bei "Puzzle League" ein Zweispielermodus nicht fehlen. Ihr könnt die Modi "Müll", "Zeit" und "Reihe" auch gegen einen menschlichen Mitspieler zocken. Leider braucht dieser auch hier wieder sein eigenes Spielmodul. Meine Meinung zu diesem Thema habe ich ja bereits bei der "Dr. Mario"-Vorstellung klargemacht, weshalb ich hier keine Worte mehr verschwenden will. Abseits der Ein- und Zweispielermodi hat "Puzzle League" noch ein Tutorial und - wie Dr. Mario auch - eine Highscoreliste zu bieten. Außerdem gibt es hier noch eine riesige Auswahl an einstellbaren Optionen, die zum Herumexperimentieren einladen.

Technisch betagt, aber wen stört das!

Auch wenn viele von euch jetzt gleich genervt aufschreien werden, weil dieser Satz in fast jedem Review zu einem Puzzlespiel vorkommt, muss ich ihn dennoch schreiben: Die technische Seite des Spiels ist veraltet, aber durchaus zweckgemäß. Ja, das nervige "Z-Wort"... Die Entwickler haben sich zwar durchaus Mühe gegeben, die Grafik ein wenig aufzumotzen und mit einigen zusätzlichen Farben zu versehen, dennoch sieht man, dass die beiden Spiele schon einige Jährchen auf dem Buckel haben. Dies ist vor allem bei "Dr. Mario" stark zu merken, "Puzzle League" ist mit seinen animierten Hintergründen und satten Farben noch eher up-to-date. Die Soundabteilung der beide Spiele besteht aus unaufdringlich vor sich hin dudelnden Hintergrundmelodien und piepsigen Soundeffekten, also genau das, was man sich von einem Puzzlespiel erwartet. Nostalgie pur! Wobei man auch beim Sound merkt, dass "Dr. Mario" noch etwas älter ist als "Puzzle League".

Gesamt betrachtet ist "Dr. Mario & Puzzle League" eine unterhaltsame Knobel-Compilation geworden. Die Spielprinzipien der beiden Spiele sind auch heute noch hochgradig süchtig machend, auch wenn man ihr Alter nicht ganz unter den Tisch kehren kann. Wer Spaß an Puzzlegames hat, kann hier durchaus einen Blick riskieren.

INNOVATION:
Da die beiden Spiele auf diesem Modul zehn bzw. 15 Jahre alt sind, ist von Innovation hier natürlich keine Spur mehr. Die Spielprinzipien sind altbekannt und bewährt. Lediglich die Tatsache, dass beide Spiele auf einer Cartridge sind, könnte man als "Innovation" verstehen. Nur waren in diesem Punkt andere Hersteller schneller, wie man an der Fülle an 2-in-1-Games sehen kann, die derzeit unsere GBA-Regale bevölkern.

7.0Wertung

Fazit

Mit "Dr. Mario & Puzzle League" hat Nintendo zwei absolute Puzzleklassiker auf ein Modul gebannt, die auch heute noch süchtig machen können. Zwar trübt der fehlende 1-Modul-Multiplayer und die wenigen Modi bei Dr. Mario ein wenig die Gesamtwertung, Genre-Fans und Nostalgiker können aber dennoch bedenkenlos zugreifen.

Design
5.0
Sound
5.0
Online Multiplayer
6.0
  • 2 Spiele in einem
  • immer noch hochgradig süchtigmachend
  • Zweispielermodus...
  • ...der leider auch 2 Module verlangt
  • technisch veraltet

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

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