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Donkey Kong Country 3

Donkey Kong Country 3

MOD666

Donkey Kong Country 3

GBA

Entwickler
Rare
Publisher
Nintendo
Konsole
GBA
Spieler
1 lokal

Donkey Kong Country 3 auf dem GBA könnte man als Recycling von Recycling bezeichnen. Das Spiel ist das Remake eines klassischen Sequels mit kleineren und größeren Neuerungen, jedoch kaum grundlegenden Veränderungen. Bereits bei der Story gibt es nicht viel Neues, es wird nicht mehr ein Berg Bananen oder ein Familienmitglied entführt, sondern dieses Mal sind es gleich zwei. Da nun beide Protagonisten aus dem ersten Teil in den Händen der Feinde sind, muss wieder ein neuer Charakter eingeführt werden, um Dixie bei ihrer Rettungsaktion zu unterstützen. Kiddy Kong, dem diese Aufgabe übertragen wird, trägt zwar noch einen Strampelanzug, von der Masse her könnte er aber vermutlich Donkey Kong persönlich Konkurrenz machen.

Affentheater

Das neue Team hat eine Reihe von Fähigkeiten, die stark auf die Unterschiede zugeschnitten sind: Dixie kann wie gewohnt die Fallgeschwindigkeit senken, Kiddy beherrscht den klassischen Roll-Sprung (aus dem Rollen kann er auch springen, wenn er keinen festen Boden mehr unter den Füßen hat). Wird Kiddy von Dixie auf die Schultern genommen und geworfen, kann es leicht passieren, dass angebrochene Holzplatten bei dessen Aufprall nachgeben. Die umgekehrte Variante ist aber noch interessanter: Denn wenn Kiddy Dixie auf eine Plattform schleudert, kann er problemlos hinterher, auch wenn ein Sprung nicht reichen würde. Trotz aller Ähnlichkeiten zu Donkey Kong Country 1 und 2 würde man allerdings der Abwechslung, die im Leveldesign steckt, nicht gerecht werden, wenn man das Spiel als eine fantasielose Fortsetzung bezeichnen würde. Viele Levels haben Konzepte, die einmalig innerhalb des Spiels sind. Einmal wird man beispielsweise von Bienen durch ein Level gehetzt, ein anderes Mal ist das Seil, an dem man durch das Level klettert, tatsächlich eine brennende Lunte, so dass ein gleichmäßiges Vorankommen notwendig ist, um sich sein digitales Fell nicht zu verbrennen. Selbstverständlich müssen nicht alle Levels unter Druck durchgespielt werden, meist sind es nur kurze Abschnitte, in denen die Situation hektisch wird. Die Palette des Spiels reicht von Levels, in denen schnelle Reaktion oder Einprägen des Levelverlaufs gefragt ist, bis zu anderen, in denen genug Zeit vorhanden ist, den richtigen Augenblick auszuwählen, um zwischen Gegnern hindurchzuspringen. Dazu kommt noch ein häufiger Einsatz der tierischen Helfer, die sich wiederum völlig verschieden von den Kongs und meist auch voneinander spielen.

Die Jagd nach dem Kleingeld

Um die Spielzeit zu erhöhen und die Linearität zu senken, sind in den Levels jeweils zwei (in manchen sogar drei) Bonus-Münzen und eine DK-Münze versteckt, die zu finden nötig ist, um das Spiel komplett abzuschließen. Erstere werden in kleinen Minigames erspielt, die meist der Levelthematik entsprechen. In einem Level beispielsweise folgt ein Zielkreuz den Kongs und es wird in regelmäßigen Abständen ein Geschoss auf die Stelle abgefeuert, die es anzeigt. In einem der Minigames zu diesem Level muss dann der Spieler das Geschütz, zu dem das Zielkreuz gehört, lenken und damit seinerseits innerhalb einer vorgegebenen Zeit alle Gegner ausschalten. Um eine Chance zu bekommen das Minigame zu lösen, muss es erst im Level in Form eines Fasses mit einem "B" darauf gefunden werden. In manchen Stages gestaltet sich das einfach, da man es kaum verfehlen kann, in den meisten Fällen hingegen verstecken sich Fässer auf Nebenrouten oder sind fast vollständig in den Baumwipfeln hinter Blättern verborgen. Bei der DK-Münze ist die Aufgabe ähnlich und doch unterschiedlich genug. Auch in diesem Fall muss sie erst gefunden werden. Jedoch muss für sie kein Minigame gelöst, sondern ein Gegner besiegt werden, der die Münze auf seinem Schild trägt. Die Aufgabe gestaltet sich aber schwieriger, als es zunächst scheint, denn der spezielle Gegner benutzt den Schild, um Angriffe aus der Richtung abzuwehren, in der sich die Kongs befinden. Die Lösung ist ein Stahlfass, das zu finden und so zu werfen ist, dass es ihn von der ungeschützten Seite trifft. Dazu muss das Level ausgenutzt werden, um z.B. das Fass an einer Wand abprallen zu lassen.

Neues aus dem Dschungel

Wer das Original bereits kennt, interessiert sich natürlich, was bei der Umsetzung auf dem GBA Neues zu erwarten ist. Positiv überrascht die neue Welt, die diesem Spiel geschenkt wurde. Komplett mit Bananenvogel und Boss (der jedoch auch gleich seinen Platz mit dem aus einer anderen Welt getauscht hat) gliedert sie sich nahtlos in die Liste derer, die aus dem ursprünglichen Spiel übernommen wurden ein. Gespeichert werden kann nun auch überall auf der Weltkarte, so dass Wrinklys omnipräsente Speicherhöhle nicht mehr gebraucht wird und nur an einer Stelle vorhanden in eine esoterische Behausung umgewandelt wurde, da die alte Affendame offensichtlich auch schon vom Spielen am N64 genug hat. An ihrer Stelle lädt nun Cranky in jedem Level zu einem Training ein, mit dem er sich auf sein Comeback vorbereiten will. Passend dazu ist das Minigame bereits bekannt aus dem Klassiker "International Karate". Hierbei geht es darum, per Steuerkreuz mit einem Schild "Stachelviecher" (bzw. Bälle im Original) abzuwehren, die den Charakter aus sechs der acht Grundrichtungen (nicht senkrecht von oben oder unten also) treffen können. Aber nicht nur in Wrinklys ehemaligen Höhlen ist ein Minigame zu finden, auch Swanky ist wieder mit von der Partie. Der Affe im Anzug präsentiert auch diesmal ein Minigame, nur ist aus dem Zelt, das dazu beim SNES-Original in jeder Welt stand, ein Beton/Metallgebilde geworden, in dem nun statt eines Ballwurfspiels ein Minigame absolviert werden kann, das an ein Sonic(2)-Bonuslevel erinnert. Die knappe Tiefeninformation jedoch, die bei diesem Spiel im Spiel, bei dem man mit Dixie eine endlose Röhre entlang läuft und Sterne einsammelt, vermittelt wird, kann das Bewältigen frustrierend machen. Selbst Funky in seinem Bootsverleih hat diesmal Minigames anzubieten: Das erste, dritte und vierte Level aus Rares klassischem "Cobra Triangle" (sowie eine Aufgabe, die sich nicht eindeutig zuordnen lässt) dürfen in etwas vereinfachter Form gespielt werden. Und "vereinfachen" ist auch für den Rest des Spiels ein gutes Stichwort. An vielen Stellen ist eine Vereinfachung festzustellen. Im Wesentlichen hält sich zwar das Leveldesign sehr eng an das Original, doch vergleicht man die Levels mit denen aus dem Original stellt man an der einen oder anderen Stelle fest, dass Gegner an einigen besonders kritischen Stellen (z.B. die Biene vor einem Bonusfass in "Jodel-Rodel") entfernt oder so verlegt wurden, dass es leichter ist auszuweichen. Das ist mit ein Grund, weshalb es keine große Herausforderung ist, das Spiel in unter zehn Stunden vollständig abzuschließen. Wer allerdings eine sucht, kann Cheats benutzen, die den Anspruch erhöhen, oder versuchen, das Spiel so schnell, wie möglich zu beenden.

Wer ist Eveline Fischer?

Abgesehen davon, dass die Grafik innerhalb der Levels fast nur sattere Farben bekommen hat (es fällt allerdings stellenweise auf, dass es weniger verschiedene sind), wurde außerhalb alles erneuert. Sämtliche Weltkarten einschließlich der Hauptwelt, und auch alle Räume, die man von dort aus betritt (samt einiger Nebencharaktere), sind neu entworfen. Im Wesentlichen jedoch kommt sie dem nahe, was man schon auf dem SNES gesehen hat und die für damalige SNES- wie heutige GBA-Verhältnisse solide ist. Was jedoch viel mehr auffällt. Der Soundtrack hat eine Generalüberholung bekommen. Die Credits verraten da mehr: Während der Originalsoundtrack zu einem Großteil von einer Eveline Fischer geschrieben wurde, taucht dieser Name nicht in den Credits auf (dafür allerdings eine Eveline Novakovic in den "Original DKC3 Staff"-Credits; selbige ist auch für die Soundeffekte bei Kameo verantwortlich), David Wise wird auf seinem Gebiet inzwischen alleine aufgelistet. Eine gewisse Verbundenheit mit dem Originalsoundtrack mag daran schuld sein, aber der neue OST kann trotz seiner gewiss vorhandenen Qualitäten nicht ganz mit dem Mix, der auf dem SNES zu hören war, mithalten.

7.5Wertung

Fazit

Ein gutes Remake mit für heutige Verhältnisse niedriger Spielzeit und etwas gesenktem Schwierigkeitsgrad.

Design
7.0
Sound
8.0
  • neue Welt
  • Remake
  • Soundtrack-Wechsel für viele enttäuschend

Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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