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Spartan: Total Warrior

Spartan: Total Warrior

S.T.E.G.I.

Spartan: Total Warrior

NGC

Publisher
Sega
Konsole
NGC
Spieler
1 lokal
Freigabe
USK ab 18

Wir schreiben das Jahr 50 v. Chr. - ganz Gallien ist von den Römern besetzt. Moment! Da hab ich mich wohl im Datum geirrt. Wir schreiben erst das Jahr 330 v. Chr., Gallien ist den Römern noch ziemlich egal, denn Griechenland steht ganz oben auf ihrer Wunschliste. Die meisten Städte des Landes sind schon den Legionen des römischen Kaisers Tiberius zum Opfer gefallen und nur der für seine stählernen Krieger bekannte Stadtstaat Sparta stellt sich noch erfolgreich den römischen Eroberungsplänen entgegen. Ihr schlüpft nun in die Rolle eines dieser Krieger. Er kennt weder seinen Namen, noch seine Herkunft. Er wurde ausgebildet zu einem der größten Krieger des Landes und er kämpft sich mit Hilfe seiner Freunde Castor, Pollux und der Amazonenprinzessin Electra von Sparta über Troja und Athen bis nach Rom vor, um den feindlichen Invasoren Einhalt zu gebieten. Dieser Held wird beschützt vom Kriegsgott Ares, der seiner Klinge göttliche Macht verleiht, und man nennt ihn schlicht und einfach den Spartaner.

Von "Total War" zu "Total Warrior"

Soweit zur Hintergrundgeschichte des neuesten Hack`n`Slay-Titels aus dem Hause Sega. Solltet ihr nun aber vorhaben, euren Geschichtslehrer mit diesen historischen "Fakten" zu beeindrucken, vergesst es lieber gleich. Denn um 330 v. Chr. war Rom eine Republik, einen Kaiser gab es damals noch nicht. Und der oben erwähnte Tiberius begann seine Herrschaft erst im Jahre 14 n. Chr. Ihr seht, mit historischer Genauigkeit haben sich die Entwickler von "The Creative Assembly" wohl weniger beschäftigt, was allerdings überhaupt nicht negativ ins Gewicht fällt. Denn die antike Atmosphäre stimmt trotzdem und auch sonst haben die britischen Spielemacher vieles richtig gemacht.

Der Name "The Creative Assembly" dürfte Fans von PC-Strategiespielen garantiert bekannt vorkommen. Schließlich ist dies die Spieleschmiede, welche für die berühmte "Total War"-Serie verantwortlich ist und vor Kurzem erst mit "Rome: Total War" Verkaufserfolge gefeiert hat. Für ihren ersten Ausflug in die Welt der Spielkonsolen haben die Jungs allerdings das Genre gewechselt und damit bewiesen, dass sie auch für Action-Spiele ein gutes Händchen haben.

Spüre meine Klinge, Centurio!

Wenn ihr ein neues Spiel startet, müsst ihr zunächst einmal aus drei Schwierigkeitsgraden wählen. Bei einem Hack`n`Slay-Spiel ist dies immer eine sehr lobenswerte Funktion, denn so kommen auch Genre-Neulinge auf ihre Kosten. Wer nun allerdings denkt, dass man bei Spartan allein durch wildes Buttonsmashing den Abspann zu Gesicht bekommt, der liegt falsch. Ohne die richtige Kampfstrategie werdet ihr selbst im einfachsten Härtegrad schnell euer virtuelles Ableben mitansehen müssen. Nach der Erklärung der Ausgangslage und einem in Echtzeit gehaltenen Einleitungsvideo, welche beide - wie das gesamte Spiel - einwandfrei deutsch synchronisiert wurden, geht es auch schon los zur ersten Schlacht. Ein Angriff der Römer auf eure Heimatstadt muss abgewehrt werden. Da es gleich von Anfang an ordentlich zur Sache geht, kann man hier nicht wirklich von einem Tutorial reden. Um euch dennoch die Steuerung des Spiels näher zu bringen, pausiert das das Game von Zeit zu Zeit, um euch neue Attacken anzuzeigen. An sich geht die Steuerung des Spartaners recht schnell in Fleisch und Blut über. (Und bei den unzähligen niedergemetzelten Gegnern ist "Fleisch und Blut" sogar auch wörtlich zu verstehen!) Mit dem A-Button führt ihr euren direkten Angriff aus. Das bedeutet, dass der euch gegenüberstehende Gegner einen ordentlichen Hieb mit eurer Waffe abbekommt. Solltet ihr mal von feindlichem Fußvolk umzingelt sein - und das kommt recht häufig vor - könnt ihr mit B einen Rundumschlag ausführen. Die Y-Taste ist zum Springen da, der X-Knopf ändert seine Funktion kontextabhänig, ist aber meist zum Betätigen von Schaltern, Umstoßen von brennenden Gegenständen und Aktivieren von Bomben vorgesehen. Wenn ihr den R-Trigger gedrückt lasst, ist eure Spielfigur in Abwehrstellung und hält sein Schild (falls er eines trägt) oder seine Waffen schützend vor seinen Körper. Wenn eure Feinde mal etwas weiter von euch entfernt sind, könnt ihr sie auch aus der Distanz erledigen. Dazu spannt ihr mit Z euren Bogen und schießt dann mit A einen Pfeil auf den von euch anvisierten Gegner. Euer Pfeilvorrat ist dabei verständlicherweise nicht unbegrenzt und muss zwischendurch wieder aufgefüllt werden, indem ihr herumstehende Kisten durchsucht. Der L-Trigger ist in diesem Spiel sozusagen der Spezial-Button. Je nachdem, ob ihr die Taste nur leicht gedrückt haltet oder bis zum Anschlag durchdrückt, führt euer Held in Kombination mit den Tasten A und B entweder einen Wutangriff oder einen magischen Kraftangriff aus. Dazu müsst ihr allerdings beim ersten Fall eine volle Wutleiste haben, welche ihr durch Niederstrecken von Gegnern füllen könnt, und im anderen Fall gefüllte Magievorräte, die sich an speziellen Schreinen auftanken lassen. Nun fehlen nur noch der Analogstick, mit dem ihr euren Kämpfer durch die Spielumgebung lenkt, das digitale Steuerkreuz, welches zum Wechseln der Waffensets dient und der C-Stick, mit dem ihr die Kamera beliebig drehen und ins Schlachtengetümmel hinein- und herauszoomen könnt. Zudem gibt es noch einige zusätzliche Tastenkombinationen, die ich jetzt nicht auch noch aufzählen möchte. Glaubt mir einfach, wenn ich sage, dass die Steuerung super funktioniert. Es gibt eigentlich nur zwei Schwachpunkte: Zum einen die Zielerfassung mit dem Bogen. Hier werdet ihr nicht immer sofort den gewünschten Gegner erwischen, so dass eine "Durchschaltfunktion" sehr nützlich gewesen wäre. Der zweite Negativpunkt ist die Doppelbelegung des L-Trigger. Hier merkt man, dass den Entwicklern - wie bei vielen Multiplattform-Spielen - die L2-Taste des PS2-Controller gefehlt hat. Zwar haben die Macher von Spartan das Problem recht gut gelöst, indem sie sich einfach der Analogfunktion der Schultertasten des Cube-Pads bedient haben, jedoch ist es in der Hitze des Gefechts für den Spieler oft schwer zwischen leichtem und starkem Drücken zu differenzieren. So wird es des Öfteren vorkommen, dass ihr magische Energie verschwendet, obwohl ihr eigentlich nur einen Wutangriff starten wolltet.

Einmal Römer-Geschnetzeltes mit Pommes, bitte!

Wie es sich für ein Hack`n`Slay-Spiel gehört, liegt der Focus auch bei "Spartan" auf schneller Nahkampf-Action. Allerdings ist das Gameplay bei weitem nicht so eintönig, wie man es bei einem Vertreter dieses Genres vermuten könnte. Für Abwechslung ist nämlich durchaus gesorgt, was an mehreren Faktoren liegt. Zum einen sind es die verschiedenen, abwechslungsreichen Landschaften - mal weiträumige Schlachtfelder, mal enge Katakomben - die euch bei Laune halten. Dann wären da noch die vielen Gegnertypen, welche unterschiedliche Kampftaktiken von euch verlangen. Apropos Gegner: Dass "The Creative Assembly" viel Liebe fürs Detail bewiesen hat, kann man gut an euren Widersachern erkennen. Denn jeder noch so unbedeutende Fußsoldat hat einen eigenen Namen, der unter seiner Energieleiste angezeigt wird, wenn ihr gegen ihn kämpft. Und wenn man bedenkt, wie viel Tausende an Feinden im Laufe des Spiels eure Klinge zu spüren bekommen, ist dies schon beachtlich. Natürlich kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dass die Namen nicht mehrfach verwendet wurden. Denn schließlich habt ihr während einer hitzigen Schlacht nur sehr selten die Zeit darauf zu achten, wen ihr da gerade in die Unterwelt befördert habt. Aber nun zurück zum Gameplay. Bei "Spartan. Total Warrior" seid ihr keineswegs andauernd alleine unterwegs. Neben den Einzelkämpfer-Missionen gibt es noch Bereiche, wo ihr im Team mit euren Freunden zusammenarbeitet, sowie die beeindruckenden Massenschlachten, wo euch ganze Heere an computergesteuerten Mitstreitern unterstützen. Auch eure Missionsziele unterscheiden sich dann. Während ihr alleine oftmals wirklich nur alle Gegner am Bildschirm in handliche Stücke zerlegen müsst, übernehmen in den anderen Fällen meist die KI-Verbündeten die Drecksarbeit, während ihr Schalter finden und betätigen, brennbare Objekte entzünden, "wichtige" Feinde attackieren oder bestimmte Freunde beschützen müsst. Damit ihr dabei nie die Orientierung verliert, wird am rechten unteren Bildschirmrand eine Übersichtskarte angezeigt, in der alle für die aktuelle Mission wichtigen Orte und Personen eingezeichnet sind. Die Aufgabenarten wiederholen sich zwar im Laufe des Spiels, dennoch sind sie so angeordnet, dass niemals das Gefühl von Eintönigkeit bei euch aufkommen wird. Zudem warten in regelmäßigen Abständen große Endgegner auf euch, welche oft der griechischen Mythologie entnommen wurden, wie die Hydra oder der Minotaurus. Zwar sind diese Bossfights gut in Szene gesetzt und verlangen auch meist ein anderes Vorgehen im Kampf als bei gewöhnlichen Gegnern, dennoch hätten die Herausforderungen doch ein wenig härter sein können. So werdet ihr mit einem Rudel wieselflinker Assassins oft mehr Probleme haben, als mit einem der übermenschlich großen Endbosse. Insgesamt betrachtet haben sich die Entwickler beim Gameplay ordentlich ins Zeug gelegt. Das sieht man auch am "RPG light"-Feature. Je nachdem, wie gut ihr in einer Kampagne wart, bekommt ihr von den Göttern am Ende mehr oder weniger Punkte vergeben, welche ihr auf die Attribute Gesundheit, Stärke und (magische) Kraft aufteilen könnt. Habt ihr alle Leisten gefüllt, steigt ihr ein Level auf und das System beginnt von vorne. Natürlich wäre es vermessen, hier von einem echten Rollenspiel-Feature zu sprechen. Dennoch ist es eine nette Idee, die man durchaus noch hätte ausbauen können. Ein großes Lob muss man auch dem Speichersystem machen. Erstens belegt ein gespeichertes Spiel gerade mal einen einzigen Block auf eurer Memory Card und zweitens haben die Entwickler auch innerhalb der Missionen viele fair gesetzte Kontrollpunkte eingebaut, so dass man jederzeit speichern und das Spiel beenden kann, ohne dass man bei der nächsten Session weite Teile erneut zocken muss.

Ruckelfreies Blutbad und heroische Ansprachen

Nicht nur spielerisch, sondern auch technisch hinterlässt "Spartan: Total Warrior" einen sehr guten Eindruck. Während sich andere Developer bei Multiplattform-Entwicklungen auf Middleware verlassen, haben "The Creative Assembly" für diesen Titel eine eigene Engine programmiert. Und dies war eine mehr als gute Entscheidung. Wo andere Spiele längst in Ruckelorgien ausgebrochen wären, bleibt Spartan immer noch unglaublich flüssig. Unzählige hübsch modellierte Kämpfer tummeln sich auf optisch abwechslungsreichen und oftmals sehr weiträumigen Schlachtfeldern. Und das alles völlig nebelfrei und so gut wie ohne Slowdowns. Und dazu kommen noch einige nette Licht- und Feuereffekte. Zwar wirken die Bewegungsabläufe der KI-gesteuerten Gegner oft ein wenig roboterhaft, dafür kann man sich geschmeidig durch die feindlichen Angriffsreihen metzeln, die Kamera frei in alle Richtungen bewegen und weit hinaus- bzw. bis auf Vollbildgröße an euren Helden heranzoomen, ohne ein Ruckeln in Kauf nehmen zu müssen. Und bei solch einer Nahaufnahme sieht man dann auch eindeutig, warum das Spiel von der USK keine Jugendfreigabe erhalten hat. Denn wenn der Spartaner mit dem Schwert fuchtelt, spritzt der rote Lebenssaft nur so über den Bildschirm. Und setzt ihr gar zu einer Wutattacke an, wird euren Feinden sicherlich das ein oder andere Körperteil abhanden kommen, so dass selbst "Mortal Kombat"-Fanatikern warm ums Herz werden wird. Dennoch ist das Spiel keineswegs Gewalt verherrlichend. Denn schließlich habt ihr bei dem rasanten Spielprinzip ohnehin keine Zeit, euch auf die blutigen Details zu konzentrieren.

Neben der gelungenen Grafik fügt sich auch der Sound sehr gut ins stimmungsvolle Gesamtbild dieses Spiels ein. Die orchestralen Klänge passen perfekt zu einem derartigen Spiel und unterstreichen die aktuelle Lage des Geschehens optimal und völlig unaufdringlich. Zudem erfreut noch die ordentliche deutsche Sprachausgabe, die nicht nur während der Zwischensequenzen zu hören ist, sondern auch mitten im Spielgeschehen. Auch hier kann man erkennen, dass die Macher auf Details geachtet haben. Denn selbst ohne Surround-Anlage kann man zum Beispiel eindeutig hören, dass sich die Lautstärke der Anfeuerungsrufe eines Verbündeten ändert, je nachdem, ob ihr euch näher an ihn heran oder weiter von ihm weg bewegt.

Kooperatives Klingengeschwinge verzweifelt gesucht

Was nun noch zu klären bleibt, ist die Frage, wie lange ihr mit dem Spiel beschäftigt sein werdet. Nun, der Story-Modus, den ich euch in den letzten Absätzen näher gebracht habe, hat einen recht ordentlichen Umfang und wird euch schon einige Tage auf Trapp halten. Wie lange, hängt natürlich von euren Genre-Vorkenntnissen ab. Sonst wäre da noch der Modus "Arena-Herausforderung" zu erwähnen. Hier müsst ihr in einer Arena mehrere Runden lang eine bestimmte Anzahl an Gegnern eliminieren, wobei der Schwierigkeitsgrad von Runde zu Runde steigt. Weitere Arenen sowie einsetzbare Power-Ups müsst ihr im Hauptmodus freispielen. Dieser Modus ist zwar für kurze Zeit sehr spaßig, verliert aber schnell seinen Reiz. Leider war das dann schon alles, was dieses Game an Spielmodi zu bieten hat. Schade, dass die Entwickler nicht an einen Multiplayermodus gedacht haben, zumal sich ja ein Kooperations-Modus für zwei bis vier Spieler bei diesem Spiel mehr als nur angeboten hätte. Aber auch so bleibt "Spartan: Total Warrior" ein sehr gutes Action-Game, dass Genre-Fans nicht außer Acht lassen sollten.

Innovation:
Um auch noch den Innovationsfaktor des Spiels anzusprechen: Dieser ist sicherlich nicht sehr hoch. Hack`n`Slays gibt es schon sehr lange. Diese mit einer Prise Strategie und RPG zu würzen, ist sicherlich auch nicht neu. Ebenso wenig, die griechische Antike in einem Spiel zu thematisieren. Dennoch wirkt das Gesamtpaket sehr frisch und hat - zumindest auf dem Cube - nur wenig vergleichbare Konkurrenz.

8.5Wertung

Fazit

"Spartan: Total Warrior" ist ein episches Metzelspiel mit imposanten Schlachten, das sowohl spielerisch als auch technisch zu überzeugen weiß und trotz des fehlenden Mehrspielermodus in keiner Action-Spielesammlung fehlen sollte.

Design
8.5
Sound
8.5
  • anspruchsvolles Hack`n`Slay
  • ruckelfreie Massenschlachten
  • tolle Atmosphäre
  • faire Rücksetzpunkte
  • kein Multiplayermodus

Vielen Dank an die Firma Sega für die Bereitstellung des Testmusters.

Reactions

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