
Batman Begins

Batman Begins
NGC
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- Batman
- Entwickler
- Eurocom
- Publisher
- Electronic Arts
- Spieler
- 1 lokal
- Freigabe
USK ab 12
Nach Einschalten des GameCube und Beginnen eines Spieles geht es direkt in die Vollen. An einer Cutszene erkennt man, dass das Spiel nicht linear aufgebaut ist. Die Handlung beginnt mit einem kurzen Prolog, in dem man als Batman den vermeindlichen Bösewicht stellen soll. Da das nicht das Ende sein kann, bricht das Geschehen kurz vor Erreichen des Zieles ab und wir unternehmen eine Reise in Batmans Vergangenheit.
Batman Begins
Direkt danach befinden wir uns in einem Kloster im Himalaja. Bruce Wayne wird dort von seinem Mentor trainiert und geschult. Dieser Unterricht wird es ihm später ermöglichen, zum Rächer der Nacht zu werden. Hier hat man die Aufgabe, die letzte Prüfung zu bestehen und somit in die „Gesellschaft der Schatten“ aufgenommen zu werden. Doch nach der absolvierten Prüfung wird klar, dass Bruce nicht mit deren Prinzipien leben kann und so flüchtet er.
Von nun an geht es in einer brisanten Reise Stück für Stück näher ans Ziel, welches nicht so ersichtlich ist, wie man am Anfang glauben könnte. Batman muss versuchen, den Bösewicht zu stellen und ihm das Handwerk zu legen. Dabei bedient er sich der typischen Werkzeuge und Fahrzeuge, sowie seiner unglaublichen Kraft und Geschicklichkeit. Der Spieler steuert Batman durch die Nacht von Gotham City und erlebt dabei die Geburtsstunde des Helden und die Schwierigkeiten, die damit verbunden sind.
Ein düsteres Abenteuer
Da Batman quasi ein Ritter der Finsternis ist, liegt es nahe, dass ein Großteil des Spieles im Dunkeln statt findet. Außerdem bedient sich der Fledermaus-Mann bekanntlich keinerlei Schusswaffen, sondern greift lediglich auf seine Fäuste und ein paar nette Ninja-Waffen zurück. Das führt allerdings dazu, dass man stets auf der Hut vor Gangstern mit Feuerwaffen sein muss, da diese aus der Entfernung deutlich überlegen sind.
Also nutzt man die Dunkelheit, um sich zu verstecken und leise anzuschleichen. Das Equipment setzt man ein, um die Gegner einzuschüchtern, denn je mehr Angst sie haben, umso ungefährlicher werden sie. Ist ein bestimmter Level erreicht, dann lassen sie sogar ihre Waffen fallen und werden zu sehr leichten Zielen. Manchmal ist es auch nötig, sich von hinten anzuschleichen und einen Gegner gezielt mit einem kurzen Angriff auszuschalten.
Durch dieses Feature ist das Spiel nicht bloß ein Hau-Drauf-Abenteuer, sondern bietet einiges mehr. Sinnloses Durch-die-Gegend-Rennen hilft in den seltensten Fällen weiter, da man dabei meist von bewaffneten Killern erwischt wird. Vorsicht ist angesagt, um die Gegner aus der Reserve zu locken. Man muss die Angst der Feinde schüren, um Erfolg zu haben.
Eine quasi-lineare Reise
Das Spiel ist im Wesentlich sehr linear, denn man hat kaum Möglichkeiten, vom vorgegeben Weg abzuweichen. Bedingt durch die Filmvorlage ist das auch gut so, weil man sonst irgendwelche neuen Dinge hätte erfinden müssen, die vielleicht gar nicht ins Franchise passen. Dies wird allerdings durch die Zeitsprünge zwischen den neun Kapiteln so aufgelockert, dass man kaum etwas davon merkt. Allerdings geht dabei manchmal etwas der Überblick verloren und der Zusammenhang zwischen den einzelnen Missionen wird nicht immer sofort klar.
Das Gameplay ist ähnlich linear und wird nur durch ein paar kurze Sequenzen, wie zum Beispiel die Verfolgungsjagd im Batmobil, etwas abwechslungsreicher. Trotzdem ist das die größte Schwäche des Titels, da die Einseitigkeit nicht unbedingt an die Konsole fesselt. Zum Glück wird Geradlinigkeit durch die spannende und recht temporeiche Geschichte zu großen Teilen ausgeglichen.
Man weiß ja von Anfang an, wo die Reise vermutlich enden wird, aber man fragt sich nach jedem Kapitel aufs Neue, wie man bitte dahin gelangen wird. Es tauchen immer neue Bösewichte auf, aber die Kette scheint nicht enden zu wollen. Und wenn man dann mal weiß, wen es zu jagen gilt, dann heißt das noch lange nicht, dass man ihn auch schnell erwischen wird.
Ein großes Manko sind die ellenlangen Ladezeiten. Direkt am Anfang wird die Geduld des Spielers durch einen langen Ladevorgang auf die Probe gestellt, der anscheinend nur dazu da ist, die Logos der beteiligten Firmen zu laden. Auch wenn man mal stirbt und am selben Punkt wieder anfängt, muss das Spiel jedes Mal neu laden. Man könnte fast meinen, dass die Adaption auf den GameCube nicht ganz so sorgfältig gemacht wurde. Dicke Pluspunkte sammelt das Spiel für das „umgekehrte Resident-Evil-Prinzip“. Nicht der Spieler ist es, der sich vor Angst in die Hosen macht, sondern er soll die Gegner zu Selbigem bringen. Unerkannt bleiben, ein Geist werden und die Feinde verunsichern - es macht richtig Spaß, auch mal ein Stück weit ein Böser zu sein.
Wildes Tastengemetzel
In einem ersten Blick in das Handbuch kann einem glatt schwindelig werden. Es gibt nicht eine Taste auf dem Controller, die nicht belegt ist. Sogar das Steuerkreuz ist voll integriert. Der analoge Stick steuert die Fledermaus, während der C-Stick die Kamera kontrolliert. Die vier Haupttasten und R werden zum Kämpfen und Springen gebraucht, Z setzt Items ein, L zentriert die Kamera und das Steuerkreuz bedient das Inventar und die Gangart (schleichen oder normal gehen). Im Pausen-Menü kann man sich den aktuellen Einsatzauftrag und einige Hilfestellungen anzeigen lassen sowie einige Einstellungen vornehmen.
Diese Komplettbelegung führt anfangs nicht selten dazu, dass man den Überblick verliert. Zwar wird alles im ersten Level erklärt und nach und nach eingeführt, aber man hat einfach zu wenig Zeit zum Üben. Somit muss man den ersten Level nutzen, um vieles auszuprobieren und mit der Steuerung warm zu werden. Das führt manchmal zu ein wenig Frust, besonders in Kämpfen, wenn man einfach überfordert ist. Vor allem sind ein paar „Minispiele“ integriert, die nicht wirklich Spaß machen und deren Sinn nicht immer zu erkennen ist. So muss man zum Beispiel einige Türen knacken und dazu im richtigen Moment eine Taste drücken. Solche Dinge kommen zwar nicht so häufig vor, aber sie bremsen das Spiel trotzdem unnötig oft ab.
Allerdings beherrscht man die Steuerung von Batman bald und dann kann es richtig losgehen und der große Spaß beginnt. Die Kämpfe gehen leicht von der Hand, die Geschicklichkeitseinlagen lassen sich gut meistern und auch der Rest klappt einwandfrei. Lediglich die teilweise eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Kamera kann schon mal ein Hindernis sein.
Cineastische Präsentation
Die Grafik des Titels ist sehr gut gelungen, wenn auch etwas einseitig. Dies liegt aber am Thema des Spiels und kann deshalb nicht negativ angekreidet werden. Bewegungen und Animationen der Figuren sehen allesamt gut aus, auch wenn es für meinen Geschmack ein paar zu wenig waren. Vor allem im Kampf hat man schnell alles gesehen und ist dann etwas enttäuscht. Dafür erkennt man die Ähnlichkeit zwischen den Figuren im Film und im Spiel unglaublich gut. Hier haben die Programmierer ganze Arbeit geleistet. Fehler gibt es so gut wie keine und somit habe ich an diesem Teil des Spiels auch kaum etwas auszusetzen.
Der Sound ist, wie erwartet, ziemlich düster und rar gesät. Meistens ist es still in der Umgebung, was dazu beiträgt, die Atmosphäre zu verstärken. Wenn es dann mal Musik gibt, dann gibt es nichts an ihr auszusetzen, denn sie ist sehr Batman-typisch und passt somit gut zum Spiel und zur Umgebung. Hier haben die Programmierer die geniale Vorlage von Hans Zimmer auf jeden Fall prima umgesetzt.
Genial finde ich die deutsche Sprachausgabe, welche vor allem durch die originalen Stimmen besticht. Aufgelockert wird das Ganze durch Szenen aus dem Kinofilm, die immer wieder eingespielt werden und die Geschichte weiter erzählen, bzw. die Zeit zwischen den Kapiteln überbrücken. Diese kurzen Sequenzen verstärken das Gefühl „im Film“ zu sein und tragen somit auch einen großen Beitrag zur Atmosphäre bei.
Fazit
Alles in allem ein gelungener Titel, der vor allem durch die Geschichte, eine tolle Präsentation und die gute Steuerung besticht. Das eintönige Gameplay und die langen Ladezeiten zerstören leider einen Teil davon wieder, so dass am Ende ein leicht überdurchschnittlicher Titel übrig bleibt. Batman-Fans sollten auf jeden Fall zuschlagen und allen anderen sei nahegelegt, dem Spiel zumindest ein paar Minuten zu widmen. Wer nach fünf Minuten nicht überzeugt ist, wird es auch am Ende nicht sein.
- tolle Story
- gute Grafik
- einseitiges Gameplay
Vielen Dank an die Firma EA für die Bereitstellung des Testmusters.

