
Pac-Pix

Pac-Pix
NDS
- Genre
- Action-Adventure
- Entwickler
- Namco
- Publisher
- Namco
- Konsole
- NDS
- Spieler
- 1 lokal
Schreckliche Geschehnisse nehmen ihren Lauf: Der bösartigste aller Magier fasst den geradezu diabolischen Plan, eine magische Tinte zusammenzubrauen. Eine Tinte mit einem fürchterlichen Geheimnis: Wird mit dieser etwas gezeichnet, verwandelt es sich sofort in einen Geist! Nach ausgedehnter Benutzung dieses erschreckenden Mittels wimmelt es in nahezu allen Büchern von Alpträumen verursachenden Geistern – könnte der Untergang der Welt da schlimmer sein? Die Menschheit hält den Atem an – was soll man nun tun, wen könnte man rufen, wenn Luigi beim Tennisspielen ist und die Ghostbusters im Stau stecken geblieben sind? Natürlich den Altstar unter den Geisterbekämpfern, Pac-Man! Heroisch betritt er die Szene, bewaffnet mit einem heiligen Artefakt – dem magischen Stift (wohl wurde auf die bestimmt unglaublich komplizierte Geschichte, wie er an diesen gelangt war, nicht näher eingegangen, um uns nicht zu überfordern), welcher das einzige wirksame Mittel gegen jene fürchterlichen Tinten-Geister darstellt. Doch das unbeschreibbar Böse gewinnt die Überhand: Mit einem gottlosen Fluch entledigen sich die Finsterlinge des strahlenden Helden, indem sie ihn in ein Blatt Papier bannen, was ihn zur Untätigkeit verdammt. Die Welt glaubt an keine Hoffnung mehr und will in Selbstmitleid versinken – der magische Stift aber wurde wohl durch einen wundersamen Dimensionsriss in eine andere Welt transportiert und wird dort zusammen mit einem seltsamen Gerät, welches über zwei transdimensionale Sichtfenster verfügt, verkauft...
Heldenhafte Kritzeleien
Na ja, oder so ähnlich. Am Intro wird jedenfalls deutlich, dass die Story wie erwartet nur ein Mittel zum Zweck ist – was in diesem Fall aber nicht unbedingt stört, da es sich hier um ein Spiel handelt, wo eine vernünftige Geschichte eigentlich mehr als unnötig ist. Die Geschichte erklärt aber immerhin in diesem Fall, warum man sich mittels Stylus und Touchscreen eigene Pac-Mans zeichnen muss (das Kernelement des Gameplays, dazu gleich mehr. Und dass mir keiner mit der englischen Grammatik kommt: „Pac-Mans“ ist der offizielle Plural laut Spielanleitung), um die „diabolischen“ Geister zu bekämpfen – der originale gelbe Pillenfresser sitzt schließlich in einem Stück Papier gefangen fest und fungiert nur ab und an als Dozent in Tutorials (ausgestattet mit einem modischen Doktorhut).
Das Drumherum
Schaltet man den DS ein, ertönt beim Erscheinen des Firmenlogos das einzige Sprachsample des Spieles, bevor im Titelbild das Spiel gestartet oder der Galerie-Bildschirm aufgerufen werden kann. In letzterem können sich bereits gesehene Tutorials oder das Intro/Outro ein weiteres Mal angesehen werden, ebenso die Liste der erhaltenen Karten – diese sind kleine Boni, die bei guten Punktezahlen in den Stages erspielt werden können und Abbildungen und Beschreibungen von Gegnern, Items und ähnlichem darstellen. Startet man das Spiel, landet man sofort im Auswahlbildschirm der einzelnen Kapitel (jedes besteht aus fünf aufeinander folgenden Levels und zeitweise auch einem abschließenden Endgegner) – verschiedene Speicherslots gibt es keine, aber immerhin kann jederzeit jedes Kapitel ein weiteres mal gespielt werden. Wählt man nun ein Kapitel – beim ersten Spielen logischerweise das erste – aus, landet man nach einer Information über die Anzahl der Gegner und Leben sowohl einer Angabe des Zeitlimits direkt im Geschehen: Dem ersten Level einer Welt - beziehungsweise der ersten Seite eines Kapitels.
Klappe (auf), Aktion!
Eine solche Seite wird immer mit beiden Bildschirmen dargestellt, wobei der obere Screen zumindest anfangs eigentlich nur für die eben erwähnten Anzeigen benutzt wird – ein schmaler Gang ist dort jedoch ebenfalls schon zu sehen, der nach ein paar Stages auch benutzt werden kann und wo sich später auch Geister herumtreiben. Aber alles schön der Reihe nach: Der einzige Weg, eine Seite von Geistern zu befreien, ist alle diese aufzufressen. Konträr zum klassischen Vorgänger benötigen die gemalten Pac-Mans jedoch keine Power-Drops, um vom Gejagten zum Jäger zu werden: Geister können jederzeit gefressen werden, wenn Pac-Mans Mund sie berührt (es sei denn, sie tragen ein Schild oder eine Rüstung...). Bezüglich der Gestalt des gezeichneten Helden gibt es eigentlich keine Beschränkungen oder Vorgaben, außer dass er in einem Zug gemalt werden muss und beim Mund begonnen werden muss. Ebenso darf ein noch nicht vollendeter Pac-Man nicht mit einem Gegner oder Objekt in Berührung kommen. Ist er schließlich fertig, rennt er in „Blickrichtung“ los. Die Größe kann nach Lust und Laune variiert werden – nur sollte man bedenken, dass ein kleiner Pac-Man vielleicht nicht an die Effizienz eines riesigen herankommt, aber weitaus schneller ist und so flinke Geister besser jagen kann – allerdings auch leichter aus dem Bild laufen kann, was ein Leben kostet.
Pac-Man-Dressur
Bleibt der gelbe Pillenfresser aber im Spielfeld, so spart man sich nicht nur Leben, sondern bekommt auch noch Bonuspunkte – je mehr Geister von ein und demselben Pac-Man gefressen werden, desto üppiger fallen diese aus. Wie hält man ihn also im Bild? Ganz einfach: Man zeichnet „Barrieren“ (= einfache Striche), in die der Held hineinlaufen soll. Tut er das, wendet er sich um 90° - und zwar in die Richtung, in welche der Strich gezogen wurde. Will man den gemalten Helden einfach auf der Stelle anhalten, kann man dies durch simples Antippen per Stylus tun. Es können bis zu drei Pac-Mans gleichzeitig im Bild sein, was zwar den Level vielleicht schneller vorbeigehen lässt und einen Zeitbonus beschert, aber auch Leben schneller verbraucht. Und natürlich muss sich der Spieler dabei auch auf alle seine Schöpfungen gleichzeitig konzentrieren.
Spitze und explosive Hilfsmittel
Im Laufe des Spiels kommen zwei wichtige neue Techniken dazu – Pfeil und Bombe – und der obere Teil des Bildschirms gewinnt auch immer mehr an Bedeutung. Der Pfeil wird durch das Zeichnen einer generellen Pfeilform benutzt, wobei an der Spitze begonnen werden kann. Dieser kann einerseits manche Arten von Schaltern aktivieren, andererseits aber auch Geister paralysieren und auf dem oberen Screen herumfliegende Blasen – in denen sich meist Geister befinden – platzen lassen. Hierbei gibt es ab und an auch Spiegel, welche die Pfeile ablenken und deren Richtung verändern – generell können sie sowohl in gerader als auch in diagonaler Bahn abgeschossen werden. Die Bombe kann ebenfalls Gegner lähmen oder deren Rüstungen zerstören, auch lästige Hindernisse sprengen – allerdings ist für sie immer eine Feuerquelle (Kerze) notwendig. Um sie einsetzen zu können, muss ein beinahe geschlossener Kreis gezeichnet werden und von deren Inneren eine Linie (Lunte) zur nächsten Kerze gezogen werden – wumm! Der bereits erwähnte Gang am oberen Screen wird nach kurzer Zeit sehr oft begangen, da hier immer wieder Gegner oder Items (punktebringende Früchte oder Extraleben) zu finden sind und ist oft von kleinen Barrieren verschlossen, die durch das Betätigen von Schaltern entfernt werden. Im Laufe des Spiels treten immer wieder nette kleine Erweiterungen und Ideen auf – die bereits erwähnten Geister mit Schild oder vollgerüstete Exemplare, bewegliche Blöcke, neue Schalter und ähnliches. Grundlegende Neuerungen wie Pfeil oder Bombe gibt es nach diesen beiden jedoch nicht mehr.
Fight!
Die Endgegner sind meist wirklich lustig gelungen – der erste Boss muss zwar nur oftmals hintereinander gefressen werden (entgegen sämtlichen physikalischen Gesetzen wird er nach jedem „Aufgefressen-Werden“ immer größer), später erwarten den Spieler aber Herausforderungen wie „Friss mit Pac-Man kleine Gegner am unteren Screen, damit der Boss am oberen Display zum Vorschein kommt, schieße ihn mit Pfeilen den Schild weg, schieße ihn danach runter und friss ihn am unteren Bildschirm“ – wirklich sehr unterhaltsam.
Beeindruckende Technik?
Grafik und Sound sind natürlich kaum der Rede wert. Die grafische Darstellung ist zwar durchaus nett und versprüht Old-School-Atmosphäre, der DS kann aber weitaus mehr. Man muss in diesem Fall aber wirklich dazusagen, dass Pac-Pix mit opulenter Grafik wirklich eher überladen gewesen wäre – der Grafikwertung hilft dies selbstverständlich nicht, aber ebenso wenig handelt es sich hier um einen großen Kritikpunkt. Der Sound ist hingegen ganz in Ordnung, aber keinesfalls mehr – typische Musik, die weder nervt noch fasziniert.
Stärken und Schwächen
Somit wurde in Pac-Pix eine neue Gameplay-Idee ausprobiert, die auch funktioniert, und in ein Produkt mit angenehmem Klassiker-Charme verpackt. Was will man mehr? Nun, zu allererst mehr Abwechslung – und das ist auch schon der gröbste Schnitzer am Spiel. Spaß macht Pac-Pix zwar das ganze Spiel hindurch, aber weder ändert sich die Struktur der Levels großartig, noch werden nach Pfeil und Bombe neue Gameplay-Elemente hinzugefügt. Langeweile macht sich nicht breit – aber mehr Abwechslung wäre auf alle Fälle wünschenswert gewesen. Dazu darf man sich von diesem Programm natürlich keine große Spieltiefe erwarten. Man zeichnet Bomben, Pfeile, oder Pac-Männer, die umherfliegen, explodieren, oder herumrennen und Geister fressen, das Ganze garniert mit netten Ideen – dies wäre eine treffende Kurzbeschreibung des Spiels. Aber sei’s drum – Pac-Pix macht Spaß, ob man es länger oder kurz zum Zeitvertreib spielt. Wer ein Spiel mit einer neuen Idee, die auch gut umgesetzt wurde, will und sich von diesen Mängeln nicht stören lässt, tätigt definitiv keinen Fehlkauf – und alle anderen dürfen sich PP auch ruhig mal ansehen.
Fazit
Witzige Idee, die gut umgesetzt wurde. Der mangelnde Abwechslungsreichtum stört weitaus mehr als die nicht unbedingt zeitgemäße Grafik und drückt die Gesamtwertung knapp unter den Bronze-Award. Insgesamt aber durchaus zu empfehlen, sowohl für Liebhaber klassischer Arcade-Spiele als auch für jeden, der ein neues Spielprinzip ausprobieren will. Nicht unbedingt ein Hit, aber ein wirklich unterhaltsames Spiel.
- innovative Idee
- ...die auch gut funktioniert
- viele nette kleine Ideen
- Technik weit unter den Möglichkeiten
- auf Dauer wenig Abwechslung
Vielen Dank an die Firma Namco für die Bereitstellung des Testmusters.

