
The Legend of Zelda: Four Swords Adventures

The Legend of Zelda: Four Swords Adventures
NGC
- Genre
- Action-Adventure
- Serie
- The Legend of Zelda
- Entwickler
- Nintendo
- Publisher
- Nintendo
- Konsole
- NGC
- Spieler
- 1–4 lokal
Die Legende des Schwertes der Vier
Einst trug sich im Lande Hyrule Übles zu. Der böse Magier Vaati, der Herr der Winde, entführte die hübschen Töchter der Hylianer – eine nach der anderen. Niemand konnte Vaati aufhalten und das Volk von Hyrule stürzte in tiefe Verzweiflung. Doch dann tauchte ein mutiger junger Mann auf. Seine einzige Waffe war sein Schwert. Als der junge Recke sein Eisen zückte, teilte er sich in Vier. Wie die Legenden berichten, kämpften die Vier wie Einer und konnten Vaati Einhalt gebieten. Der Held, wieder in einer Person, nahm Vaati gefangen, verbannte ihn tief in einer vergessenen Gegend Hyrules und versiegelte das Gefängnis mit seinem Schwert. Dieser Ort wurde fortan „Kathedrale des Schwertes der Vier“ genannt.
Die Zeit verging...
Vaati, dem dunklen Herrn der Winde, gelang die Flucht aus seinem Gefängnis und er nahm Prinzessin Zelda von Hyrule in seine Gewalt. Zeldas Freund aus Kindertagen, ein Knabe namens Link, konnte die wundersame Macht des Schwertes der Vier einsetzen und trat Vaati tapfer entgegen. Tatsächlich bezwang er Vaati mit Hilfe des sagenhaften Schwertes und verbannte ihn erneut. Und so kehrte wieder Frieden in Hyrule ein. So glaubte man zumindest...
Ein außergewöhnliches Abenteuer
Link kehrt zurück und erlebt, wie Zelda versucht, gemeinsam mit sechs Maiden, das Siegel zu erneuern. Allerdings wird das Ritual von einem Schatten in Gestalt von Link gestört, und die Prinzessin und die sechs Maiden entführt. Und so beginnt man das Abenteuer, indem Link das Schwert der Vier an sich nimmt, sich damit den Aufgaben eines Helden stellt und in Vier aufteilt. Nun geht es darum, diese Macht zu nutzen und Hyrule vom Bösen zu befreien. In erster Linie handelt es sich bei Links neustem Abenteuer um einen Multiplayer-Titel, allerdings kann man ihn auch alleine spielen. Dazu hat man sich eine sehr außergewöhnliche und zugleich innovative Steuerung einfallen lassen. Diese Steuerung macht es möglich, mit bis zu vier Spielern gemeinsam die Welt zu retten.
Spielt man alleine, dann hat man die Wahl zwischen einem GameBoy Advance oder einem GameCube-Controller um die vier Links zu steuern. Spielt man mit dem GBA als Controller, dann benutzt man das Steuerkreuz zum Bewegen der vier Helden, die immer höflich in Reih' und Glied hintereinander herlaufen. Mit der L-Taste kann man die Links in verschiedenen Formationen antreten lassen (Kreuz, Horizontal, Vertikal und Box), um so diverse Aufgaben zu erfüllen. Mit der B-Taste schwingt Link (oder alle, wenn sie in Formation stehen) das Schwert. Die A-Taste bedient das andere Item, das man gerade bei sich trägt. Diesmal kann man neben dem Schwert nur ein weiteres Item tragen. Sobald man ein neues findet, muss man das alte ablegen. Das heißt, man hat entweder Pfeil und Bogen, Bomben, einen Bumerang oder eine Steinschleuder usw. Das ist aber vollkommen okay, da man die verschiedenen Items an den unterschiedlichsten Orten finden kann und somit nie ein Problem bekommt. Mit der R-Taste kann man Dinge hochheben und durch Druck auf den Select-Knopf die vier Links trennen und losgelöst voneinander bewegen und benutzen. Das ist zum Beispiel dann wichtig, wenn man gleichzeitig vier Schalter an verschiedenen Orten drücken muss.
Betritt man nun ein Haus oder eine Höhle, dann wechselt das Geschehen auf den Bildschirm des GBA. Spielt man mit dem normalen Controller, dann öffnet sich ein GBA-Fenster auf dem Fernseher, in dem man sieht, was sich innerhalb des Hauses oder der Höhle abspielt. Wenn zwei bis vier Spieler gemeinsam spielen, dann braucht jeder einen GBA als Controller, denn nur so funktioniert das System. Jeder steuert dann einen oder zwei Links (je nach Anzahl der Spieler). Solange man sich auf der Oberwelt bewegt, kann man alle vier Figuren gleichzeitig sehen. Wenn sich allerdings nun einer der Spieler in ein Haus begibt, dann verschwindet er vom großen Bildschirm und wird nun auf dem GBA-Screen des Spielers angezeigt. So kann man Dinge erledigen, ohne dass es die Mitspieler mitbekommen.
Neu für ein Zelda-Spiel ist außerdem, dass das Spiel einen linearen Levelaufbau hat. Insgesamt gibt es acht Levels mit jeweils drei Gebieten innerhalb des jeweiligen Levels. Man hat immer ein bestimmtes Ziel zu erfüllen, um in das nächste Gebiet zu gelangen. Am wichtigsten ist es allerdings, genug Force-Kristalle zu sammeln, denn nur wenn man die Vorgabe erfüllt, kann man am Ende das Siegel des Levels brechen und den Weg fortsetzen. Davor wartet meistens ein fieser Boss, den man besiegen muss. Diese sind besonders innovativ, denn man muss immer gemeinsam gegen die schweren Brocken vorgehen, um sie bezwingen zu können. Einer hat zum Beispiel vier verschiedenfarbige Krallen, die jeweils nur von dem dazu passenden Link verletzt werden können. Am Ende eines jeden Levels befreit man eine der Maiden, die dem Helden dann den Weg zur nächsten zeigt. So arbeitet man sich langsam in Richtung Zelda vor, um am Ende dem großen Oberbösen gegenüber zu stehen.
Einen Nachteil hat diese Struktur jedoch: Man muss ein Gebiet bis zum Ende durchspielen, um speichern zu können. Das ist manchmal etwas lästig, denn wenn man einen langen und komplizierten Weg hinter sich hat und dann an einer Stelle mal nicht weiter weiß, muss man beim nächsten Versuch das ganze Gebiet noch einmal von vorne durchqueren. Vor allem in späteren Gebieten ist das sehr nervig, weil man teilweise über 30 Minuten für ein Gebiet braucht. Es wäre viel besser gewesen, wenn es die Möglichkeit gäbe, an jeder Stelle zu speichern, vor allem um Frustration zu vermeiden.
Nur gemeinsam sind sie stark
Wichtig für den Erfolg im Spiel ist es, dass man zusammen arbeitet. So kann ein Link einen anderen zum Beispiel über einen Abgrund werfen oder aus der Schattenwelt heraus bewegen. Diese entdeckt man relativ früh im Spiel und man hat ab dann die Möglichkeit, diese über bestimmte Portale zu betreten. Die normale Welt wird dann weiterhin auf dem Fernseher dargestellt und auf dem GBA sieht man die dunkle Welt. Jene Figuren, die sich in der anderen Welt befassen, sieht man dann auf dem Fernseher nur noch als Schatten umherwandern. Dadurch wird es möglich mit zwei Links in die Schattenwelt zu gehen und die zwei anderen über einen Sumpf zu tragen, den es in der dort nicht gibt. Somit ist man, auch wenn man zu viert spielt, immer aufeinander angewiesen, obwohl man gleichzeitig auch gegeneinander spielt... Denn am Ende von jedem Gebiet werden der Heroe des Lichtes und der Heroe des Schattens bestimmt. Heroe des Lichtes wird der, der am meisten erreicht hat (Force-Kristalle) und Heroe des Schattens derjenige, der am meisten Unruhe stiftete.
Das Beste am Spiel ist die Tatsache, dass Nintendo es geschafft hat, ein Spielprinzip zu kreieren, in dem man gleichzeitig gegen- und miteinander spielen kann und muss. Einerseits braucht man alle vier Links, um zum Ziel zu gelangen und die Gegner zu besiegen. Andererseits will auch jeder der Beste sein, und so wird es schnell mal hektisch, wenn man der Erste sein will, der eine Truhe erreicht. Dafür greift man dann auch gerne mal zu brutalen Mitteln. Mir ist es zum Beispiel nach einen Bosskampf mal passiert, dass meine menschlichen Mitspieler die gewonnenen Force-Kristalle einsammeln wollten und ich dafür einfach zu langsam war. Da habe ich kurzerhand einen Schalter umgelegt und die Brücke, auf der die anderen drei Links standen wieder verschwinden lassen. Frei nach dem Motto: Was ich nicht kriegen kann, bekommt ihr auch nicht. Aber genau das macht den Mehrspielermodus des Spieles auch so unglaublich gut.
Schattenschlacht
Neben dem normalen Abenteuer gibt es auch noch einen Spielmodus, in dem es lediglich darum geht, seine Mitspieler zu besiegen und als letzter Link übrig zu bleiben. Je weiter man im Abenteuer ist, desto mehr Arenen hat man dort zur Verfügung. Nun kann man mit zwei bis vier Spielern auf einander eindreschen, bis nur noch einer übrig ist. Dabei liegen einige Hilfsmittel herum, die es einzusammeln gilt, um einen Vorteil vor dem Gegner zu erlangen. Man kann diesen Modus am besten mit einem „normalen“ Multiplayer eines jeden anderen Spieles vergleichen. Hier geht es lediglich ums Überleben und von Zusammenarbeit kann hier keine Rede sein. Außer vielleicht, wenn sich drei Links zusammentun, um einen Einzelnen zu bekämpfen…
Neben der Schattenschlacht gibt es noch eine weitere Möglichkeit zu duellieren, und zwar in Tingles Turm. Dieser erscheint in jedem Level einmal, allerdings nur dann, wenn man mindestens zu zweit spielt. Betritt man den Turm, hat man die Möglichkeit, eines aus bis zu acht Minispielen auszuwählen (ja nachdem, wie viele Türme man schon gefunden hat) und dort gegeneinander anzutreten. In diesen Spielen geht es dann zum Beispiel darum, ein Pferderennen (im Wechsel zwischen Fernseher und GBA Screen) zu gewinnen oder die meisten Hühner einzufangen. Daneben gibt es noch diverse andere Spiele, die alle einen großen Teil dazu beitragen, das Spiel ein wenig aufzulockern. Außerdem kann man in diesen Spielen Force-Kristalle sammeln und erhält für jeweils Tausend davon eine Force-Fee. Diese Feen können Link wiederbeleben, wenn er im Abenteuer mal besiegt werden sollte, und sind daher sehr wichtig für den Erfolg im Spiel.
GBA meets GCN
Wie schon beschrieben, hat es Nintendo geschafft, die Connectivity zum ersten Mal wirklich genial einzusetzen und bringt ein Spiel auf den Markt, das Spielspaß zu viert revolutioniert. Allerdings hat das Spiel auch eine große Schwäche und das ist die Grafik. Die Begründung dafür ist recht einfach, denn die Interaktion mit dem GBA macht eine bessere Grafik scheinbar unmöglich und daher sieht das Spiel aus wie zu Zeiten des SNES. Solange man auf dem Fernseher spielt, ist das Bild relativ pixelig und es wirkt fast billig, aber auf dem GBA sieht es genauso aus, wie „The Minish Cap“. Toll ist allerdings, dass es auf dem großen Bildschirm einige geniale Effekte wie zum Beispiel Wasser oder Feuer gibt, die wirklich toll aussehen. Das tröstet mich aber nur wenig und somit kann ich der Grafik leider kaum etwas abgewinnen.
Mit dem Sound und der Musik gestaltet es sich ähnlich, allerdings nicht ganz so schlimm. Die Soundeffekte sind lustig und klingen teilweise sehr schön. Besonders die Kampfschreie sollten allen Zelda-Fans bekannt vorkommen. Andere wiederum (z.B. ein nerviger Piepton, wenn man vom GBA Screen auf den Fernseher zurückkehrt) können wirklich nervtötend sein. Zum Glück sind diese beiden Faktoren (wie man es von Nintendo gewohnt ist) nicht ausschlaggebend für das Spiel. Sobald man sich an die antike Grafik gewöhnt hat und sich voll auf das Spiel konzentriert, fällt es kaum noch auf, dass man fast nichts fürs Auge geboten bekommt.
Fazit
Mit The Legend of Zelda – Four Sword Adventures hat Nintendo es endlich geschafft, das Connectivity-Feature zwischen GBA und GCN perfekt zu nutzen. Das Spiel ist besonders mit vier Spielern uneingeschränkt zu empfehlen, denn es gibt derzeit kein anderes Spiel auf dem Markt, das mit menschlichen Mitspielern so viel Spaß macht. Da kann man auch die antiquierte Grafik getrost übersehen und bedenkenlos zugreifen. Der Titel ist ein absolutes „must-have“ für jeden Besitzer von GCN und GBA
- genialer Multiplayer-Modus
- innovatives Gameplay
- antiquierte Grafik
- teilweise nervige Sounds
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

