
Pokémon: Feuerrote Edition

Pokémon: Feuerrote Edition
GBA
- Genre
- Rollenspiel
- Serie
- Pokémon
- Entwickler
- Game Freak
- Publisher
- Nintendo
- Spieler
- 1–4 lokal
Bei Pokémon Feuerrot und Blattgrün handelt es sich um Remakes der im Jahre 1996 erschienenen Pokémon-Spiele Rot und Blau. In Japan erschienen diese beide Spiele ein Jahr früher unter den Namen Rot und Grün, welche bei uns jedoch als „Rote Edition“ und „Blaue Edition“ (statt Pokémon Grün) bekannt sind.
Auch in diesem Spiel geht es wieder darum, alle Pokémon zu fangen und zu trainieren, um diese für Professor Eich im Pokédex zu analysieren. Natürlich macht man sich nicht ganz alleine auf die Reise in die große Welt der Pokémon, sondern es gibt wieder einen Begleiter, oder besser gesagt: einen Rivalen. Gary, der Enkel von Professor Eich, versucht einem an allen Ecken und Enden Steine in den Weg zu legen, aber bei verschiedenen Duellen im Spiel hat man dann die Möglichkeit zu zeigen, wer wirklich der/die Bessere ist.
Die Grafik sowie der Sound wurde komplett neu gestaltet und teilweise aufgebessert, jedoch sind die meisten Elemente und Orte übernommen worden. Da es sich bei dieser Version um ein Remake der ersten Pokémon-GameBoy-Spiele handelt, hatten die Entwickler keine uneingeschränkte Freiheit das Spiel zu gestalten, da Orte und Begebenheiten beibehalten und übernommen werden mussten. Allerdings hätte man dies auch auf einem schöneren Weg machen können, denn die Grafik ist zwar gut gelungen, aber dennoch erreicht sie den GBA-Standard bei weitem nicht. So werden, wenn man ein neues Gebiet betritt, schöne Bilder in einer Art Filmsequenz eingespielt, dennoch sieht die Umgebung im Spiel eher trist und öde aus. Bei den Kämpfen hat sich auch nicht viel getan. Zwar beginnt ein Kampf wie immer sehr furios, indem der Bildschirm immer wieder auf verschiedene Arten in den Battle-Modus wechselt, dennoch sehen die Attacken im Kampf sehr unspektakulär aus, da die technischen Möglichkeiten für Effekte vom GameBoy Color stammen könnten.
Alle Musikstücke des Originals wurden für Pokémon Feuerrot/Blattgrün komplett neu arrangiert. Viele Songs wirken nun viel peppiger und melodischer und die Battle-Musiken, die schon früher eine gute und passende Begleitmusik waren, hören sich jetzt noch besser an, vor allem wenn man die Originalstücke schon kennt.
Beim Sound wurde wirklich an nichts gespart. So werden beispielsweise einige Stücke mit Panflöten oder anderen Instrumenten gespielt, andere Stücke werden sogar mit einem speziellen Realton-Pfeifen begleitet. Die Soundeffekte wurden weitgehend beibehalten, was aber keineswegs negativ ausfällt, sondern einen leichten Nostalgie-Effekt schafft, wenn man die guten alten Pokémon-Rufe hört.
Der Multiplayer von Pokémon war schon immer gut und ist es auch bei diesem Spiel. Man kann Multi-Kämpfe mit bis zu vier Spielern gleichzeitig austragen und da bei Feuerrot/Blattgrün der Wireless Adapter zum ersten Mal zum Einsatz kommt, kann man die Kämpfe nun auch kabellos genießen und das neue Feature auch zum Chatten mit Freunden gebrauchen.
Der Gesamteindruck des Spiels ist sehr zufriedenstellend. Allerdings muss man hier unterscheiden, ob man als Pokémon-Fan überhaupt an einem Remake von Rot/Blau interessiert ist. Die wirklichen Änderungen und Zusätze gibt es nämlich erst gegen Ende des Spiels, nachdem man die Top4 besiegt hat und bis dahin ist es ein langer und steiniger Weg. Hatte man schon von Pokémon Rot/Blau fast zu viel und ist kein Fan von Remakes, sollte man sich die Investition überlegen, ansonsten ist die Monsterjagd den Kauf wirklich wert.
Anders als bei den Originalen ist es nun auch möglich, mit Pokémon Rubin/Saphir, sowie Colosseum zu tauschen bzw. zu kämpfen. Es wurden auch Features von Rubin/Saphir wie beispielsweise die Kämpfe im Doppel-Team übernommen.
Neue Features
Neuerungen und spezielle Features gibt es selbstverständlich auch, ein 1:1-Remake des „Klassikers“ wäre für richtige Pokémon-Fans, welche die Reihe schon von Geburt an kennen, eine herbe Enttäuschung.
Man kann schon am Anfang auswählen, ob man als Junge oder als Mädchen spielen will und wenn man dann das Spiel beginnt, erscheinen die neuen Gebiete, die man betritt in einer Art kleinen Bildsequenz, in der die Areale schön in Szene gesetzt werden. Es gibt zudem auch noch neben der altbekannten Welt „Kanto“ zusätzliche, neue Inseln, die sogenannten „Regenbogeninseln“. Doch bevor man diese besuchen kann, muss man zunächst dem altbekannten Spielablauf folgen, indem man die Top4 besiegt und der Pokémon-Meister wird.
Ein weiteres neues Feature, das besonders Pokémon-Anfängern das Spielen erleichtert, ist die eingebaute Hilfe für Neulinge. Auf Knopfdruck der Schultertasten L und R öffnet sich nun ein Menü, welches unter anderem eine allgemeine Hilfe beinhaltet, sowie jede Menge Fragen und Antworten zu den Pokémon und ihren Klassen. Außerdem werden einem bei jedem Fortsetzen die letzten Tätigkeiten zur Erinnerung gezeigt - sehr praktisch, wenn man lange Zeit nicht weiter gespielt hat.
Pokémon
Wie bereits in Pokémon Gold/Silber haben auch hier die Pokémon verschiedene Geschlechter und es gibt auch wieder -wie gewohnt- über die Linkkabelfunktion die Möglichkeit, Pokémon selbst zu züchten. Auch in diesem Teil der Pokémon-Reihe können die einzelnen Monster Items tragen, um beispielsweise ihre Fähigkeiten zu verstärken.
Die Pokémon besitzen nun auch ein individuelles Wesen, was ihre Stärken und Schwächen beeinflusst. Das heißt, dass mehrere Pokémon der gleichen Evolutionsfamilie unterschiedliche Charakterzüge haben können, es ist somit Glückssache, welches Pokémon welches Wesen hat. Das Wesen des Pokémons hat Einflüsse auf seine Status-Werte. Wird ein Wert eines Pokémons verbessert, verschlechtert sich dafür jedoch ein anderer Wert.
Auch die TMs und VMs aus Rubin/Saphir erhält man in Feuerrot und Blattgrün. Die TMs, die man in Pokémon Rot/Blau/Gelb und Gold/Silber/Kristall erhielt, können mit Hilfe eines Attacken-Lehrers erlernt werden, sofern man diese im Spiel findet.
Beerenfelder gibt es hingegen keine mehr. Man erhält in Feuerrot/Blattgrün Beeren, indem man sie an geheimen Orten findet oder indem man wilde Pokémon bei einem sogenannten Beeren-Meister gegen Beeren eintauscht. Beeren können wie andere Items zum Heilen von Statusveränderungen eingesetzt werden, z.B. wenn ein Pokémon vergiftet oder paralysiert wurde. Außerdem können Beeren von Pokémon getragen werden. Das hat den Vorteil, dass sich die Pokémon im Kampf selbstständig heilen können, so dass man nicht einen wertvollen Zug im Kampf damit vergeudet, das Pokémon manuell zu heilen.
Die Taschenmonster sind nicht nur in verschiedene Gruppen wie z.B. Feuer oder Gift eingestuft, sie besitzen dementsprechend auch verschiedene Charakteristiken. So besitzt ein Giftpokémon (z.B. Nidoran) die Charakteristik „Giftdorn“, die bei einem Direktangriff den Gegner vergiftet.
Der Wireless Adapter
Der Wireless Adapter, der jedem Spiel von Pokémon Feuerrot oder Blattgrün beiliegt, kann an jeden GBA (auch an den GameBoy Player) angeschlossen werden. Mit diesem ist es möglich, mit allen Trainern in einem bestimmten Umkreis von circa drei Metern, welche auch einen Wireless Adapter besitzen, in Kontakt zu treten. Alle diese Trainer sind dann im "Union Room" zu sehen. Mit allen Trainern im Union Room kann man ohne Linkkabel tauschen, kämpfen oder einfach nur mit ihnen chatten. Tauschen und Kämpfen funktioniert aber natürlich auch ohne den Wireless Adapter.
Fazit
Wer Pokémon noch nicht besitzt, sollte spätestens jetzt zugreifen, denn dieses Spiel ist top! Wer die vorherigen Versionen schon besitzt und kein Remake-Fan ist, sollte sich den Kauf erst überlegen. Für Fans, die vor allem neugierig auf die neuen Features sind und nicht unbedingt eine Spitzengrafik erwarten, ist es den Kauf auf jeden Fall wert!
- Schönes Remake eines Klassikers
- Pokémon tauschen bis zum Umfallen
- Kostenloser Wireless Adapter
- Mehr Neuerungen wünschenswert
- Grafisch kein GBA-Standard
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.

