
Kelly Slater`s Pro Surfer

Kelly Slater`s Pro Surfer
NGC
- Genre
- Sportspiele
- Entwickler
- Treyarch
- Publisher
- Activision
- Konsole
- NGC
- Spieler
- 1–2 lokal
Die Zeit, in der Trendsportspiele einen Release nach dem anderen feierten, klingt allmählich ab und „normalisiert“ sich wieder. Nicht minder Schuld daran ist die Trendsport-Spieleschmiede „Activision O2“ die mit dem Surf-Spiel „Kelly Slater´s Pro Surfer“ versuchte auf diese eigens initiierte Welle aufzuspringen und neben dem Asphalt auch das Meer der Videospielewelt zu erobern.
Hölzerne Haifischflosse
Mit „KSPS“ habt ihr die Möglichkeit auch ohne die Fähigkeit surfen zu können, selbst einmal auf das Brett zu steigen und an den bekanntesten Stränden der Welt euer Können zu beweisen, indem ihr die sechs zu holenden Weltmeistertitel versucht euer Eigen zu nennen.
Es stehen euch für den Einzelspielermodus insgesamt vier Spielvarianten zur Verfügung.
Neben dem „Highscore-“, „Unendlich-Zeit-“ und „Symbol-Challenge-Modus“ erwartet euch der wohl interessanteste Part mit dem Karriere-Modus. Innerhalb diesem müsst ihr ala Tony Hawk statt Gebiete mit Halfpipes und Geländer, Strände frei schalten, wo ihr auf Wellen eure Kunststückchen durchführen müsst. Eine Liste, die ihr während und vor dem Surfen einsehen könnt, verrät euch indes eure Aufgaben um den Strand erfolgreich „abzuschließen“ und damit die nächste Küste frei schalten zu können. Auf der Tagesordnung stehen Aufgaben wie das Umschubsen anderer Wind-Surfer oder das Springen über einen Kai. Dabei dürft ihr euren Surfer kameratechnisch von der Seite betrachten oder zwischenzeitlich in die Verfolgerperspektive umschalten, da es sich nun mal um die 3rd Person-Ansicht handelt. Seid ihr jedoch innerhalb der „Tube“, der Bereich an dem die Welle „bricht“ und über sich zusammenschlägt, könnt ihr in geduckter Haltung das Innere der Tube von hinten begutachten um die „hitzige“ Situation heil überstehen zu können. Euren Surfstar dürft ihr euch vorher aus neun unterschiedlich geschickten Wellenreiter aussuchen wobei natürlich Größen wie Kelly Slater selbst, Rob Machado oder Lisa Andersen nicht fehlen dürfen. Weitere vier kuriose und schräge Figuren sind im späteren Spielverlauf freischaltbar und sorgen für Motivation. Zudem stehen euch für jede der Figuren noch unterschiedliche, erspielbare Alternativ-Outfits zur Verfügung. So könnt ihr eurem Surfer einen funkigen 70er Jahre Anzug inklusive „Afrob“ Frisur verpassen oder aus Lisa Andersen ein heißes „Baywatch-Girl“ zaubern. Das passende Board ist ebenfalls freischaltbar sodass ihr später mit einer „surfbaren Disco“ unter den Füßen durch die Wellen prescht oder mit einem bandagiertem Stück Holz - passend zu der darauf stehenden Mumie - die Richtung angebt. Der Kombinationsvielfalt scheinen keine Grenzen gesetzt.
Der 2-Player-Modus bietet drei Möglichkeiten euch mit einem menschlichen Kontrahenten zu messen. Im „Kopf-an-Kopf“- Modus heißt es im Split-Screen die höhere Punktzahl durch Tricks zu erreichen. Im „Zeittunier“-Modus dürft ihr dies auch nacheinander, unter Zeitdruck tun. Der interessanteste Multiplayer-Modus ist der „Push-Modus“: Die Split-Screen Trennlinie verschiebt sich nach durchführen von Tricks zu euren Gunsten in den Spielbereich des Gegners, was sich natürlich positiv auf euren Bildschirm auswirkt.
Surfer-Zirkus
Während euerer Karriere als Profi-Surfer werden bei entsprechend guter Leistung natürlich auch Fotos überragender Stuntposen von euch geschossen, welche ihr später in eurem Logbuch als Zeitschriftencover begutachten könnt. Das Spielprinzip unterscheidet sich kaum von seinen „Skateboard-Vorgängern“. Um Punkte zu sammeln und eure „Surf-Leiste“ zu füllen, mit der ihr „Special-Moves“ einleiten könnt, müsst ihr Tricks und Combos ausführen, welche in altbekannter Art nach Ausführung bewertet werden. Ein „perfekt“ ausgeführter Trick ist natürlich das höchste Maß aller Dinge, während ihr für einen „schlampigen“ Aufsetzer weniger Punkte bekommt. Die schönsten und schwierigsten Kombinationen eurer Stunts werden abgelichtet und in eurem Notizbuch festgehalten.
Im Highscore Modus habt ihr die Möglichkeit innerhalb drei Minuten euer bestes zu geben und die „Highestscore“ zu knacken, während ihr im Symbol-Challenge-Modus „herunterfallende Trick-Blöcke“ am linken Bildschirmrand durch den entsprechenden Move, „abarbeiten“ könnt. Der Schwierigkeitsgrad steigt dabei natürlich mit jedem durchzuführenden Trick. Zugegeben: Bevor man sich Combos und Spezialtricks zuwendet sollte man ein wenig üben, um nach dem Sprung überhaupt auf dem Board stehen bleiben zu können oder nicht von der Tube „verschlungen“ zu werden. Beherrscht man die Grundsteuerung des Surfens auf dem Pad, kann man sich die Trickliste zu Gemüte führen, welche durch Kombinationsvielfalt der zu drückenden Tasten, einen beinahe erschlägt. Um richtig Punkten zu können müssen diese Tricks auch noch kombiniert werden, was schnell zu Frustration führen kann, besonders wenn man nach jedem Fall auf die nächste Welle angewiesen ist, die jedoch meist nicht lange auf sich warten lässt. Die ausführbaren Moves werden in unterschiedliche Kategorien unterteilt und sind somit für den „Surf-Laien“ kaum noch überschaubar. So könnt ihr - einmal in die Tube gelangt - spezielle „Tube-Tricks“ ausführen, welche euer ganzes Fingerspitzengefühl abverlangen.
Latino-Sounds und Lichterspiele
Euren Surf-Charakter könnt ihr im Laufe des Spiels „powern“ und damit in seinen sportlichen Surf-Eigenschaften verbessern.
Jedes Board und jeder Charakter besitzt unterschiedliche Stärken und Schwächen. So könnt ihr nach eurem eigenen Geschmack euer „Dream-Team“ zusammenstellen und den Wellen die Stirn bieten. Habt ihr einmal keine Lust an einem weiteren Wettbewerb teilzunehmen um einen weiteren Strand frei zuspielen und möchtet lieber ein wenig unter einem lehrreichen Tutorial üben, um später eure „Surf-Skills“ zu verbessern, so könnt ihr dies in einer Wellenhalle tun oder an einem von euch gewählten Strand etwas umhersurfen.
Die Steuerung ist recht „knackig“ und präzise ausgefallen, jedoch nicht selten kompliziert und spielflusshemmend. Die Kameraführung wurde stets übersichtlich programmiert und stört keineswegs beim Spielen, sondern schaltet bewusst in bestimmten Situationen in eine andere Zoomstufe.
Grafisch gesehen wurde an einigen Stellen scheinbar nur halbe Arbeit geleistet. Die 22 Strände bzw. Hintergründe sind recht „karg“ ausgefallen und bieten nur wenig Abwechslung, insofern man diese überhaupt zu sehen bekommt. Auch ein kurzer Blick auf den Meeresgrund, welchen man bei einem Sturz vom Board zu Gesicht bekommt, zeugt nicht unbedingt von Detailverliebtheit. „Pixelfontänen“ und „Sprite-Geplätscher“ schmücken den Ausflug ins Kalte Nass. Im Gegensatz dazu haben sich die Entwickler bei der Gestaltung der Lichtreflexionen sichtlich Mühe gegeben. Die Lichtspiegelungen auf der Wasseroberfläche wurden wunderschön in Szene gesetzt und lassen manchmal die Aufgaben an zweite Stelle rücken, da man mit dem Bestaunen des Wassers zu beschäftigt ist. Besonders geschieht dies bei Sonnenuntergang und nächtlicher Szenerie, die einen regelrecht begeistert. Blitze und sonstige Wettereinflüsse wie die Polarlichter lenken euch leider nur zu selten durch ihre photorealistische Gestaltung vom Geschehen ab und bessern das grafische Gesamtbild nur unzureichend auf. Als positiven Nebeneffekt darf man jedoch eine konstant flüssige Bildwiederholungsrate und ein ordentlich inszeniertes Motion Capturing genießen.
Soundtechnisch wurden, neben dem Meeresrauschen, wie für „Activision O2“ üblich, lizenzierte Musiktitel ausgewählt, die in diesem Fall jedoch nicht von bekannten Bands stammen, das Strand-Feeling aber dennoch sehr stimmig und atmosphärisch untermalen.
Unter dem Menüpunkt „Extras“ könnt ihr euch noch Biographien der einzelnen Surfer durchlesen oder Videos über die Strände anschauen.
Fazit
Ein Spiel, welches leider nicht auf ganzer Linie überzeugen kann. Ausgearbeitete Wasserphysik und Lichtreflexionen können nicht über die mangelnde Abwechslung und Motivation hinwegtäuschen. Nur für echte Surf-Fans zu empfehlen. Alle anderen sollten die wunderschönen Sonnenuntergänge und Musik-Stücke für einen günstigen Preis genießen.
- schöne Lichtreflexionen
- stimmige Musiktitel
- passende Atmosphäre
- komplizierte Steuerung
- kaum Abwechslung
- motivationsarm

