
Wario Land III
Konsole
GameBoy / GameBoy Color
GB
Der böse Junge ist wieder da. Nintendos Antiheld Nummer 1 (Seit Mario Land 2, 1992) bestreitet auf dem GBC nun sein drittes eigenes Abenteuer.
Wario fliegt mit seinem Flugzeug quer durch die Umgebung, und stürzt plötzlich ab. In einer Höhle im Wald findet er eine Spieluhr, und bevor er sich versieht, wird er in eben diese hineingesogen und landet in einer völlig anderen Welt. Soviel zur Kreativität von Nintendos Story-Schreibern. Das Spielkonzept ist sehr stark an Wario Land II (1998) angelehnt: Es ähnelt weniger einem Jump'n'Run im üblichen Sinne als Spielen wie Super Mario 64, nur eben in 2D. In jeder der über 24 Welten gibt es vier Schatzkisten zu finden. Während manche Schätze nur schön aussehen, schalten andere neue Umgebungen frei oder bescheren Wario neue Fähigkeiten. Ansonsten ist alles beim alten geblieben: Wieder ist Wario unverwundbar, dafür aber anfällig für verrückte Verwandlungen aller Art. Ein Fledermausbiss verwandelt ihn beispielsweise in Vampir-Wario, Raupen spinnen ihn in ein Knäuel ein oder ähnliches. Genügend zu entdecken gibt es dank der vielfältigen Mutationen und Aufgaben allemal, und für die notwendige Action sorgen die (allesamt sehr leicht besiegbaren) Endgegner und der versteckte Time-Attack-Modus. Ein mit dermaßen großem Umfang ausgestattetes Modul sollte eigentlich für Dauerspass und Innovation sorgen, oder? Bei Wario Land 3 zwei markante Kritikpunkte: Innovativ ist das Konzept des Games allemal, aber im Vergleich zu Wario Land II gibt es nicht gerade unglaublich viel neues. Und der Dauerspass wird durch das schnelle Durchzocken auch getrübt. Ein durchzocktes Wochenende reicht für jeden erfahrenen Spieler locker für den Weg bis zum letzten Endboss. Dann ist zwar immer noch genügend Arbeit gegeben, da zu diesem Zeitpunkt meist noch nicht einmal die Hälfte der Schätze entdeckt wurden, für Profis stellt das aber auch keine herausragende Aufgabe mehr da. Im Klartext: Außer Wario-Fans haben nur Anfänger eine Menge vom Spiel, für Profis steckt einfach nicht genügend Herausforderung und Replay-Faktor darin. Auch von der technischen Seite her schneidet Wario Land 3 auch nicht viel besser ab: Die meisten Grafiken sind zwar über Durchschnitt, aber die Sprites machen leider nicht so viel her: Wario sieht zum Beispiel noch genau so aus wie im Vorgänger, und hat noch nicht mal eine gelbe Mütze! Auch die anderen Figuren sind selten mehr als vierfarbig, dafür sehen zumindest die Endgegner ziemlich cool aus. Special-Effects sucht man auch vergebens, selbst die s/w-Pokémon-Spiele sind in dieser Hinsicht überlegen. Für ein Spiel Marke 'Only for GBC' ist technisch einfach viel zu wenig geboten! Wario Land 3 wäre problemlos auch auf einem s/w-GB möglich gewesen! Der Sound hebt sich auch nicht so sehr aus der Masse, nicht zuletzt da zahlreiche Melodien und Effekte einfach aus Wario Land II kopiert wurden... Ein pikantes Detailsollte aber niemandem vorenthalten sein: Der Bildschirmtext beschränkt sich diesmal nicht, wie bei den meisten GBC-Games auf Englisch, nein, diesmal könnt Ihr zwischen Englisch und (allen Ernstes) Japanisch wählen! Äh, wie alt war nochmal die GBC-Zielgruppe, Nintendo? Sind deutsche Texte soooo teuer?
Fazit
Ein hübsches Game für Anfänger und natürlich die Fans von Wario, jeder ernsthafte Zocker findet auf dem GBC aber besseres Futter. Wario Land II zum Beispiel...

