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The Duskbloods Netzwerk-Test

The Duskbloods Netzwerk-Test

Marcel

Das Rätselraten hat ein Ende und wir können endlich darüber sprechen: Was ist eigentlich The Duskbloods? Die Überraschung war groß, als ein exklusives FromSoftware-Spiel für die Nintendo Switch 2 angekündigt wurde. Viele hofften zunächst auf ein neues Souls Like für Nintendo Spieler. Schnell wurde jedoch klar, dass es sich um eine reine Multiplayer Erfahrung handeln würde. Das sorgte gleichermaßen für Neugier und Skepsis. Schließlich sind die Schöpfer von Dark Souls und Elden Ring vor allem für ihre atmosphärischen Einzelspieler Abenteuer und die Erkundung ihrer Spielwelten bekannt, nicht für Multiplayer Erfolge.

Ganz neu ist das Terrain für FromSoftware allerdings nicht. Zuletzt sammelte das Studio mit dem Elden Ring Spin-off Nightreign weitere Erfahrungen in diesem Bereich. Anders als dort erwartet euch in The Duskbloods jedoch kein reines PvE Erlebnis. Stattdessen tretet ihr nicht nur gegen computergesteuerte Gegner an, sondern auch gegen andere Spieler. Es handelt sich also um ein PvPvE Konzept. Da sich FromSoftware im Vorfeld mit konkreten Informationen zurückhielt, blieb lange Zeit offen, wie genau das funktionieren würde. Nach dem Netzwerktest herrscht nun deutlich mehr Klarheit.

The Duskbloods

NSW2

Entwickler
From Software
Publisher
From Software
Konsole
NSW2
Modi
Online-Multiplayer
Spieler
1 lokal
1–8 online
Freigabe
USK ab 18

Was ist The Duskbloods?

Was man wohl ohne Übertreibung sagen kann: The Duskbloods ist keine typische Multiplayer Erfahrung. Es gibt zahlreiche Wege zum Sieg, die Regeln einzelner Partien können sich unterscheiden und die Kämpfe laufen über mehrere voneinander getrennte Phasen ab, in denen nach und nach Spieler ausscheiden. Auch die Arenen setzen nicht auf symmetrisches Design oder identische Ausgangsbedingungen. Keines dieser Elemente ist für sich genommen völlig neu, doch die Kombination macht den entscheidenden Unterschied. Atmosphärisch weckt das Spiel dabei Erinnerungen an Bloodborne und Dark Souls 3.

Zum Start wählt ihr einen vorgefertigten Charakter. Im Netzwerktest standen sechs davon zur Auswahl. Jeder verfügt über Angriffe in drei Stärkegraden, einen Fernkampfangriff sowie individuelle Spezialfähigkeiten. Zu Beginn steht allerdings nur eine dieser Fähigkeiten zur Verfügung. Die Charaktere unterscheiden sich deutlich in ihrer Spielweise. Einige setzen auf schnelle Angriffe, andere auf Fernkampf oder schwere Rüstungen. Dadurch entstehen spürbar unterschiedliche Rollen auf dem Schlachtfeld.

Anschließend tretet ihr gegen sieben weitere Spieler an. Wer mitgezählt hat, merkt schnell, dass die Anzahl der Charaktere nicht ausreicht, damit jeder Teilnehmer eine einzigartige Figur spielt. Mehrere Spieler können daher denselben Charakter wählen.

Die Phasen

Eine Partie besteht aus vier Phasen. In diesen müsst ihr Punkte sammeln und euren Charakter verbessern, um die nächste Runde zu erreichen. In der ersten liegt der Fokus vor allem darauf, Gegner zu besiegen und im Level aufzusteigen. Dadurch wächst eure Lebensleiste. Für stärkere Gegner erhaltet ihr zusätzlich Punkte. Weitere Zähler sammelt ihr durch bestimmte Objekte, die in der Spielwelt gefunden und aktiviert werden können.

Außerdem lohnt es sich, nach Verbündeten Ausschau zu halten. Diese NPC Begleiter lassen sich an bestimmten Orten finden und unterstützen euch anschließend im Kampf. Hinzu kommen verschiedene Gegenstände, die euer Arsenal erweitern.

Ist die Zeit abgelaufen, beginnt Phase zwei. Nach einer gewissen Zeit erscheinen Lichtsäulen, die ähnlich wie in einem King of the Hill Modus eingenommen werden können. Auch dafür gibt es zusätzliche Punkte. Während PvP Kämpfe in der ersten Phase eher optional sind, gewinnen sie hier deutlich an Bedeutung. Zwar könnt ihr in den ersten drei Phasen nach dem Tod an einem frei gewählten Punkt wieder ins Spiel einsteigen, doch die Kontrolle über eine Lichtsäule bringt wertvolle Punkte und führt zwangsläufig zu direkten Auseinandersetzungen mit anderen Spielern.

Darüber hinaus findet ihr neue Fähigkeiten für euren Charakter sowie Verbesserungen für eure Begleiter. Wer genügend Punkte sammelt und nicht zu den Schlusslichtern gehört, erreicht Phase drei. Diese folgt einem ähnlichen Prinzip. Diesmal müsst ihr euch allerdings einen Platz unter den besten drei Spielern sichern.

Nur diese erreichen die vierte und letzte Phase. Hier treten die verbliebenen Teilnehmer in einer Art Kampfarena gegeneinander an und kämpfen um den Gesamtsieg. Anders als zuvor gibt es nur eine begrenzte Möglichkeit zur Rückkehr ins Spiel. Wer erneut besiegt wird, scheidet endgültig aus. Am Ende bleibt nur ein Sieger übrig.

Kämpfen wie in Dark Souls

Ja und nein. Einerseits erinnert das Kampfsystem mit seinen verschiedenen Angriffen, einem Ausweichdash, der Möglichkeit ein magisches Schild zur Verteidigung einzusetzen sowie der Notwendigkeit, Angriffsmuster zu lernen und richtig darauf zu reagieren, klar an die bekannten Werke von FromSoftware. Andererseits laufen die Kämpfe deutlich schneller ab und auch die Bewegung der Charaktere fällt wesentlich dynamischer aus.

Besonders die ausgeprägte Vertikalität sticht hervor. Dafür sorgt nicht nur ein Doppelsprung, sondern sogar ein Vierfachsprung. Für ein Spiel dieser Art wirkt diese Bewegungsfreiheit jedoch überraschend passend und eröffnet zusätzliche Möglichkeiten bei Erkundung und Kampf.

Das typische Souls Gefühl kommt vor allem dann auf, wenn ihr auf besonders starke Gegner in der Arena trefft. Diese geben ihre Punkte nicht kampflos her und können selbst erfahrene Spieler ordentlich fordern. Gut, dass man in solchen Momenten nicht immer auf sich allein gestellt ist.

In besonders schweren Kämpfen können sich Spieler aus der näheren Umgebung direkt zum Gefecht teleportieren. Für die Dauer des Bosskampfes werden aus potenziellen Rivalen kurzzeitig Verbündete. Ist der Gegner besiegt, kehrt der unterstützende Spieler wieder in seine eigene Partie zurück und erhält zusätzliche Punkte als Belohnung für seine Hilfe.

FromSoftware-typisches Design

Die Ästhetik trägt eine klare Handschrift. Ob die Arena des Netzwerktests mit ihren mittelalterlich anmutenden Gebäuden und Brücken, die gewaltige Kathedrale oder der Sumpf mit seinen verfallenen Ruinen: All das erinnert unverkennbar an die Werke der Souls Schöpfer. Das zeigt sich ebenso bei den Charakteren, Gegnern und vor allem den Monstern. Morbide, grotesk, kreativ und stellenweise beängstigend präsentieren sich die Kreaturen dieser Welt.

Und tatsächlich dreht sich vieles um Vampire. Genauer gesagt schlüpft ihr selbst in die Rolle von Blutsaugern. Das spiegelt sich auch in einer interessanten Spielmechanik wider. Bringt ihr schwächere Gegner ins Taumeln, könnt ihr euch auf sie stürzen und ihnen Blut aussaugen. Dadurch regeneriert ihr einen Teil eurer Gesundheit. Gleichzeitig werden die betroffenen Gegner auf eure Seite gezogen und kämpfen fortan an eurer Seite.

Twists und Kniffe

All diese Mechaniken würden bereits ausreichen, um einen Multiplayer Titel interessant zu gestalten. Doch FromSoftware geht noch einen Schritt weiter und baut zufällige Ereignisse in die einzelnen Phasen ein. So kann beispielsweise ein mysteriöses Gewitter über die Arena ziehen, dessen Blitze euch unvermittelt an andere Orte der Karte teleportieren. In einer anderen Partie kann wiederum eine große Anzahl zusätzlicher Gegner erscheinen, die beim Besiegen wertvolle Verbesserungen für eure Werte gewähren.

Darüber hinaus lassen sich Allianzen schließen. Nimmt ein anderer Spieler ein entsprechendes Angebot an, können sich beide Parteien nicht mehr gegenseitig verletzen. Erreichen die Verbündeten jedoch die Finalrunde, wird das Bündnis aufgelöst und aus Partnern werden wieder Konkurrenten.

Hinzu kommen die sogenannten Brandmale. Diese verleihen einzelnen Spielern besondere Beziehungen zueinander und sorgen für zusätzliche Dynamik innerhalb einer Partie. So können zwei Teilnehmer etwa zu Erzfeinden werden, während andere als verlorene Liebende in die Runde starten. In diesem Fall ist sogar ein Heiratsantrag möglich. All diese Besonderheiten beeinflussen die Art und Weise, wie ihr Punkte verdienen könnt, und sorgen dafür, dass keine Partie exakt wie die vorherige verläuft.

Wie gut geht der Plan auf?

Bisher konnten wir The Duskbloods lediglich im Rahmen eines Netzwerktests ausprobieren, bei dem noch nicht sämtliche Inhalte verfügbar waren. Im Mittelpunkt stand dabei vor allem die Belastungsprobe der Server. Das verlief nicht vollständig reibungslos. Der erste Termin des geschlossenen Tests musste aufgrund von Verbindungsproblemen sogar vorzeitig abgebrochen werden. Ab dem zweiten der insgesamt fünf Testzeiträume war das Spiel jedoch weitgehend nutzbar. Zwar kam es vereinzelt noch zu Verbindungsabbrüchen, diese hielten sich jedoch in einem vertretbaren Rahmen.

Bis zur Veröffentlichung bleibt FromSoftware noch Zeit, die technischen Probleme weiter zu beheben und die Serverinfrastruktur zu optimieren.

Beim Gameplay zeichnet sich bereits jetzt ab, dass The Duskbloods kein Titel für die schnelle Runde zwischendurch sein dürfte. Das Spiel verlangt von seinen Spielern, die verschiedenen Mechaniken und taktischen Möglichkeiten zu verstehen und sinnvoll einzusetzen. Neben Geschick sind vor allem Aufmerksamkeit und Übersicht gefragt.

Selbst in Situationen, in denen ein direkter Kampf gegen andere Spieler keine unmittelbaren Punkte einbringt, bleibt die Gefahr allgegenwärtig. Während ihr euch mit einem starken Gegner beschäftigt, kann jederzeit ein anderer Spieler eingreifen. Im besten Fall nimmt er euch die mühsam erarbeitete Beute vor der Nase weg, im schlimmsten Fall schaltet er euch aus und kassiert die Punkte des bereits angeschlagenen Gegners selbst.

Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob der starke Multiplayer Fokus auch die klassische Souls Zielgruppe überzeugen kann. Das Konzept wirkt auf jeden Fall ungewöhnlich und hebt sich deutlich von anderen Vertretern des Genres ab.

Unsere Einschätzung 

The Duskbloods ist eine Herausforderung, die durchaus Suchtpotenzial entwickeln kann. Sicherlich wird das Spiel nicht jeden ansprechen, doch für Spieler, die sich gerne tief in komplexe Systeme einarbeiten und jede Mechanik meistern wollen, könnte hier eine neue Multiplayer Heimat entstehen.

Das Konzept entfaltet sein größtes Potenzial dann, wenn alle Elemente ineinandergreifen und die verschiedenen Möglichkeiten einer Partie genutzt werden. Wer hingegen auf viele Spieler trifft, die ausschließlich auf direkte Duelle mit anderen Spielern aus sind, könnte das Spiel stellenweise als anstrengend oder sogar frustrierend empfinden.

Gerade darin liegt aber auch die Besonderheit von The Duskbloods. Statt auf reine PvP Gefechte oder klassische Koop Abenteuer zu setzen, verfolgt FromSoftware einen eigenen Ansatz. Ob dieser langfristig aufgeht, wird sich erst nach der Veröffentlichung zeigen. Schon jetzt wirkt die Spielidee jedoch mutig, ungewöhnlich und erfrischend anders.

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1 Kommentar

happy nickivor 9 Stunden

Eine erfrischende Idee und dann noch exklusiv für die Switch 2 finde ich gut 😀 Weil gerade eine Vielfahlt an Spielenist wichtig :)
Mich wird es wahrscheinlich nicht ansprechen, aber ich bin da auch nicht die Zielgruppe hihi 😀