
Nintendo und der "Obama-Effekt"
Der Yen, die japanische Währung, ist im Rahmen der weltweiten Finanzkrise ungemein stark geworden: Seit Anfang August ist er um 30% angestiegen. Gegenüber dem Euro hat der Yen Ende Oktober dieses Jahres 27% , gegenüber dem Dollar 14% zugelegt. Eine starke Währung ist aber gerade für Japan als Exportnation ein großes Problem: So sind die Übersee-Verkäufe weniger rentabel, da die Firmen bei der Zurückführung des Geldes jetzt weniger Yen für Euros oder Dollars erhalten.
Nintendo Co. trifft dies besonders hart, schließlich fährt das Unternehmen seine Gewinne zu schätzungsweise 80% im Ausland ein. Aus diesem Grund hat Nintendo Ende Oktober die Gewinnerwartung für das gesamte Jahr (bis zum 31. März) um 16% nach unten korrigiert. Dennoch geht man in Kyoto von einem Gewinn von 34% im Vergleich zum Vorjahr aus; so soll sich das Nettoeinkommen auf 345 Mrd. Yen oder umgerechnet 2,772 Mrd. Euro belaufen.
Auch Nintendo wünscht sich wieder weltweit stabile Märkte. Besondere Hoffnung scheint man in Barack Obama zu legen. Dieser habe unter anderem vor, den US-amerikanischen Kongress zu einer weiteren Finanzspritze in Höhe von 175 Mrd. US-$ zu drängen, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Nach der Wahl Obamas hat sich der japanische Aktienmarkt nach seinem 26-Jahres-Tief erholt. Nintendos Aktie hat in der Woche bis zum 8. Oktober um 7% an Wert zugelegt und stand bei 32.750 Yen, was heute etwa 263,12 Euro entspricht. Es bleibt abzuwarten, ob sich hier ein längerfristiger Trend abzeichnet.