
Yesterday Origins
Yesterday Origins erschien erstmals Ende 2016 für PC sowie Xbox One und PS4. Schon damals konnte das Point & Click Adventure nicht wirklich begeistern oder gar Überraschen.
Und nun, knapp 1,5 Jahre später folgt eine Umsetzung für Nintendos Hybrid-Konsole. Wir haben uns das Spiel einmal angeschaut und sagen euch in unserem Test zu Yesterday Origins, ob sich ein Blick darauf lohnt.
Der Sohn des Teufels...
Das Spiel startet in einer recht düsteren Umgebung. Ihr befindet euch als John Yesterday in einem Kerker und wartet auf eure Folter. Der Grund: er soll des Teufels Sohn sein. Ein Stück weit von euch entfernt liegt ein schlafendes fettes Schwein, ebenfalls in Ketten. Es soll vom Teufel besessen sein und erwartet ebenso Folter. Nun liegt es an uns John Yesterday aus den Zwängen der Ketten zu befreien und zu entkommen. Doch so einfach wie es anfangs scheint ist der Plan zur Flucht dann doch nicht. Wir müssen Items finden und kombinieren um etwa den Kerkermeister insoweit zu vergiften, dass er halluziniert. Damit dies gelingt müssen wir eine schleimige Kröte einsammeln und diese mit ihrer giftigen Hautabsonderung einem Krug von innen einreiben, den sich der Wärter später wieder auffüllt um daraus zu trinken.
Doch dann ist da noch das Schwein und eine Leiche die in den Kerker von einer höheren Ebene hinabgeworfen wurde. Diese soll als Tarnung für den Tod von Yesterday dienen, alles jedoch im Zusammenhang mit den folgenden Wahnvorstellungen des Kerkerwärters. Ist die Flucht gelungen durchlaufen wir einen alchemistischen Umwandlungsprozess der uns unsterblich macht. Diese Szene spielt 500 Jahre vor der Zeit in der wir uns anschließend mit unserer Freundin Pauline in Paris befinden.
Diese Umwandlung zur Unsterblichkeit hat jedoch einen Nachteil, denn nach jedem Tod den er erleidet vergisst er auch. Findet er sich in einem neuen physischen Körper wieder, kann er sich an nichts aus der Vergangenheit erinnern. Seine Lebensgefährtin hingegen hat eine besondere Gabe, denn sie verliert nach einem Ableben nicht ihre Erinnerung an alles vergangene. Das dies für unser Pärchen nicht einfach ist und immer wieder zu kontroversen führt dürfte klar sein. Ebenso wird John in seinen Träumen von vergangenen Ereignissen geplagt die er nirgends einordnen kann, welches die Beziehung zwischen den beiden ebenso auf eine schwierige Probe stellt. Und um diese Erinnerungen geht es im Prinzip.
Yesterday Origins ist ein Point & Click-Adventure der alten Schule in dem es darum geht Rätsel zu lösen um in der Geschichte voranzukommen. Diese Rätsel sind mitunter aber recht fordernd zumal selten auf Anhieb erkennbar ist was wo zu tun ist. Teilweise muss man erst einmal auf Dinge kommen die man überhaupt nicht erwarten würde. Eine gute Auffassungsgabe sowie logisches Denkvermögen sind klar von Vorteil, denn Kombinationen führen zu weiteren Optionen die wiederum zu weiteren Möglichkeiten oder Kombinierungen führen können. Das ganze kann schon recht komplex werden und auch anstrengend, zumal es nicht ersichtlich ist welches Objekt als Ausgangspunkt dient. So kann man etwa den Pfeil mit der Armbrust kombinieren, die Armbrust aber nicht mit dem Pfeil. Solche Momente können schon frustrierend sein und ein Rätsel unnötig in die Länge ziehen. Generell sind die Rätsel vom Aufbau her aber immer gleich.
Die Hintergrundgeschichte wird in kleinen Rückblenden erzählt, die zirka die erste Hälfte des Spiels ganz gut in Fahrt bringt, dann flacht das ganze aber leider deutlich ab was den Eindruck aufkommen lässt, da die Entwickler keine Zeit oder finanziellen Mittel mehr hatten um diese auf gleichem Niveau zu halten. Auch ist die Art und Weise wie das ganze erzählt wird recht wirr und wirkt in vielen Momenten zusammengewürfelt was das Verstehen der Geschichte erschweren kann.
Im weiteren Spielverlauf könnt ihr zwischen John und Pauline wechseln was besonders in Verbindung mit den zahlreichen Umgebungen und Hotspots zu gefallen weiß. Denn von letzteren gibt es wirklich eine ganze Menge die zum Erkunden einladen. Hier können zumeist Objekte eingesetzt werden die wiederum eine Interaktion mit sich bringen. Die Hotspots leuchten auf wenn sich einer der Spieler in dessen nähe befindet und man kann ganz einfach per Richtungstaste zwischen dieser switchen um diese dann aus näherer Umgebung zu erkunden, was wiederum zu neuen Objekten und/oder Hinweisen führt. Die einzelnen Umgebungen könnten teilweise aber durchaus etwas größer sein und mehr Interaktion vertragen.
Technisch nicht Up to Date
Optisch kann das Spiel nur bedingt gefallen. An einigen Stellen sieht es ganz hübsch aus, an anderen hingegen wirkt es ziemlich uninspiriert und tröge. Auch wirken einige Umgebungsgrafiken recht platt und unlebendig. Sie sind zwar recht Detailliert und auch der Artstyle ist irgendwo recht interessant, aber in manchen Momenten wirkt das ganze dann doch etwas altbacken.
Leider bietet das Spiel keine deutsche Vertonung wozu man quasi gezwungen ist die deutschen Untertitel zu verfolgen, die selbst auch nicht immer zweifelsfrei gut übersetzt sind. Wer dem englischen mächtig ist wird um das Lesen der ganzen Untertitel drumherum kommen, könnte sich aber auch an der mäßigen englischen Vertonung stören, die ziemlich anspruchslos und eintönig daherkommt. Dies ist sehr schade, denn vor allem ist es doch dieser Aspekt, der so ein Adventure vorantreibt und den Spieler bei der Stange hält. Die Soundeffekte sind, wie auch die Musikuntermalung, durchaus gelungen, auch wenn hier noch Luft nach oben ist.
Etwas enttäuschend ist hingegen die quasi nur schwache Atmosphäre, die zu keinem Zeitpunkt auch nur zu einem Höhepunkt findet. Man fühlt sich nicht in das Geschehen hineingezogen und auch sonst findet man auch keinen Moment im Spiel wo man mal richtig von den Ereignissen gefesselt ist. Dies entzieht dem Spiel einen gewissen Anreiz, sodass man spätestens ab der zweite Hälfte so langsam die Lust verliert das Abenteuer zu beenden.
Weniger schön ist auch die etwas hakelige Steuerung. Das ist besonders in Momenten unschön, in denen man direkt vor Objekten steht und dann zwischen anderen switchen will, diese aber gar nicht anerkannt werden und man sich dafür erst wieder einige Schritte zurück und Seitwärts bewegen muss um diese Punkte dann anvisieren zu können. Dazu gesellt sich dann noch die unzeitgemäße Speicherfunktion, denn das Geschehen wird nur an bestimmten Punkten automatisch gespeichert. Muss man das Spiel beenden und der letzte Speicherpunkt liegt schon länger zurück, muss man das ganze Geschehen noch einmal durchlaufen, was durchaus frustrierend sein kann.
Fazit
Yesterday Origins ist ein nettes Point & Click-Adventure, dem es jedoch eindeutig an Tiefgang und Atmosphäre fehlt. Die Story wirkt zusammengewürfelt und verflacht im Spielverlauf immer mehr und die englische Sprachausgabe ist leider auch nicht wirklich gelungen. Wer solchen Adventures nicht abgeneigt ist kann einen Blick wagen, alle anderen schauen sich lieber nach Alternativen um, zumal das Spiel mit momentanen 29.99€ alles andere als Preiswert ist.
- 2 Spielbare Protagonisten
- nette Story...
- … die jedoch immer mehr verflacht
- hakelige Steuerung
- englische Vertonung
- kaum Atmosphäre
Vielen Dank an die Firma Nintendo für die Bereitstellung des Testmusters.




