Divinity: Original Sin II
Limited Run hat bekanntgegeben, dass eine physische Version des im September erschienen RPG-Hits Divinity: Original Sin 2 - Definitive Editionab 6. Dezember 2020 als Retail vorbestellt werden kann.
Diese Version, wie die eShop-Version, bietet Cross-Save-Unterstützung und ermöglicht es euch, Online-Spieleinladungen an eure Freunde zu senden. Limited Run hat bestätigt, dass dieses Spiel auch in Best Buy erhältlich sein wird und dass die internationale Version "alle Sprachen" auf der Karte enthalten wird.
Wie das Spiel bei uns abgeschnitten hat, könnt Ihr in dieser Review nachlesen.

Divinity: Original Sin II
NSW
- Genre
- Rollenspiel
- Entwickler
- Larian Studios
- Publisher
- Larian Studios
- Konsole
- NSW
- Spieler
- 1–4 lokal
- Freigabe
USK ab 16
Divinity: Original Sin II
Das Rollenspiel Divinity: Original Sin II wurde bereits im September 2017 auf Windows veröffentlicht und ist der direkte Nachfolger von Divinity: Original Sin. Das Spiel fand den Weg ebenfalls auf die Heimkonsolen und nun zuletzt auch auf die Nintendo Switch. Divinity: Original Sin II hat sich bereits millionenfach verkauft und wird von der Presse als eines der besten Rollenspiele aller Zeiten gefeiert. Wir hatten die Möglichkeit und selbst davon zu überzeugen. Ob wir dem zustimmen können, erfahrt Ihr in dieser Review.
Der Weg eines Quellenmagiers
Wird dieses Spiel zum ersten Mal gespielt, so sei vorab an dieser Stelle gesagt, dass unbedingt mit dem normalen Storymodus angefangen werden soll. Und bevor dieser gestartet wird, steht man bereits vor der Wahl der Qual, mit welchem Charakter der Aufbruch in das Abenteuer beginnt. Die Auswahl des Charakters hat dabei erhebliche Auswirkungen auf das Spielgeschehen. Denn es gibt NPCs in diesem Spiel, die mit gewissen Rassen einfach nicht können. Wird zum Beginn beispielsweise der Zwerg ausgewählt, so läuft man in die Gefahr, dass die eine oder anderen Nebenquest bzw. Storyline gar nicht in Erscheinung treten wird. Und das nur, weil der NPC Zwerge einfach nicht ausstehen kann. Aber dazu später mehr. Es wird jedoch sehr früh deutlich, dass es nicht einen festen Helden in der Geschichte gibt.
Eurer Abenteuer beginnt auf einem Schiff. Ihr seid auf dem Weg zu einem Ort namens Freudenfeste. Dies ist ein Ort, an welchem ein göttlicher Orden sich den sogenannten Quellenmagier annimmt. Quellenmagier werden von diesem Orden als eine Art Unheil für die Welt, denn Magie kann ja nie etwas Gutes sein. Im Grunde haben die Quellenmagier nur zwei Optionen. Entweder leben sie verbannt auf der Freudenfeste oder sie werden hingerichtet. Letzteres darf der Spieler auch recht schnell selbst erfahren, da er Zeuge solch einer Tötung wird. Doch an dieser Stelle wird schon zu weit vorgegriffen. Der Spielabschnitt auf dem Schiff dient als eine Art Tutorial. Hier lernt der Spieler, wie er sich bewegt, wie er kämpft, wie er mit seiner Umgebung interagiert und er lernt auich, wie das Crafting-System funktioniert. Das Bewegen und das Kämpfen hat man recht schnell erlernt. Was man gleichzeitig auf dem Schiff auch schnell lernt bzw. wenigstens erahnt, ist der recht große Umfang an Interaktion und Crafting.
Mit Interaktion ist an dieser Stelle zum einem das Untersuchen der Umgebung gemeint. Inspiziert man nämlich des Umfeld, wird man zahlreichen Plunder wie auch wertvolles Zeug finden, das sehr schnell in eurem Inventar verschwindet. Das können Fischgräten oder zerbrochene Flaschen sein. Es können aber auch Waffen, Gold und Magie-Schriftrollen sein. Und Ihr werdet nahezu an jeder Ecke etwas finden. Das lädt grundsätzlich dazu ein, das Umfeld stets zu erkunden und genau kennenzulernen. Während ganz offensichtliche Waffen oder Rüstungsteile schnell als brauchbar identifiziert sind, wirkt ein kleiner Eimer, ein kleines Messer oder ein Stock erstmal nicht sonderlich hilfreich. Schaut man jedoch genauer hin, so kann man feststellen, dass ein Eimer als Kopfbedeckung dienlich sein kann und somit geringfügig etwas Schutz bietet. Kombiniert man Messer und Stock miteinander, hat man einen Speer, mit welchem man Gegner etwas auf Distanz halten kann. Das waren an dieser Stelle nur mal zwei (!) Beispiele, welche Crafting-Möglichkeiten dieses Spiel bietet. Und davon gibt es unzählige - sofern man die Umgebung danach absucht. Ihr werdet sehr schnell feststellen, dass euer Inventar überquillt, sollte man alles mitnehmen, was man auf den Weg so findet. Ratsam ist allemal. Denn jeder gefundene Gegenstand lässt sich neben dem Craften auch in bare Münze umwandeln. Oder man verschenkt den Gegenstand an einen Händler, was euch Sympathiepunkte einbringen wird. Womit wir auch beim nächsten Interaktionspunkt wären: Die NPC.
In klassischen Rollenspielen sagen regelhaft die NPCs immer das selbe. Nicht so in Divinity II Original Sin. Denn hier habt Ihr direkten Einfluss auf den Gesprächsverlauf. Abhängig davon, ob der NPC mit euch überhaupt reden möchte (weil Ihr vielleicht mit einer nicht wohlgesonnen Rasse ins Gespräch tretet), habt Ihr während des Gesprächsverlaufs sehr viel Einfluss. Sprecht Ihr beispielsweise mit einer verzweifelten Mutter, die Ihr Kind vermisst, so ist es wenig ratsam, den harten Brocken zu mimen. Es wäre unter Umständen dann doch besser, sich etwas einfühlsamer zu zeigen und eine Suche nach dem verlorenen Kind anzubieten. Solche Situationen haben den großen Vorteil, dass sie euch Sympathien einbringen und Ihr damit auch Zugang zu Nebenquests erhaltet. Und eine gelöste Nebenquest gibt erfahrungsgemäß ein Quäntchen Mehr an Bonus obendrauf, der den weiteren Spielverlauf erheblich erleichtern kann. Dies bringt euch darüber hinaus auch tiefer an die Story heran, von der ein RPG lebt.
Glücklicherweise seid Ihr in diesem Spiel nicht allein unterwegs. Denn eure Party besteht insgesamt aus vier Charakteren. Solltet Ihr an einer Stelle nicht weiterkommen, so kann es durchaus hilfreich sein einem anderen Charakter sein Glück versuchen zu lassen. Besteht eure Party bspw. aus einem Mensch, einer Elfe, einer Echse und einem Zwerg, so kann ein zwergenfeindlicher NPC nach einem nicht erfolgreichen Gesprächsverlauf einer anmutigen Echse wohlgesonnener sein. Man muss dann nur das Gespräch erneut aufsuchen. Das gleiche Prinzip gilt übrigens auch für die im Spiel befindlichen Tiere. Wie im realen Leben kann man mit Tieren nicht sprechen. Dankenswerterweise ist ein Partymitglied unter Umständen doch in der Lage, genau dieses zu tun. Weil auch Tiere ihre Sorgen und Nöten haben, muss man mit diesen zwangsläufig reden, sofern man möglichst alle Sidequest gelöst haben möchte. So oder so ähnlich verhält es sich auch mit anderen Fähigkeiten. Verschlossene Türen oder Truhen benötigen einen Schlüssel, um die Geheimnisse zu offenbaren. Aber vielleicht ist jemand aus der Party auch in der Lage, diese Schlösser zu knacken. Das Spiel gibt grundsätzlich mehrere Wege her, um an das Ziel zu gelangen.
Nimmt man diese Punkte zur Kenntnis, wird man an dieser Stelle zustimmen, dass Divinty II Orignal Sin unfassbar viel Umfang bietet. Und so ist es auch. Allein von Beginn des Spiels bis zur Flucht von der Insel, auf welcher sich die Freudenfeste befindet, hat während des Tests gut 15 Stunden Spielzeit veranschlagt. Und danach geht das Spiel erst richtig los. Somit werden Freunde von intensiver Story durchaus gut unterhalten werden.
Auf in den Kampf
Neben einer guten Story gehört das Kämpfen zum Tagesordnungspunkt eines jeden RPGs. Da macht auch Divinity: Original Sin II keine Ausnahme. Nicht immer muss es zum Kämpfen kommen. Gelegentlich reicht es auch aus, in einem vorausgegangenen Gespräch die richtige Antwortmöglichkeit zu wählen. Wenn der Kampf jedoch unausweichlich ist, so wechselt das Echtzeitgeschehen in einen rundenbasierten Kampf. Und diese Kämpfe haben es echt in sich. Denn hier entscheiden sehr viele Faktoren über Sieg oder Niederlage. Zum Beispiel ob sich ein Bogenschütze in eurer Party befindet und dieser auf ein Ziel schießen soll, welches sich oberhalb vom Schützen (bspw. auf einer Mauer) befindet oder unterhalb. Ist es oberhalb, wird der verursachte Schaden reduziert. Oder ist ein Partymitglied auf eine Einhandwaffe hochgelevelt worden und soll nun mit Zweihandwaffen kämpfen? Dann wundert euch nicht, dass dieser Charakter weniger Schaden verursacht. Auch Flächen-Magie will wohl überlegt eingesetzt sein. Setzt Ihr eine Fläche in Brand, was den Gegner schadet, dann kann der nächste Charakter, der mit kurzen Stichwaffen kämpft, vermutlich nicht unbeschadet angreifen.
Darüber hinaus verbraucht jede Aktion Ability Points. Egal, ob es der Einsatz von Items, Magie oder Waffen ist – ja sogar das Bewegen der Figur ist davon betroffen -, alles verbraucht AP. Sind diese Ability Points aufgebraucht, muss euer Zug beendet werden. Erst wenn der Charakter wieder an der Reihe ist, darf dieser wieder agieren. Die Positionierung, die Wahl der Waffen und Ausrüstung, das Berücksichtigen der Ability Points – all das führt dazu, dass Divinity: Original Sin II eine extrem hohe Dichte an Taktik hat. Ein einfaches Hau-Drauf vermag gegen ein paar Dorf-Rowdys gut helfen; gegen den Magisterorden muss da schon ein wenig mehr her. Ihr habt aber alle Zeit der Welt, euren nächsten Move zu planen. Ein Kampf kann dabei schon mal 20 Minuten dauern. Dass klingt verdammt lange, aber die Zeit verfliegt eigentlich im Nu. Eigentlich. Denn manche Moves eurer Gegner ziehen sich etwa in die Länge. So als würde das Spiel alle Möglichkeiten erst durchgehen, bevor es agiert. Das kann dann doch schon etwas nervig sein. Und genau in diesen Augenblicken wünscht man sich ein Fast-Forward-Button, welcher den Kampf etwas beschleunigt. Diesen gibt es jedoch nicht. Und das ist dann auch so ziemlich der einzige Kritikpunkt an diesem Spiel.
Die technische Aufmachung
Auf den ersten Blick erinnert dieses Spiel optisch an andere RPG-Vertreter wie Diablo III. Das Spiel wird aus der Vogelperspektive dargestellt. Ihr habt jedoch die Möglichkeit, die Kamera zu schwenken und auch zu zoomen. Die Welt gestaltet sich dabei als unglaublich detailreich und wunderschön. Bei Bedarf könnt Ihr auch in eine richtige Vogelperspektive wechseln. Das Spiel läuft dabei recht flüssig. Die Controllerbelegung wird auch voll ausgenutzt. Diese muss man erst beherrschen lernen. Hat man diese kleinere Hürde erstmal genommen, dann lässt sich Divinity: Original Sin II sehr einfach steuern. Begleitet wird der Spieler mit einer stimmungsvollen, akustischen Untermalung, welche gut in die Szenerie passt. Sehr löblich ist die englische Sprachausgabe, welche sehr sauber und verständlich ist. Eine deutsche Synchro gibt es leider nicht.
Ihr habt die Möglichkeit, dieses Spiel auch mit anderen Mitspielern zu bestreiten. Sei es lokal oder online, beide Varianten sind möglich. Gerade bei solch großen Rollenspielen ist das Spielen mit anderen Mitstreitern stets eine tolle Sache. Dabei könnt Ihr alle Spiel-Modis bestreiten. Während des Tests durften wir uns einer Party anschließen, was auch sehr gut funktionierte. Ratsamer ist es jedoch, dass man mit seinem Mitspieler in Kontakt steht, um sich sinnvoll abzusprechen.
Daniels Meinung
Larians Studios serviert mit Divinity: Original Sin II eine extrem große Rollenspielkost. Schon die Auswahl des Charakters fand ich spannend. Denn beim ersten Mal lässt man sich eher auf das Bauchgefühl ein und man erfährt erst später im Spiel, was man sich da ausgewählt hat. Denn während der gewählte Charakter ein paar Wege öffnen kann, bleiben andere Türen für ihn verschlossen. Etwas überfordert war ich auch auf meinen ersten Schritten im Spiel. Es habe soviel “Zeug” eingesammelt, ohne zu wissen, was man da eigentlich einsammelt und wozu es gut ist. Dankenswerterweise blenden sich gelegentliche kleine Tutorialfenster ein, die kurz erklären, was ich wie machen kann. Dadurch habe ich mich schnell in die Spielwelt eingelebt und konnte mich kaum davon losreißen. Mich persönlich hat ein wenig das Craftingsystem gestört. Es wirkt ein wenig zu überladen. Hier wäre weniger mehr gewesen. Aber sei´s drum. Das wertet das Spiel nicht ab. Im Grunde gibt es hier auch kaum etwas abzuwerten. Die vielfältigen Dialoge und die strategischen Kämpfe machen das Spiel sehr interessant. DIeses Spiel ist allemal zu empfehlen.
Fazit
Waffen anfertigen, Charaktere leveln, NPCs helfen und nebenbei die Welt vom Bösen retten: Divinity: Original Sin II ist ein echter Zeitfresser. Das Spiel bietet absolute Vielfalt und präsentiert sich in einem wunderschönen Gewand. Dabei kann man den roten Faden folgen oder durch zahlreiche Sidequests noch tiefer in die Geschichte eintauchen. Die Kämpfe sind gut designt und erfordern etwas strategisches Geschick. Hektik ist diesem Spiel fremd. Das liegt vor allem auch daran, dass die Kämpfe rundenbasiert sind. Das Spiel möchte eine Geschichte nehmen, für die sich der Spieler Zeit nehmen sollte. Divinity: Original Sin II ist definitiv ein Must-Have für jeden rollenspielaffinen Spieler.
- Tiefgehende Story
- Starke Charakterentwicklung
- Technisch sehr gut umgesetzt
- Multi-Player RPG
- Kämpfe dauern manchmal
- Crafting etwas überladen
Vielen Dank an die Firma Larian für die Bereitstellung des Testmusters.



